Die meisten PGA-Tour-Profis bevorzugen den Fade, weil er mehr Kontrolle und Wiederholbarkeit bietet – 44 % aller Drives auf der Tour sind Fades, nur 32 % Draws. Spieler wie Jon Rahm, Collin Morikawa und Xander Schauffele setzen bewusst auf diesen leicht von links nach rechts (bei Rechtshändern) fliegenden Ball, während Rory McIlroy und Hideki Matsuyama zu den prominentesten Draw-Spielern zählen. Welche Technik besser ist, hängt am Ende von Schwunggeschwindigkeit, Zielsetzung und persönlicher Konstanz ab – nicht von einem generellen Vorteil der einen oder anderen Schlagform.
🎯 Spieler mit bevorzugtem Fade vom Tee
| Spieler | Bemerkung |
|---|---|
| Dustin Johnson | Spielte früher Draws, jetzt fast ausschließlich kontrollierte Fades. |
| Jon Rahm | „Baby Fade“ mit enormer Präzision, typischer Power-Fade. |
| Collin Morikawa | Stabiler, gerader bis leicht ziehender Fade mit enormer Kontrolle. |
| Brooks Koepka | Setzt auf leichten Fade für Konstanz vom Tee. |
| Xander Schauffele | Fade als Standardschlag – ideal für präzise Drives. |
| Jack Nicklaus | Historisch einer der berühmtesten Fade-Spieler. |
Der typische Tour-Fade verliert gegenüber einem vergleichbaren Draw etwa 5 bis 10 Meter Carry-Distanz, dafür sinkt die seitliche Streuung oft um mehrere Meter. Bei einem 250-Meter-Drive bedeutet ein Fade mit 2-3 Grad Abweichung nach rechts in der Regel eine engere Landezone als ein Draw mit gleichem seitlichen Winkel, weil der Fade weniger Rollweite nach dem Aufprall hat und dadurch vorhersehbarer bleibt. Genau deshalb bevorzugen Spieler mit sehr hohen Preisgeld-Ansprüchen und engen Fairways im Visier – etwa bei US Opens – tendenziell den Fade.
🚀 Spieler mit bevorzugtem Draw vom Tee
| Spieler | Bemerkung |
|---|---|
| Rory McIlroy | Berüchtigt für seine weiten Draws, vor allem mit dem Driver. |
| Tiger Woods | Spielt beide Flugbilder, war aber lange Draw-Dominant. |
| Justin Thomas | Setzt situativ Draws ein – oft bei aggressiven Abschlägen. |
| Hideki Matsuyama | Kontrollierter Draw – konstant und ruhig im Setup. |
| Zach Johnson | Verlässlicher Draw-Spieler, besonders mit Eisen. |
McIlroy erzielt mit seinem Draw regelmäßig Schwunggeschwindigkeiten jenseits von 190 km/h am Schlägerkopf, was in Kombination mit dem geringeren Spin des Draws (oft 300 bis 500 Umdrehungen pro Minute weniger als beim Fade) zu den längsten Drives der Tour führt – nicht selten über 300 Meter Carry. Ein Draw mit sauberem Timing rollt nach der Landung außerdem 10 bis 20 Meter weiter als ein Fade, was besonders auf trockenen, harten Fairways im Sommer ins Gewicht fällt.
⚖️ Spieler mit variabler Schlagform (Fade/Draw situativ)
| Spieler | Bemerkung |
|---|---|
| Scottie Scheffler | Neutral bis leicht Fade-lastig, abhängig von der Lochsituation. |
| Jordan Spieth | Natürlicher kleiner Fade – kann aber situativ shapen. |
| Tommy Fleetwood | Beherrscht beide Seiten – ideal für Wind und Links-Kurse. |
| Viktor Hovland | Früher eher Draw, trainiert nun stabileren Fade. |
Wer beide Schlagformen sicher spielen kann, hat auf engen Dogleg-Löchern einen klaren strategischen Vorteil: Ein Dogleg-Links lässt sich mit einem sauberen Fade um die Kurve schneiden, ein Dogleg-Rechts eher mit einem Draw. Auf der Amateur-Ebene ist dieses situative Shapen allerdings selten realistisch – Spieler mit Handicap über 15 sollten sich zunächst auf eine einzige verlässliche Schlagform konzentrieren, bevor sie zwei Ballflugbilder parallel trainieren.
📊 Statistiken & Trends
Laut GolfAnalytics ergibt sich folgendes Bild auf der PGA Tour:
- 🟦 44 % der Drives sind Fades
- 🟥 32 % der Drives sind Draws
- ⬜ 24 % sind gerade Schläge
Interessant ist die Entwicklung der letzten Jahre: Noch vor rund 15 Jahren war der Draw auf der Tour die dominante Schlagform, vor allem weil ältere Driver-Kopfdesigns mit geschlossenem Schlagflächenwinkel einen Draw begünstigten. Mit modernen, verstellbaren Drivern und der wachsenden Bedeutung von Fairway-Präzision auf Meisterschaften wie der US Open hat sich der Trend klar zum Fade verschoben. Bei Amateuren mit Handicap zwischen 10 und 20 zeigt sich laut Trackman-Daten aus Trainingszentren ein umgekehrtes Bild: Über 60 % dieser Spieler schlagen unfreiwillig einen Fade oder Slice, meist wegen eines zu offenen Schlägerblatts beim Treffmoment – ein Fehler, der gezielt korrigiert werden muss, um Länge zurückzugewinnen.
🧠 Warum wählen Profis Fade oder Draw?
Fade: wird bevorzugt wegen:
- Mehr Kontrolle und Wiederholbarkeit
- Mehr Spin – hilft auf harten Grüns
- Geringeres Risiko eines Hook-Fehlers
Draw: wird bevorzugt wegen:
- Mehr Länge durch geringeren Spin
- Besser bei Rückenwind oder weichen Fairways
- Ideal für aggressive Linien
Die Wahl hängt auch vom Schlägermaterial und der Loft-Einstellung ab: Ein Driver mit 9 Grad Loft und leicht geschlossenem Schlagflächenwinkel begünstigt einen Draw, während 10,5 bis 12 Grad Loft in Kombination mit offenerer Schlagfläche einen Fade unterstützen. Bei den Eisen setzen viele Fade-Spieler zusätzlich auf eine etwas schwächere Schaftneigung (Lie-Angle), um den ohnehin schon nach rechts tendierenden Ballflug nicht zusätzlich zu verstärken.
❌ Häufige Fehler beim Fade- und Draw-Training
Viele Amateure verwechseln einen kontrollierten Fade oder Draw mit einem unkontrollierten Slice oder Hook. Die folgenden Fehler sind auf Golfplätzen und Trainingsanlagen besonders häufig zu beobachten:
- Zu starker Grip-Fehler: Ein extrem starker (geschlossener) Griff erzeugt oft ungewollte Hooks statt eines sauberen Draws – die Lösung ist ein neutraler Griff mit sichtbaren 2 bis 2,5 Fingerknöcheln der linken Hand.
- Falsche Standlinie: Viele Spieler richten die Füße parallel zum gewünschten Ballflug aus, statt Schlagfläche und Schwungpfad bewusst zu variieren – das führt zu inkonsistenten Ergebnissen.
- Zu aggressiver Swing-Path: Ein Schwungpfad von mehr als 5 Grad von innen nach außen produziert häufig einen unkontrollierten Hook statt eines sanften Draws.
- Fehlende Alignment-Kontrolle: Ohne Alignment Sticks auf der Range verlieren viele Spieler das Gefühl für ihre tatsächliche Ausrichtung und schlagen versehentlich Fades statt Draws oder umgekehrt.
- Zu frühes Experimentieren: Wer ohne saubere Grundtechnik versucht, beide Schlagformen zu beherrschen, verliert oft seine ursprüngliche Konstanz – besser ist es, zunächst eine Schlagform über mehrere Monate zu festigen.
🏌️ Wie du deine eigene Standardschlagform findest
Der erste Schritt ist eine ehrliche Analyse deines natürlichen Ballflugs auf der Range, idealerweise mit mindestens 30 Bällen und einem Launch Monitor oder zumindest klarer Beobachtung der Landepunkte. Wer ohne bewusste Anpassung eher Fades schlägt, hat meist eine offene Schlagfläche im Treffmoment (5 bis 8 Grad relativ zum Schwungpfad reichen oft schon aus). Wer zu Draws tendiert, hat häufig eine leicht geschlossene Schlagfläche und einen Schwungpfad, der 2 bis 4 Grad von innen nach außen verläuft.
Für Einsteiger mit Handicap über 20 empfiehlt sich zunächst der Fade, da er tendenziell fehlerverzeihender ist und seltener in einen unkontrollierten Hook mit starkem Linksdrall abdriftet. Spieler mit Handicap unter 10, die bereits mehr Schwunggeschwindigkeit und Kontrolle mitbringen, profitieren oft vom zusätzlichen Längengewinn eines Draws. Trainingshilfen wie ein Schwung-Trainer helfen dabei, den Schwungpfad gezielt zu verändern, während Golf Übungsbälle aus Schaumstoff das Risiko beim Experimentieren im Garten oder auf kleinen Flächen reduzieren.
Fazit: Egal ob Fade oder Draw – jeder Spieler braucht eine Standardflugbahn, auf die er sich verlassen kann. Wenn du wissen willst, wie du deine Schlagform findest oder umstellst, sprich uns an!
❓ Häufig gestellte Fragen
Ist ein Fade oder ein Draw für Anfänger einfacher?
Für die meisten Anfänger ist der Fade einfacher zu kontrollieren, weil eine leicht offene Schlagfläche seltener zu einem unkontrollierten Hook führt als eine geschlossene Schlagfläche. Ein Fade, der zu stark wird, endet meist „nur“ als Slice mit Längenverlust, während ein zu starker Draw schnell in einen Hook mit deutlichem Linksdrall und Out-of-Bounds-Risiko kippen kann.
Wie viele Meter Unterschied gibt es zwischen Fade und Draw?
Bei vergleichbarer Schwunggeschwindigkeit verliert ein Fade gegenüber einem Draw häufig 5 bis 15 Meter Gesamtdistanz, hauptsächlich durch geringere Rollweite nach der Landung. Der Carry-Unterschied in der Luft ist meist kleiner als der Unterschied in der Rolldistanz auf dem Fairway.
Kann ich als Amateur beide Schlagformen gleichzeitig trainieren?
Grundsätzlich ja, aber Trainer empfehlen für Spieler mit Handicap über 15 zunächst die Festigung einer einzigen verlässlichen Schlagform über mehrere Monate. Erst wenn diese Grundschlagform sicher sitzt, lohnt sich das gezielte Training der zweiten Variante für spezielle Platzsituationen wie Doglegs oder Windverhältnisse.
Welche Schlägereinstellung passt zu Fade oder Draw?
Für einen Draw eignen sich Driver mit geringerem Loft von etwa 9 Grad und einem leicht geschlossenen Schlagflächenwinkel in der Einstellung. Für einen Fade sind Driver mit 10,5 bis 12 Grad Loft und einer neutralen bis leicht offenen Schlagflächeneinstellung meist besser geeignet, da sie den natürlichen Linksdrall reduzieren.
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