Golfplatz Typen: Links, Park & Executive Plätze erklärt
Linksplätze liegen an der Küste, sind windoffen und haben harte, sandige Böden mit tiefen Bunkern. Parkplätze verlaufen durch Baumalleen mit weichen Fairways und klar getrennten Spielbahnen. Executive-Plätze sind verkürzte Anlagen mit Par 3 und kurzen Par 4, ideal für Einsteiger und Spieler mit wenig Zeit. Die Wahl zwischen diesen Golfplatz-Typen entscheidet maßgeblich darüber, welche Schläger du am häufigsten brauchst und wie hoch dein Score am Ende ausfällt.
Die Wahl des richtigen Golfplatzes oder Clubs kann einen großen Einfluss auf dein Spielerlebnis haben. Von öffentlichen Anlagen bis hin zu exklusiven Privatclubs gibt es eine Vielzahl an Optionen, die unterschiedliche Vorlieben und Bedürfnisse abdecken. In diesem Artikel erfährst du, welche Typen von Golfplätzen und Clubs es gibt, was sie auszeichnet und worauf du bei der Auswahl achten solltest. Finde den Ort, der perfekt zu deinem Spielstil und deinen Ansprüchen passt!
Es gibt verschiedene Arten von Golfplätzen, die sich in Größe, Design und Schwierigkeitsgrad unterscheiden:
- Linksplätze: Ursprünglich in Küstenregionen gelegen, zeichnen sich Linksplätze durch ihre natürlichen Hindernisse wie Dünen und Wind aus.
- Parkanlagenplätze: Diese Plätze liegen in bewaldeten oder parkähnlichen Gebieten und bieten ein abwechslungsreiches Spielerlebnis.
- Executive-Plätze: Ideal für Anfänger, da sie kürzere Bahnen und weniger Hindernisse aufweisen.
- Pitch-and-Putt-Plätze: Kleine Plätze, die speziell für das kurze Spiel und Übungssessions geeignet sind.
- Turnierplätze: Diese Plätze sind für Profis konzipiert und stellen hohe Anforderungen an Technik und Strategie.
- Resort-Golfplätze: Luxuriöse Anlagen in Urlaubsgebieten, die oft erstklassige Einrichtungen und Dienstleistungen bieten.
Die wichtigsten Platztypen im direkten Vergleich
Jeder Platztyp stellt andere Anforderungen an Schlägerwahl, Kondition und Score. Ein Linksplatz mit 6.400 Metern Länge und konstantem Wind von 20 bis 30 km/h zwingt dich, Eisen flacher zu schlagen und mehr Bälle rollen zu lassen, statt sie hoch anzuspielen. Ein Parkplatz mit engen, baumgesäumten Fairways von oft nur 25 bis 30 Metern Breite bestraft dagegen seitliche Abweichungen stärker als offene Linksbahnen.
Die folgende Tabelle zeigt typische Kennwerte, mit denen du die vier häufigsten Platztypen in Deutschland und international einordnen kannst.
| Platztyp | Typische Länge | Par | Slope-Rating | Geeignet für Handicap |
|---|---|---|---|---|
| Linksplatz | 5.900–6.700 m | 70–72 | 128–145 | ab HCP 15 |
| Parkplatz | 5.600–6.300 m | 71–72 | 118–132 | ab HCP 30 (mit Vorgabe) |
| Executive-Platz | 2.800–4.200 m | 54–64 | 95–110 | ab HCP 54 / Anfänger |
| Turnierplatz | 6.500–7.200 m | 72 | 135–155 | ab HCP 5 |
Das Slope-Rating gibt an, wie stark der Schwierigkeitsgrad für Amateure im Vergleich zu Scratch-Spielern steigt. Werte über 140 bedeutet spürbar mehr Fehlschläge finden ihre Bestrafung in Bunkern, Rough oder Wasser. Für Einsteiger mit Handicap über 36 lohnt sich fast immer ein Executive-Platz, da Runden dort in 2 bis 2,5 Stunden statt 4,5 Stunden spielbar sind.
Den richtigen Platz finden
Die Wahl des richtigen Golfplatzes hängt von deinem Spielniveau, deinem Budget und deinen persönlichen Vorlieben ab. Achte darauf, ob der Platz für Anfänger geeignet ist, wie zum Beispiel durch breitere Fairways und weniger Hindernisse.
Besuche den Platz vorab, um ein Gefühl für die Atmosphäre und die Einrichtungen zu bekommen. Viele Plätze bieten Schnupperkurse oder geführte Runden an, die dir helfen können, den Platz besser kennenzulernen.
Online-Bewertungen und Empfehlungen von anderen Spielern sind ebenfalls hilfreich bei der Auswahl. Achte auf Aspekte wie Platzpflege, Service und die Qualität der Übungseinrichtungen. Überlege auch, wie weit der Platz von deinem Wohnort entfernt ist, um die Anfahrt zu minimieren.
Schlägerwahl je nach Platztyp
Auf Linksplätzen mit starkem Wind lohnt sich ein Bag mit mehr Eisen und weniger Hybriden, da der „Bump-and-Run“-Schlag oft effektiver ist als ein hoher Flop-Shot. Ein 4-Eisen oder Hybrid mit 21 Grad Loft ersetzt hier häufig den Holzschlag von Grün. Auf Parkplätzen mit engen Fairways empfiehlt sich dagegen ein präziserer Driver mit mehr Loft, etwa 10,5 statt 9 Grad, um die Flugkurve zu stabilisieren und Slice-Bälle zu reduzieren.
Auf Executive-Plätzen mit Bahnen zwischen 90 und 280 Metern reichen oft ein Hybrid, drei bis vier Eisen und ein Wedge-Set mit 46, 52 und 58 Grad völlig aus. Das spart Gewicht im Bag und beschleunigt das Spieltempo. Turnierplätze mit Grüns, die auf Stimpmeter-Werten von 10 bis 11 gerollt werden, verlangen dagegen ein präzises Kurzspiel: Ein zusätzliches Lob-Wedge mit 60 Grad kann hier über zwei bis drei Schläge pro Runde entscheiden.
Wer regelmäßig zwischen Platztypen wechselt, sollte das Bag nicht starr bestücken, sondern situativ anpassen. Ein zusätzlicher Fairwayholz-Wechsel gegen ein Hybrid vor einer Linksrunde ist keine Seltenheit bei erfahrenen Spielern mit Handicap unter 10.
Golfclub-Mitgliedschaft
Eine Mitgliedschaft in einem Golfclub bietet viele Vorteile, darunter uneingeschränkten Zugang zum Platz, Turnierteilnahmen und die Möglichkeit, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Informiere dich über die Kosten und Leistungen der verschiedenen Mitgliedschaftsmodelle.
Viele Clubs bieten spezielle Tarife für Einsteiger oder flexible Mitgliedschaften an, die sich an die Bedürfnisse moderner Golfer anpassen. Erkundige dich auch nach Familien- oder Jugendprogrammen, wenn du mit mehreren Personen spielen möchtest.
Einige Clubs bieten auch Partnerschaften mit anderen Anlagen an, sodass du Zugang zu mehreren Plätzen hast. Dies erweitert deine Möglichkeiten und macht die Mitgliedschaft noch attraktiver. In Deutschland liegen Jahresbeiträge für Vollmitgliedschaften je nach Region zwischen 800 und 2.500 Euro, hinzu kommt oft eine einmalige Aufnahmegebühr zwischen 500 und 5.000 Euro bei etablierten Clubs. 9-Loch-Mitgliedschaften oder Juniorentarife für Spieler unter 18 Jahren liegen häufig bei 30 bis 50 Prozent des regulären Beitrags.
Etikette auf dem Golfplatz
Die Etikette ist ein wichtiger Bestandteil des Golfsports. Dazu gehören:
- Respektiere die Startzeiten anderer Spieler und sei pünktlich.
- Repariere Divots und Pitchmarken, um den Platz in gutem Zustand zu halten.
- Vermeide laute Geräusche und Bewegungen, während andere Spieler schlagen.
- Lass schnellere Spielergruppen passieren, wenn du langsamer spielst.
- Ziehe geeignete Golfkleidung an, die den Regeln des Clubs entspricht.
- Sei rücksichtsvoll gegenüber der Natur und vermeide das Betreten sensibler Bereiche.
Häufige Fehler bei der Platzwahl
Viele Golfer wählen ihren Platz allein nach Optik oder Prestige und übersehen dabei praktische Faktoren. Diese Fehler tauchen besonders oft auf:
- Fehler: Anfänger buchen direkt einen Turnierplatz mit Slope über 140. Besser: Erst auf Executive- oder Parkplätzen mit Slope unter 115 Sicherheit gewinnen.
- Fehler: Die Windverhältnisse eines Linksplatzes werden ignoriert und die Schlägerwahl bleibt wie im Park. Besser: Vor der Runde Windrichtung prüfen und ein bis zwei Schläger tiefer greifen.
- Fehler: Die Cart-Pflicht auf manchen Resort-Anlagen wird übersehen, was zusätzliche 20 bis 40 Euro kostet. Besser: Vorab beim Sekretariat nachfragen und Kosten einplanen.
- Fehler: Startzeiten werden ohne Pufferzeit gebucht, was bei Verspätung zum Ausschluss von der Runde führt. Besser: Mindestens 30 Minuten vor der Startzeit am Platz eintreffen.
- Fehler: Die Platzreife oder das benötigte Handicap für einen Club werden nicht geprüft. Besser: Vorab klären, ob Platzreife oder ein maximales Handicap wie 36 oder 54 verlangt wird.
Besondere Golfplätze weltweit
Es gibt Golfplätze, die sich durch ihre außergewöhnliche Lage oder ihr Design hervorheben. Beispiele sind:
- St. Andrews Links (Schottland): Die „Wiege des Golfsports“ und ein Muss für jeden Golfliebhaber.
- Augusta National Golf Club (USA): Gastgeber des berühmten Masters-Turniers.
- Pebble Beach (USA): Ein atemberaubender Platz entlang der kalifornischen Küste.
- Emirates Golf Club (Dubai): Eine luxuriöse Anlage mit spektakulärem Design.
- Leopard Creek (Südafrika): Ein Platz, der an die Tierwelt des Krüger-Nationalparks grenzt.
Diese Plätze bieten einzigartige Herausforderungen und ein unvergessliches Spielerlebnis. Der Old Course in St. Andrews misst von den Championship-Abschlägen rund 6.721 Meter bei Par 72 und ist bekannt für seine doppelten Grüns, von denen einige über 100 Meter breit sind. Pebble Beach liegt an mehreren Bahnen direkt an Klippen über dem Pazifik, die berühmte Bahn 7 ist mit nur 96 Metern die kürzeste Par-3-Bahn der PGA Tour.
Kosten und Budgetplanung
Die Kosten für das Golfspielen können stark variieren. Greenfees, Mitgliedsbeiträge und zusätzliche Ausgaben wie Ausrüstung und Unterricht sollten in deine Budgetplanung einfließen. Für Anfänger bieten viele Plätze günstige Schnupperangebote oder Flatrates an.
Greenfees für eine 18-Loch-Runde liegen in Deutschland unter der Woche meist zwischen 35 und 70 Euro, am Wochenende zwischen 55 und 120 Euro. Executive-Plätze mit 9 Bahnen sind mit 15 bis 30 Euro deutlich günstiger und eignen sich für kurze Feierabendrunden. Resort-Plätze im Ausland, etwa in Spanien oder Portugal, verlangen häufig zwischen 60 und 150 Euro pro Runde, in Premium-Lagen wie Dubai auch über 200 Euro.
Erkundige dich auch nach Rabatten für Frühbucher oder speziellen Tageszeiten, um Geld zu sparen. Viele Plätze bieten zudem Paketpreise an, die Greenfee und Cart-Nutzung kombinieren. Ein Elektro-Cart kostet zusätzlich meist zwischen 20 und 35 Euro, ein Caddie bei internationalen Turnierplätzen zwischen 50 und 100 Euro pro Runde.
Zusätzliche Services auf Golfplätzen
Moderne Golfplätze bieten eine Vielzahl von Services, die das Spielerlebnis verbessern. Dazu gehören:
- Professionelle Golflehrer für Einzel- oder Gruppenunterricht.
- Restaurants und Bars für Erholung nach der Runde.
- Pro-Shops mit einer Auswahl an Ausrüstung und Bekleidung.
- Wellnessbereiche oder Spas für Entspannung.
- Veranstaltungen wie Turniere oder Themenabende, die das Gemeinschaftsgefühl stärken.
Erkundige dich bei der Auswahl eines Platzes, welche zusätzlichen Dienstleistungen angeboten werden, um deinen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Eine Einzelstunde bei einem PGA-Pro kostet in Deutschland üblicherweise zwischen 50 und 90 Euro für 30 bis 45 Minuten, Gruppenkurse mit vier bis sechs Teilnehmern liegen oft bei 15 bis 25 Euro pro Person und Einheit.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Golfplatz-Typ eignet sich am besten für Anfänger?
Executive-Plätze und Pitch-and-Putt-Anlagen sind ideal, da die Bahnen kurz sind und weniger Hindernisse den Einstieg erschweren. Auch Parkplätze mit Slope-Werten unter 115 bieten ein gutes Lernumfeld, bevor man sich an Linksplätze mit Wind und Dünen wagt.
Was unterscheidet einen Linksplatz von einem Parkplatz konkret?
Linksplätze liegen an der Küste auf sandigem Boden, haben kaum Bäume und sind starkem Wind ausgesetzt, was flachere Schläge erfordert. Parkplätze verlaufen dagegen durch Waldgebiete mit engeren, klar getrennten Fairways und weicherem Boden, der höhere Ballflüge begünstigt.
Brauche ich für jeden Golfplatz eine Platzreife?
Die meisten Clubs in Deutschland verlangen eine Platzreife oder ein Handicap von maximal 54, bevor man allein auf dem 18-Loch-Platz spielen darf. Executive- und Pitch-and-Putt-Plätze sind oft davon ausgenommen und eignen sich deshalb besonders für den Einstieg ohne Platzreife.
Wie viel sollte ich für eine erste Golfausrüstung einplanen?
Ein einfaches Einsteiger-Set mit Bag, Hölzern, Eisen und Putter kostet neu zwischen 250 und 600 Euro, gebrauchte Sets sind bereits ab 100 bis 150 Euro erhältlich. Zusätzlich solltest du 20 bis 40 Euro für Bälle, Tees und Handschuhe einplanen, bevor die ersten Greenfees anfallen.
Foto: Keith J Sfinx/strock.adobe.com
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