Die wichtigsten Golf-Grundregeln sind: Spiele den Ball, wie er liegt, zähle jeden Schlag inklusive Fehlversuche, halte das Tempo auf dem Platz und respektiere die Ehrenordnung (Etikette). Wer diese vier Prinzipien verinnerlicht, kann sich auf fast jedem Platz der Welt problemlos bewegen. Die Details stecken allerdings im Regelwerk von R&A und USGA, das seit 2019 deutlich vereinfacht wurde und aktuell 24 Grundregeln umfasst.
Die Zählweise: Schläge, Handicap und Scorekarte
Jeder Schlag zählt, auch wenn der Ball nur wenige Zentimeter fliegt oder du danebenschlägst (Luftschlag). Auf der Scorekarte trägst du pro Loch die Gesamtzahl deiner Schläge ein, nicht nur die guten. Das Course-Handicap ergibt sich aus deinem Stammvorgabe-Handicap, multipliziert mit dem Slope-Rating des Platzes (Werte zwischen 55 und 155, Standard ist 113) geteilt durch 113, plus dem Course-Rating minus Par.
Ein Beispiel: Bei einem Handicap von 18 und einem Slope von 128 ergibt sich ein Course-Handicap von etwa 20 Schlägen. Diese Schläge werden auf die 18 Löcher nach der Stroke-Index-Tabelle verteilt, die auf jeder Scorekarte abgedruckt ist. Loch mit Stroke Index 1 gilt als schwerstes Loch und bekommt zuerst einen Vorgabeschlag.
Für Turniere gibt es zwei gängige Spielformen: Zählspiel (Stroke Play), bei dem die Gesamtschlagzahl über die Runde zählt, und Lochspiel (Match Play), bei dem jedes Loch einzeln gewonnen, verloren oder halbiert wird. Beim Zählspiel entscheidet am Ende ein einziger Schlag über Sieg oder Niederlage, beim Lochspiel kann ein schlechtes Loch durch ein gutes sofort wieder ausgeglichen werden.
Der Ball liegt, wie er liegt: Das Grundprinzip
Diese Regel klingt simpel, sorgt aber für die meisten Diskussionen auf dem Platz. Landet dein Ball im Rough (hohes Gras), in einem Bunker (Sandhindernis) oder hinter einem Baum, musst du ihn von dort spielen, ohne die Lage zu verbessern. Du darfst weder Gras niedertreten noch Steine oder Äste im unmittelbaren Schwungbereich entfernen, es sei denn, es handelt sich um lose Naturstoffe außerhalb von Hindernissen.
Ausnahmen bestehen bei sogenannten unspielbaren Lagen: Du kannst gegen einen Schlag Strafe den Ball innerhalb von zwei Schlägerlängen droppen, auf der Linie zurückgehen oder zum letzten Abschlagpunkt zurückkehren. Bei Wasserhindernissen, die seit 2019 einheitlich als „Roter Bereich