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Garmin Approach S50 vs S70: Vergleich 2026

by Tobias Bojko

Die Garmin Approach S70 ist die deutlich hochwertigere und teurere Uhr mit Touchscreen, CNC-gefraestem Gehaeuse und PlaysLike-Distanzen direkt im Display, waehrend die aeltere Approach S50 als reine Tasten-Uhr mit kleinerem Funktionsumfang punktet. Fuer Einsteiger bis Handicap 20 reicht die S50 in den meisten Faellen völlig aus, wer aber Caddie-Funktionen und Grün-Konturen will, kommt an der S70 kaum vorbei. Preislich liegen zwischen beiden Modellen aktuell rund 250 bis 300 Euro, was die Kaufentscheidung stark vom Budget abhaengig macht.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Die Approach S50 kam bereits 2016 auf den Markt und wurde seitdem nicht mehr aktualisiert, ist aber gebraucht oder als Restposten noch für 150 bis 220 Euro erhaeltlich. Die S70 wurde 2022 eingefuehrt und bekommt bis heute Software-Updates, unter anderem fuer neue Platzkarten und die sogenannte PlaysLike-Distanz, die Hoehenunterschiede und Wind in die Distanzangabe einrechnet. Ein Beispiel: Bei einem Par 3 mit 145 Metern Entfernung, aber 8 Metern Höhenunterschied bergauf, zeigt die S70 statt der reinen GPS-Distanz eine korrigierte Distanz von etwa 152 Metern an, die S50 kennt diese Funktion nicht.

Beim Gehaeuse setzt Garmin bei der S70 auf ein CNC-gefraestes Aluminiumgehaeuse in 42 oder 47 Millimeter Durchmesser, die S50 kommt in Kunststoff mit 42 Millimetern. Die Akkulaufzeit unterscheidet sich ebenfalls: Die S50 haelt im GPS-Modus etwa 15 Stunden durch, die S70 kommt je nach Groesse auf 15 bis 20 Stunden im GPS-Modus und bis zu 2 Wochen im Smartwatch-Modus.

Touchscreen und Bedienung im Alltag

Die S50 wird ausschliesslich ueber fuenf Tasten bedient, was bei Regen oder mit Handschuhen ein klarer Vorteil ist, weil es keine Fehleingaben durch nasse Finger gibt. Die S70 hat einen Touchscreen, der sich aber bei Bedarf komplett deaktivieren und rein per Tasten bedienen laesst, sodass beide Uhren auch bei schlechtem Wetter zuverlaessig funktionieren.

Im praktischen Einsatz auf der Runde zeigt sich: Wer schnell zwischen Loch-Layout, Distanz zur Fahne und Distanz zu Hindernissen wechseln will, ist mit dem Touchscreen der S70 im Schnitt 1 bis 2 Sekunden schneller pro Abfrage. Bei durchschnittlich 60 bis 80 Distanzabfragen pro Runde summiert sich das auf 1 bis 2 Minuten Zeitersparnis, was in der Praxis kaum ins Gewicht faellt, aber den Bedienkomfort spuerbar erhoeht.

Distanzmessung und Genauigkeit

Beide Uhren nutzen GPS und Glonass beziehungsweise Galileo zur Positionsbestimmung und zeigen Distanzen zur Mitte, zur Front und zum hinteren Ende des Grüns an. Die Grundgenauigkeit unterscheidet sich kaum, in Tests liegen beide Modelle bei Abweichungen von 1 bis 3 Metern zur tatsaechlichen Distanz, was fuer die Schlaegerwahl mehr als praezise genug ist.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Interpretation der Daten. Die S70 zeigt bei ueber 42.000 Golfplaetzen weltweit sogenannte Green Contours an, also eine grobe Topografie des Grüns mit Andeutung von Kuppen und Senken. Bei einem 12-Meter-Putt mit 2 Metern seitlichem Break kann das den Unterschied zwischen einem 2-Putt und einem 3-Putt ausmachen. Die S50 zeigt nur die reine Grün-Form ohne Hoehenlinien, was fuer die Anspiel-Distanz reicht, beim Putten aber weniger Informationen liefert.

Preis-Leistungs-Vergleich in Zahlen

KriteriumApproach S50Approach S70
Neupreis bei Markteinfuehrungca. 350 Euroca. 600 Euro (42mm) / 650 Euro (47mm)
Aktueller Preis (Occasion/Restposten)150-220 Euro400-550 Euro
GehaeusematerialKunststoffCNC-Aluminium
TouchscreenNeinJa, abschaltbar
PlaysLike-DistanzNeinJa
Green ContoursNeinJa
Akkulaufzeit GPS-Modusca. 15 Stunden15-20 Stunden
Empfohlen fuer Handicap36-1520-Plus, ambitionierte Spieler

Fuer welchen Golfer lohnt sich welches Modell

Anfaenger mit Handicap 30 bis 54, die gerade erst die Grundlagen der Distanzmessung lernen, brauchen keine Green Contours oder PlaysLike-Berechnung. Hier reicht die S50 vollkommen, zumal das Geld besser in Golfstunden oder einen anstaendigen Satz Eisen investiert ist. Ab Handicap 20 und darunter, wenn Spieler beginnen, ihre Distanzen pro Schlaeger genauer zu kennen und Layup-Entscheidungen treffen, macht die PlaysLike-Funktion der S70 mehr Sinn.

Wer regelmaessig auf hügeligen Plaetzen spielt, etwa im Schwarzwald, Allgaeu oder in Oesterreich, profitiert staerker von der Hoehenkorrektur als jemand, der ausschliesslich auf flachen Nordsee-Plaetzen unterwegs ist. Bei einem typischen Höhenunterschied von 10 bis 15 Metern kann die reale Spielentfernung um 5 bis 10 Meter von der reinen GPS-Distanz abweichen, was bei einem Eisen 7 mit 130 Metern Reichweite schnell ueber oder unter das Grün fuehrt.

Haeufige Fehler beim Kauf einer Golfuhr

  • Fehler: Man kauft das teuerste Modell, obwohl man erst seit einer Saison spielt. Besser: Erst mit einer einfachen GPS-Uhr wie der S50 die Grunddistanzen lernen, dann bei Bedarf upgraden.
  • Fehler: Man verlaesst sich blind auf die PlaysLike-Distanz, ohne die eigenen Schlaegerweiten zu kennen. Besser: Erst durch Tracking oder Trackman die eigenen Carry-Distanzen pro Eisen ermitteln, dann die Zusatzfunktion sinnvoll nutzen.
  • Fehler: Die Uhr wird nur zur Distanzmessung genutzt, Shot-Tracking und Statistik-Funktionen bleiben ungenutzt. Besser: Auto-Shot-Detection aktivieren, um nach der Runde echte Daten zu Fairway-Treffern und Putt-Anzahl auszuwerten.
  • Fehler: Man kauft die 47mm-Version der S70, obwohl das Handgelenk schmal ist. Besser: Vor dem Kauf beide Groessen anprobieren, die 42mm-Version reicht fuer die meisten Handgelenke unter 17 Zentimeter Umfang.

Zubehoer und laufende Kosten

Beide Uhren benoetigen keine Abo-Gebuehr fuer die Platzkarten, im Gegensatz zu manchen Konkurrenzmodellen anderer Hersteller. Garmin aktualisiert die Kursdaten kostenlos ueber die Garmin-Golf-App, die fuer iOS und Android verfuegbar ist. Ein zusaetzliches Ladekabel kostet bei beiden Modellen etwa 15 bis 20 Euro, da beide ein proprietaeres Garmin-Ladekabel nutzen und keinen USB-C-Standard verwenden.

Fuer die S70 gibt es zusaetzlich austauschbare Armbaender in Silikon oder Leder fuer 30 bis 50 Euro, waehrend bei der S50 meist nur das Standardarmband in Schwarz oder Weiss verfuegbar ist. Wer die Uhr auch im Alltag als Fitness-Tracker nutzen will, findet bei der S70 mehr Sport-Profile wie Laufen, Radfahren und Schwimmen, die S50 ist funktional staerker auf Golf beschraenkt.

FAQ zur Garmin Approach S50 und S70

Lohnt sich der Aufpreis von der S50 zur S70 wirklich?

Das haengt vom Spielniveau ab. Fuer Spieler mit Handicap unter 20, die regelmaessig auf hügeligen Plaetzen spielen und Putts strategischer angehen wollen, rechtfertigen Green Contours und PlaysLike-Distanz den Aufpreis von 250 bis 300 Euro. Fuer Gelegenheitsspieler ist die S50 die wirtschaftlichere Wahl.

Wird die Approach S50 noch mit Updates versorgt?

Garmin liefert weiterhin Kursdaten-Updates ueber die Golf-App, grosse Software-Neuerungen wie neue Funktionen gibt es fuer die S50 aber nicht mehr, da das Modell technisch eingestellt ist. Die Kernfunktionen zur Distanzmessung bleiben davon unberuehrt.

Kann ich die Approach S70 auch ohne Touchscreen bedienen?

Ja, in den Einstellungen laesst sich der Touchscreen komplett deaktivieren, sodass die Uhr ausschliesslich ueber die fuenf physischen Tasten bedient wird. Das ist besonders bei Regen oder mit Handschuhen praktisch und macht die S70 genauso zuverlaessig wie die S50.

Ist die Akkulaufzeit im Alltag ausreichend fuer eine Golfwoche im Urlaub?

Bei taeglichem Gebrauch mit einer Runde von etwa 4 Stunden im GPS-Modus reicht der Akku beider Uhren fuer 3 bis 4 Runden ohne Nachladen. Fuer eine komplette Golfwoche mit 5 bis 7 Runden sollte man das Ladekabel trotzdem einpacken, um auf Nummer sicher zu gehen.

Golf-GPS-Uhren — die drei Preisklassen im Vergleich

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