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Bridgestone Tour B RX vs Titleist AVX im Vergleich 2026

by Tobias Bojko

Der Bridgestone Tour B RX richtet sich an Golfer mit moderatem Schwungtempo, die einen weichen, aber kontrollierten Ballflug suchen, waehrend der Titleist AVX vor allem durch seinen extrem niedrigen Ballflug und die weiche Anfuehlung um das Gruen punktet. Beide Baelle kosten in etwa das Gleiche, rund 45 bis 50 Euro pro Dutzend, unterscheiden sich aber deutlich in der Flugkurve. Wer viel Spin um das Gruen und ein weiches Feedback beim Putt sucht, liegt beim AVX richtig, wer eher Distanz und ein verzeihenderes Verhalten bei Fehlschlaegen will, ist beim Tour B RX besser aufgehoben.

Was unterscheidet die beiden Baelle technisch

Der Tour B RX von Bridgestone ist ein dreiteiliger Ball mit einem groesseren, weicheren Kern, der speziell fuer Schwunggeschwindigkeiten unter etwa 90 Meilen pro Stunde (mph) am Driver ausgelegt ist, also fuer Golfer mit Handicaps zwischen 15 und 30. Er soll bei geringerem Kraftaufwand trotzdem einen hohen, tragenden Ballflug erzeugen. Die Aussenschicht ist relativ weich, was das Gefuehl beim Putt und Chip verbessert, ohne dass die Haltbarkeit stark leidet.

Der Titleist AVX ist ebenfalls ein dreiteiliger Ball, allerdings mit einer anderen Zielsetzung: Er soll einen niedrigeren, spinreduzierten Flug vom Tee liefern, dabei aber im kurzen Spiel deutlich mehr Spin und ein sehr weiches Anfuehlgefuehl bieten. Titleist positioniert den AVX nicht als Ball fuer eine bestimmte Schwunggeschwindigkeit, sondern als Alternative zum Pro V1 fuer Spieler, die einen weicheren Kompressionspunkt und eine flachere Flugkurve bevorzugen. Das kann fuer Golfer mit hoher Schwunggeschwindigkeit ebenso interessant sein wie fuer solche mit moderatem Tempo.

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Ballflug und Distanz vom Abschlag

Beim Abschlag zeigen beide Baelle klare, aber unterschiedliche Charakteristiken. Der Tour B RX erzeugt durch seinen weicheren Kern und die Konstruktion einen hohen, weit tragenden Ballflug mit vergleichsweise wenig Seitenspin, was Fehlschlaege wie Slice oder Hook etwas verzeiht. Das kommt besonders Golfern mit Schwunggeschwindigkeiten von 80 bis 95 mph zugute, die Schwierigkeiten haben, genug Ballgeschwindigkeit fuer Distanz aufzubauen.

Der AVX dagegen fliegt bewusst niedriger und mit weniger Backspin vom Driver. Das reduziert die Anfaelligkeit fuer starke Seitenwinde und kann bei Golfern mit hoher Schwunggeschwindigkeit ein Ballooning, also ein zu hohes Wegsteigen des Balls, verhindern. Fuer Spieler mit langsamerem Schwung kann der niedrigere Flug allerdings bedeuten, dass der Ball frueher landet und weniger Rolle mitbringt, wenn der Untergrund nicht optimal trocken ist.

Kontrolle und Spin im kurzen Spiel

Um das Gruen zeigt sich der groesste Unterschied. Der AVX gilt als einer der spinstaerksten Baelle im Titleist-Sortiment bei Annaeherungen und Chips innerhalb von 50 Metern, was praeziseres Stoppen auf schnellen Gruens ermoeglicht. Das weiche Coversystem sorgt zudem fuer ein sehr sanftes Gefuehl beim Putt, was viele Spieler als Feedback-Vorteil empfinden.

Der Tour B RX bietet ebenfalls ordentlichen Spin im kurzen Spiel, liegt aber tendenziell etwas darunter, da die Gesamtkonstruktion mehr auf Distanzgewinn als auf maximale Kontrolle ausgelegt ist. Für Golfer, die regelmaessig Annaeherungsschlaege aus 60 bis 90 Metern spielen und dabei Spin brauchen, um auf hart gemaehten Gruens zu stoppen, kann der AVX hier spuerbare Vorteile bringen, waehrend der Tour B RX eher Sicherheit und Vorhersehbarkeit liefert.

Direkter Vergleich in Zahlen und Eigenschaften

KriteriumBridgestone Tour B RXTitleist AVX
Konstruktion3-teilig, weicher Kern3-teilig, weiche Cover
Zielgruppe Schwunggeschwindigkeitca. 80-95 mphkeine feste Vorgabe, breiter einsetzbar
Ballflug vom Teehoch, weit tragendniedrig, spinreduziert
Spin im kurzen Spielgut, moderatsehr hoch
Gefuehl am Puttweichsehr weich
Typisches Handicap15 bis 300 bis 20, breit einsetzbar
Preis pro Dutzend (ca.)45 Euro50 Euro

Fuer welchen Spielertyp eignet sich welcher Ball

Golfer mit einem Handicap zwischen 18 und 30, die vor allem mehr Carry-Distanz vom Abschlag suchen und mit Fehlschlaegen kaempfen, profitieren tendenziell vom Tour B RX. Der hohe, verzeihende Ballflug hilft, Distanzverluste bei nicht ganz mittigem Treffpunkt auf der Schlaegerflaeche zu begrenzen. Wer zusaetzlich Wert auf ein weiches Puttgefuehl legt, bekommt das ohne Aufpreis mit.

Der AVX passt eher zu Golfern, die bereits einen kontrollierten Schwung haben, aber einen weicheren Ball als den Pro V1 wollen, etwa weil sie empfindliche Haende haben oder das Feedback beim Putt praeziser spueren moechten. Auch Spieler mit hoher Schwunggeschwindigkeit, die zu viel Backspin und dadurch Ballooning bei starkem Wind produzieren, koennen vom niedrigeren Ballflug des AVX profitieren. Handicap ist hier weniger entscheidend als individuelle Schwungmerkmale.

Haeufige Fehler bei der Ballwahl

  • Fehler: Den teuersten Ball kaufen, ohne die eigene Schwunggeschwindigkeit zu kennen. Besser: Schwunggeschwindigkeit beim Fitting oder mit einem Launch Monitor messen lassen, bevor man sich festlegt.
  • Fehler: Staendig zwischen verschiedenen Ballmodellen wechseln. Besser: Eine Saison lang bei einem Modell bleiben, um ein Gefuehl fuer Spin und Distanz zu entwickeln.
  • Fehler: Nur auf die Distanz vom Abschlag achten. Besser: Auch das Verhalten bei Annaeherungsschlaegen und am Putt testen, da hier die meisten Schlaege pro Runde anfallen.
  • Fehler: Baelle nach Optik oder Markenimage waehlen. Besser: Auf konkrete Konstruktionsmerkmale wie Kernhaerte und Coverdicke achten, die zur eigenen Schwunggeschwindigkeit passen.

Praktischer Test auf dem Platz

Ein realistischer Vergleich gelingt am besten mit je einem Sleeve, also drei Baellen, von beiden Modellen ueber zwei bis drei Runden hinweg. Wichtig ist, bei aehnlichen Wetterbedingungen zu spielen, da Wind und Bodenfeuchte den Ballflug stark beeinflussen. Notiert werden sollten die Carry-Distanz mit dem Driver, das Stoppverhalten bei Annaeherungen aus 50 bis 70 Metern und das subjektive Gefuehl beim Putt aus 2 bis 4 Metern.

Viele Golfanlagen mit angeschlossenem Pro Shop bieten kleine Testpackungen oder Einzelbaelle an, sodass man nicht gleich ein ganzes Dutzend kaufen muss. Auch Fitting-Termine bei groesseren Golfhaendlern beinhalten teilweise einen Ballvergleich mit Trackman-Daten zu Spinrate und Abflugwinkel, was objektivere Werte liefert als das reine Bauchgefuehl auf dem Platz.

Haeufig gestellte Fragen

Ist der Titleist AVX besser als der Pro V1?

Nicht grundsaetzlich besser, sondern anders ausgelegt. Der AVX fliegt niedriger und weicher, waehrend der Pro V1 einen etwas hoeheren Ballflug und eine festere Anfuehlung bietet. Welcher Ball besser passt, haengt von der individuellen Schwungcharakteristik ab.

Passt der Bridgestone Tour B RX auch fuer Golferinnen mit niedrigem Handicap?

Grundsaetzlich ja, wenn die Schwunggeschwindigkeit im empfohlenen Bereich von etwa 80 bis 95 mph liegt. Handicap allein ist kein verlaesslicher Indikator, da auch erfahrene Spielerinnen mit moderatem Tempo unterwegs sein koennen.

Wie oft sollte man den Golfball wechseln?

Ein Ball sollte spaetestens nach sichtbaren Schnitten, tiefen Kratzern oder nach etwa 9 bis 18 Loechern intensiver Nutzung ausgetauscht werden, da Beschaedigungen den Ballflug und Spin negativ beeinflussen. Bei Waldloechern mit vielen Waterhazards empfiehlt sich ohnehin ein guenstigerer Ball.

Lohnt sich ein teurer Premiumball fuer Anfaenger?

Nur bedingt, da Anfaenger oft mehr Baelle verlieren und von der Feinabstimmung bei Spin und Kompression noch weniger profitieren als fortgeschrittene Spieler. Ein guenstigerer Ball mit hoher Verzeihung ist meist sinnvoller, bis der Schwung konstanter wird.

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