Home Golf TrainingBesser Putten im Golf: 5 Tipps für weniger Putts pro Runde

Besser Putten im Golf: 5 Tipps für weniger Putts pro Runde

Ein 3-Putt kann jede Runde ruinieren. Hier erfährst du, warum Putten über dein Handicap entscheidet

by Tobias Bojko
Besser Putten

Besser Putten im Golf: Warum du dein Handicap auf dem Grün verlierst – und wie du es änderst

Ein verschobener Putt kann deine Runde ruinieren. Wer sein Handicap verbessern will, muss zuerst am Putter ansetzen: Weniger Putts pro Runde erreichst du mit klaren Zieldistanzen, einer festen Pre-Shot-Routine und gezieltem Training auf 1 bis 3 Meter. In diesem Artikel erfährst du, warum das Putten so entscheidend ist – und wie du es mit System verbesserst.

1. Die Geschichte eines verlorenen Turniers

Stell dir Folgendes vor: Ein Clubturnier. Ein erfahrener Spieler, Mitte 40, spielt eine seiner besten Runden des Jahres. Er trifft fast jedes Fairway, seine Eisenschläge sitzen, er liegt auf Kurs für eine 79 – sein persönlicher Rekord. Doch dann kommt die 17: Par 4, einfacher Abschlag, solider Approach – der Ball liegt zwei Meter vom Loch entfernt. Der Birdie ist greifbar. Stattdessen: Er puttet zu kurz. Nervös geworden, liest er den Rückputt falsch – und schiebt ihn vorbei.3 Putt. Bogey. Momentum weg. Auf der 18 das gleiche Spiel. Wieder 3 Putts. Am Ende steht eine 82 – und das Wissen: „Ich habe nicht durch meinen Schwung verloren – sondern mit dem Putter.“Das ist keine Seltenheit. In der Realität verlieren über 70% aller Golfer mehr Schläge auf dem Grün als irgendwo sonst auf dem Platz.

2. Die brutale Wahrheit: Deine Putts ruinieren dein Handicap

Viele Spieler investieren Stunden auf der Driving Range. Sie holen sich neue Driver, buchen Trainerstunden für den Rückschwung – aber auf dem Putting-Green? Vielleicht 5 Minuten vor der Runde, und das halbherzig.Dabei ist Putten der Bereich mit dem größten Einfluss auf dein Score – und gleichzeitig der am einfachsten zu verbessernde.Beispielhafte Zahlen aus dem Amateurbereich:

  • ⛳ Durchschnittliche Putts pro Runde bei HCP 20: 36–40
  • ⛳ 3-Putts pro Runde: 4–6
  • ⛳ Spieler mit HCP 10: 30–32 Putts, kaum 3-Putts

Ein einziger vermiedener Drei-Putt pro Runde macht 20–30 Schläge weniger im Jahr. Das ist der Unterschied zwischen Frust-Score und persönlicher Bestleistung. Zur Einordnung: Bei 18 Löchern und rund 4 Runden pro Monat summieren sich vermiedene Drei-Putts schnell zu einem halben Schlag Handicap-Verbesserung innerhalb einer Saison – ganz ohne einen einzigen zusätzlichen Meter Schlaglänge.

3. Putts pro Runde nach Handicap-Stufe im Vergleich

Wie viele Putts realistisch sind, hängt stark vom Handicap ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Richtwerte, mit denen du deine eigene Statistik vergleichen kannst. Wer sein Handicap von 20 auf 10 senken will, muss die Zahl der Drei-Putts fast auf null reduzieren – Zwei-Putts werden zum Standard.

HandicapPutts pro Runde (Ø)3-Putts pro RundePutts aus 2 Metern (Erfolgsquote)
HCP 28–36 (Anfänger)40–447–9ca. 50%
HCP 18–2736–404–6ca. 65%
HCP 10–1732–352–3ca. 80%
HCP 0–928–310–1über 90%

Wenn du deine eigenen Runden trackst, notiere mindestens die Gesamtzahl der Putts und die Anzahl der Drei-Putts. Schon nach 5 Runden erkennst du ein Muster – meist liegt der größte Hebel bei Distanzen zwischen 1,5 und 3 Metern, nicht bei den langen Annäherungsputts.

4. Die drei größten Fehler beim Putten – und wie du sie vermeidest

Viele Golfer haben keine Putt-Routine. Keine Vorstellung von Zielpunkten. Keine Technik für Geschwindigkeit. Deshalb sieht man oft dieselben Fehler:❌ Fehler 1: Putten ohne Tempo-GefühlEin Putt lebt vom Gefühl für Geschwindigkeit. Du kannst perfekt zielen – aber wenn der Ball zu stark oder zu schwach gespielt ist, hast du keine Chance.Typisches Beispiel: Der erste Putt aus 8 Metern geht deutlich zu lang – der Rückputt ist nervig lang. Du bist mental unter Druck – der nächste geht vorbei. 3-Putt.❌ Fehler 2: Kein Ziel, nur „aufs Loch“Gute Putter zielen nicht aufs Loch, sondern auf einen Zwischenpunkt – z. B. eine Stelle 30 cm vor dem Ball, auf der idealen Linie.Ein kontrollierter Putt wird wie ein Schlag auf eine Linie gespielt – nicht auf ein Ziel im Raum. Diese Perspektive verändert alles.❌ Fehler 3: Keine Routine, keine WiederholbarkeitWas du brauchst: Eine klare Abfolge, die dich in einen vertrauten mentalen Zustand versetzt. Eine gute Pre-Shot-Routine senkt deinen Puls, stabilisiert den Bewegungsablauf – und macht Putts auch unter Druck erfolgreich.

5. Weitere Fehlerquellen, die dein Handicap kosten

Neben den drei Hauptfehlern schleichen sich bei vielen Spielern zusätzliche Schwächen ein, die im Training kaum auffallen, auf dem Platz aber Schläge kosten. Hier die häufigsten Fehler im Überblick – und was du stattdessen tun solltest:

  • Fehler: Zu viel Handgelenkeinsatz beim Putten. Stattdessen: Handgelenke fixieren, Bewegung ausschließlich aus den Schultern erzeugen – das reduziert unkontrollierte Winkelabweichungen von wenigen Grad, die auf 3 Metern schon 10–15 cm Abweichung bedeuten können.
  • Fehler: Grünlesen im Stehen aus einer Perspektive. Stattdessen: Break aus mindestens zwei Blickwinkeln prüfen, idealerweise von der Seite in Kniehöhe, um Gefälle realistisch einzuschätzen.
  • Fehler: Zu schnelles Putten unter Zeitdruck. Stattdessen: Feste Anzahl an Probeschwüngen (2, nicht 5) einhalten, damit die Routine planbar bleibt und nicht von Nervosität verkürzt wird.
  • Fehler: Putterlänge und Lie-Winkel passen nicht zur Körpergröße. Stattdessen: Putter im Fachhandel fitten lassen – bereits 2–3 cm falsche Länge verändern die Augenposition über dem Ball deutlich.
  • Fehler: Nur auf ebenen Flächen trainieren. Stattdessen: Gezielt Übungsgrüns mit Gefälle suchen, da echte Runden selten komplett flache Putts bieten.
6. Der Schlüssel: Technik + Gefühl + System
Gutes Putten basiert auf einem einfachen, aber stabilen Bewegungsmuster. Kein Hokus-Pokus, sondern reproduzierbare Mechanik:

  • 🔁 Pendelschwung: Der Putter schwingt kontrolliert aus den Schultern, die Handgelenke bleiben stabil.
  • 🪞 Square Setup: Augen über dem Ball, Schultern parallel zur Ziellinie.
  • 🧘 Konstanz: Immer gleiche Griffhaltung, gleiche Standbreite, gleiche Routine.

Deine 4-Schritte-Putt-Routine:

  1. Lesen: Wo ist der höchste Punkt (Break)? Zielpunkt festlegen – nicht das Loch!
  2. Gefühl vorbereiten: 2 Probeschwünge mit Blick auf die Distanz, nicht auf den Ball
  3. Setzen: Ziel fixieren, Ball ansprechen, ruhig atmen
  4. Durchziehen: Kein Zögern – durchschwingen wie geplant

Halte dich in der Praxis an ein Zeitfenster von 10 bis 15 Sekunden pro Putt ab dem Moment, in dem du hinter dem Ball stehst. Das ist lang genug für eine saubere Vorbereitung, aber kurz genug, um Overthinking zu vermeiden – ein Faktor, der besonders bei Turnierdruck über Erfolg oder Drei-Putt entscheidet.

7. Deine erste Trainingsübung: Das 3-Zonen-Putten
3-zonen-putting

3-zonen-putting

Ziel:Stärkung der kurzen Putts (1–3 Meter), Aufbau von Selbstvertrauen und Wiederholbarkeit.Aufbau:

  • ⛳️ Markiere 3 Putt-Distanzen mit Tees: 1 Meter, 2 Meter, 3 Meter
  • ⛳️ Putter, 3 Bälle, ruhiges Übungsgrün oder ebenes Teppichstück
  • ⛳️ Putte je 3 Bälle aus jeder Zone Richtung Loch

Wertung:

  • 1 Punkt pro Treffer
  • Ziel: Mindestens 7 von 9 Putts versenken

Fortgeschritten:Führe die Übung 3x hintereinander mit Pause durch. Ziel: In Runde 3 noch über 80% Trefferquote halten – das simuliert mentalen Druck.Effekt:Du baust Sicherheit auf den Distanzen auf, die in der Realität am häufigsten zum Score-Killer werden. Die 1–3 Meter sind entscheidend für Pars, Bogeys – und auch Birdies. Plane für diese Übung mindestens 15 Minuten dreimal pro Woche ein – das reicht in der Regel aus, um innerhalb von 4 bis 6 Wochen eine messbare Verbesserung der Erfolgsquote aus 2 Metern von z. B. 65% auf 80% zu erreichen.

8. Ausrüstung, die beim Putten tatsächlich hilft

Nicht jedes Trainingsgerät bringt echten Fortschritt. Sinnvoll sind vor allem Hilfsmittel, die eines der drei Kernprobleme direkt adressieren: Ausrichtung, Tempo oder Wiederholbarkeit. Eine Putting-Matte mit Rückgabefunktion eignet sich für tägliches Training zuhause, besonders für die 1- bis 2-Meter-Distanz. Trainingshilfen mit Schienen oder Toren zwingen zu einem geraden Rückschwung und decken Fehlausrichtungen von wenigen Grad auf, die mit blossem Auge kaum erkennbar sind. Beim Putter selbst lohnt sich ein Fitting, sobald du regelmäßig unter 18 Löchern spielst – Schaftlänge, Lie-Winkel und Griffstärke beeinflussen die Präzision stärker als das Kopfdesign.

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9. Fazit: Deine Scores beginnen und enden auf dem Grün

Putten ist keine Nebensache. Es ist der wichtigste Teil deines Spiels, wenn du dein Handicap verbessern willst. Keine andere Disziplin beeinflusst deinen Score so stark mit so wenig körperlichem Aufwand.Und das Beste: Du kannst Putten überall trainieren – auf dem Übungsgrün, zuhause im Wohnzimmer, sogar im Büro. Du brauchst keine 200 Meter Schläge, sondern Kontrolle auf 2 Meter.💡 Beginne heute mit dem 3-Zonen-Putten. Baue eine Routine auf. Und bleib dran – denn schon morgen geht’s weiter mit dem nächsten Schlüssel zum Erfolg.📅 Morgen: Zielorientiertes Putten – So erkennst du deine wahren Schwächen

FAQ: Häufige Fragen zum Putten

Wie viele Putts pro Runde sind normal?

Bei Handicap 20 liegen die meisten Spieler bei 36 bis 40 Putts pro 18 Löcher, oft mit 4 bis 6 Drei-Putts. Ab Handicap 10 sinkt die Zahl auf 30 bis 32 Putts, Drei-Putts werden selten.

Wie oft sollte ich Putten trainieren?

Drei Einheiten à 15 Minuten pro Woche reichen aus, um die Erfolgsquote aus 2 Metern innerhalb von 4 bis 6 Wochen deutlich zu steigern. Wichtiger als die Dauer ist die Regelmäßigkeit direkt an kurzen Distanzen von 1 bis 3 Metern.

Welche Putterlänge ist die richtige?

Die Standardlängen liegen zwischen 33 und 35 Zoll, abhängig von Körpergröße und Setup. Ein Fitting im Fachhandel lohnt sich, sobald schon 2 bis 3 cm falsche Länge die Augenposition über dem Ball sichtbar verändern.

Was bringt eine Putting-Matte wirklich?

Eine Putting-Matte mit Rückgabefunktion ermöglicht tägliches Training der kurzen Distanzen ohne Platzbesuch. Besonders wirksam ist sie für die Wiederholung der Pre-Shot-Routine und für das Training des geraden Rückschwungs auf 1 bis 2 Metern.

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