Warum regelmäßige Chipping-Übungen entscheidend sind
Wer seinen Score um 5 bis 8 Schläge pro Runde senken will, kommt am kurzen Spiel nicht vorbei: Fünf gezielte Chipping-Übungen – Zielkreis, Flug-und-Roll, Hütchen-Drill, Leiter-Drill und Hanglagen-Training – reichen aus, um Präzision und Distanzkontrolle innerhalb von 4 bis 6 Trainingswochen deutlich zu verbessern. Chipping ist eine Kunst, die Geduld, Präzision und regelmäßiges Training erfordert. Selbst kleine Verbesserungen in deiner Technik können große Auswirkungen auf deinen Score haben, denn rund 60 Prozent aller Schläge einer durchschnittlichen Runde finden innerhalb von 30 Metern um das Grün statt.
Chipping-Übungen helfen dir, deine Ballkontrolle zu verfeinern, deine Zielgenauigkeit zu verbessern und in jeder Spielsituation selbstbewusst zu agieren. Ein Golfer mit Handicap 18 verliert im Schnitt 3 bis 4 Schläge pro Runde allein durch ungenaues Chipping – bei Handicap 10 sind es meist noch 1 bis 2 Schläge. In diesem Artikel stellen wir dir praktische und effektive Chipping-Übungen vor, die dein kurzes Spiel auf das nächste Level bringen – egal ob auf dem Golfplatz, der Driving Range oder zu Hause.
Die richtige Ausrüstung für effektives Chipping-Training
Bevor du mit den Übungen startest, solltest du deine Schlägerwahl überprüfen. Für Chips bis 10 Meter eignet sich meist ein Pitching Wedge (44-48 Grad) oder Gap Wedge (50-52 Grad), für kürzere, hohe Chips über Hindernisse ein Sand Wedge (54-56 Grad) oder Lob Wedge (58-60 Grad). Spieler mit Handicap über 20 sollten zunächst mit einem einzigen Wedge trainieren, etwa dem 56-Grad-Sand-Wedge, um ein grundlegendes Gefühl für Balllage und Schwunglänge zu entwickeln, bevor sie auf mehrere Schläger wechseln.
Hilfreich sind zudem einfache Trainingshilfen: Alignment Sticks für die exakte Ausrichtung von Stand und Schlägerblatt, ein Handtuch oder Ringe als Landezonen-Markierung sowie Tees zur Abgrenzung von Zielbereichen. Wer zu Hause üben möchte, greift zu Schaumstoffbällen, die auf Teppich oder im Garten keine Schäden verursachen. Ein komplettes Übungsset für den Garten kostet in der Regel zwischen 15 und 40 Euro, abhängig von Ballqualität und Zubehör. Die folgende Übersicht zeigt, welche Schlägerwahl zu welcher Distanz und Flugkurve passt:
| Schläger | Grad (Loft) | Ideale Distanz | Flug-Roll-Verhältnis |
|---|---|---|---|
| Pitching Wedge | 44-48° | 15-30 Meter | 1:3 (kurzer Flug, langes Rollen) |
| Gap Wedge | 50-52° | 10-20 Meter | 1:2 |
| Sand Wedge | 54-56° | 5-15 Meter | 1:1 |
| Lob Wedge | 58-60° | 3-10 Meter | 2:1 (langer Flug, kurzes Rollen) |
Diese Faustregeln ersetzen keine individuelle Anpassung, geben aber eine solide Orientierung für die folgenden Übungen.
1. Die Zielkreis-Übung
Der Zielkreis ist eine klassische Übung, die dir hilft, deine Präzision zu verbessern und deine Chips konsequent in der Nähe des Lochs zu platzieren.
So funktioniert die Übung:
- Zeichne einen Kreis um das Loch mit einem Radius von ca. 1 Meter.
- Chippe 10 Bälle aus unterschiedlichen Entfernungen (z. B. 5, 10 und 15 Meter).
- Versuche, so viele Bälle wie möglich innerhalb des Kreises zu platzieren.
Fortgeschrittene Variation: Verkleinere den Kreis oder erhöhe die Entfernung, um die Schwierigkeit zu steigern. Als Richtwert gilt: Wer bei 10 Metern Entfernung 7 von 10 Bällen im 1-Meter-Radius platziert, spielt auf einem Niveau von etwa Handicap 12 oder besser.
2. Die Flug- und Roll-Übung
Diese Übung hilft dir, das Verhältnis von Flug- und Rollphase zu kontrollieren. Du lernst, den Ball gezielt zu landen und anschließend kontrolliert rollen zu lassen.
So funktioniert die Übung:
- Lege eine Markierung (z. B. ein Handtuch) an die Stelle, wo der Ball landen soll.
- Wähle ein zweites Ziel, an dem der Ball zum Stillstand kommen soll.
- Chippe den Ball so, dass er genau auf der ersten Markierung landet und dann zur zweiten Markierung rollt.
Fortgeschrittene Variation: Nutze unterschiedliche Schläger, um die Flug- und Rollphasen zu variieren. Teste beispielsweise denselben Chip mit einem 48-Grad- und einem 58-Grad-Wedge und vergleiche, wie stark sich die Rolllänge um bis zu 3 bis 5 Meter unterscheidet.
3. Die Hütchen-Übung
Die Hütchen-Übung trainiert deine Zielgenauigkeit und deine Fähigkeit, Chips aus verschiedenen Winkeln zu spielen.
So funktioniert die Übung:
- Platziere mehrere Hütchen oder Marker in unterschiedlichen Entfernungen und Winkeln um das Loch.
- Chippe den Ball zu jedem Hütchen und versuche, ihn so nah wie möglich zu platzieren.
- Wechsle die Reihenfolge der Ziele, um dich auf verschiedene Situationen einzustellen.
Fortgeschrittene Variation: Füge Hindernisse hinzu, wie z. B. Grasbüschel oder kleine Sandhaufen, um realistische Spielsituationen zu simulieren. Plane für diese Übung mindestens 20 Minuten pro Trainingseinheit ein, um jedes Hütchen mit 5 bis 8 Bällen anzuspielen.
4. Der Leiter-Drill
Der Leiter-Drill ist eine hervorragende Übung, um deine Distanzkontrolle zu verbessern und ein Gefühl für unterschiedliche Schlaglängen zu entwickeln.
So funktioniert die Übung:
- Markiere auf dem Green mehrere Zielzonen in gleichen Abständen (z. B. 3, 6, 9 und 12 Meter).
- Chippe nacheinander einen Ball in jede Zielzone, beginnend mit der kürzesten Entfernung.
- Versuche, die Zielzonen mit möglichst wenigen Schlägen zu treffen.
Fortgeschrittene Variation: Spiele die Zielzonen in zufälliger Reihenfolge an, um deinen Fokus und deine Präzision zu schärfen. Notiere dir über 4 Wochen hinweg deine Trefferquote pro Zone – eine Verbesserung von 20 Prozent gilt als realistisches Trainingsziel.
5. Hanglagen-Übung
Diese Übung hilft dir, Chips aus Hanglagen zu meistern – eine häufige Herausforderung auf dem Golfplatz.
So funktioniert die Übung:
- Suche auf der Driving Range oder dem Übungsplatz eine Hanglage (bergauf oder bergab).
- Chippe 10 Bälle aus der Hanglage und achte darauf, deine Technik an die Neigung anzupassen.
- Fokussiere dich auf Stabilität und einen sauberen Ballkontakt.
Fortgeschrittene Variation: Übe Chips aus seitlichen Hanglagen, um deine Vielseitigkeit zu steigern. Bei einer Neigung von mehr als 10 Grad solltest du grundsätzlich einen Schläger mit 2-4 Grad mehr Loft wählen, um den veränderten effektiven Anstellwinkel auszugleichen.
Weitere Drills für Fortgeschrittene
6. Die Drucksituation-Übung
Diese Übung simuliert den Druck einer Wettkampfsituation und hilft dir, unter Stress präzise zu chippen.
So funktioniert die Übung:
- Setze dir ein klares Ziel, z. B. 5 von 10 Bällen innerhalb eines 1-Meter-Radius um das Loch zu landen.
- Stelle dir vor, dass du in einem Turnier spielst, und konzentriere dich auf jeden einzelnen Schlag.
- Notiere deine Ergebnisse und arbeite daran, deine Quote zu verbessern.
Fortgeschrittene Variation: Übe mit Freunden und schaffe eine echte Wettkampfatmosphäre, um den Druck zu erhöhen. Wer 3 Trainingseinheiten pro Woche über 6 Wochen konsequent durchzieht, kann seine Erfolgsquote unter Druck erfahrungsgemäß um 15 bis 25 Prozent steigern.
7. Kombination aus Chip und Putt
Chips enden oft mit einem Putt – diese Übung hilft dir, beide Techniken zu kombinieren und zu perfektionieren.
So funktioniert die Übung:
- Chippe den Ball in eine Zielzone, die etwa 2 Meter vom Loch entfernt liegt.
- Putte den Ball anschließend ins Loch.
- Versuche, jeden Chip mit einem einzigen Putt zu beenden.
Fortgeschrittene Variation: Erhöhe die Entfernung oder ändere die Zielzone, um die Übung anspruchsvoller zu gestalten. Ziel sollte sein, mindestens 7 von 10 Versuchen mit maximal einem Putt abzuschließen („Up-and-Down“-Quote von 70 Prozent).
Typische Fehler beim Chipping-Training – und die richtige Lösung
Viele Golfer trainieren zwar regelmäßig, wiederholen dabei aber unbewusst dieselben Fehler. Die folgende Liste zeigt die häufigsten Probleme und wie du sie behebst:
- Fehler: Zu viel Handgelenkseinsatz beim Chip. Lösung: Führe die Bewegung stärker aus den Schultern und halte die Handgelenke möglichst ruhig, um eine konstante Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erreichen.
- Fehler: Immer derselbe Schläger für jede Distanz. Lösung: Nutze mindestens 2 bis 3 verschiedene Wedges (z. B. 48°, 54°, 58°) und passe die Schlägerwahl an die Distanz zwischen 3 und 20 Metern an.
- Fehler: Zu wenig Gewichtsverlagerung auf das linke Bein (bei Rechtshändern). Lösung: Verteile das Gewicht zu etwa 60-70 Prozent auf die linke Seite, um einen sauberen, absteigenden Schlag zu erzeugen.
- Fehler: Üben ohne konkretes Ziel oder Zeitrahmen. Lösung: Plane jede Trainingseinheit mit festen Distanzen, einer klaren Zielzone und einer Mindestanzahl von 30 bis 50 Bällen.
- Fehler: Fixierung auf den Ballkontakt statt auf die Landezone. Lösung: Definiere vor jedem Schlag eine konkrete Landestelle, die 1 bis 2 Meter vor dem eigentlichen Ziel liegt, um die Rollphase realistisch einzuplanen.
Trainingsplan: So baust du die Übungen sinnvoll in deine Woche ein
Am effektivsten ist ein strukturierter Wochenplan statt wahlloses Üben. Für Golfer mit Handicap zwischen 15 und 28 empfiehlt sich ein Umfang von 2 bis 3 Trainingseinheiten pro Woche à 30 bis 45 Minuten, ausschließlich für das kurze Spiel. Eine sinnvolle Aufteilung sieht etwa so aus: Montag Zielkreis- und Leiter-Drill (Distanzkontrolle), Mittwoch Hütchen-Übung und Hanglagen-Training (Vielseitigkeit), Freitag Drucksituation und Chip-Putt-Kombination (Wettkampfsimulation).
Wichtig ist, dass du die Ergebnisse jeder Einheit dokumentierst, etwa in einer einfachen Tabelle mit Datum, Übung, Trefferquote und Distanz. Nach 4 bis 6 Wochen solltest du eine messbare Verbesserung von 10 bis 20 Prozent bei der Trefferquote im 1-Meter-Radius feststellen können. Golfer, die zusätzlich 10 Minuten vor jeder Platzrunde mit 2 bis 3 dieser Übungen ins Training einsteigen, berichten in der Praxis von spürbar mehr Sicherheit bei den ersten Chips der Runde.
Fazit: Chipping-Übungen für ein besseres kurzes Spiel
Regelmäßiges und gezieltes Training ist der Schlüssel zu einem präzisen und effektiven Chipping. Die hier vorgestellten Übungen helfen dir, deine Technik zu verbessern, deine Kontrolle zu stärken und in jeder Spielsituation selbstbewusst aufzutreten.
Integriere diese Übungen in dein regelmäßiges Training und beobachte, wie dein kurzes Spiel präziser und konstanter wird. Mit der richtigen Vorbereitung wirst du nicht nur mehr Spaß am Spiel haben, sondern auch deinen Score nachhaltig verbessern.
Foto: Microgen/stock.adobe.com
Häufig gestellte Fragen zu Chipping-Übungen
Wie oft sollte ich Chipping trainieren, um Fortschritte zu sehen?
2 bis 3 Einheiten pro Woche mit jeweils 30 bis 45 Minuten reichen aus, um innerhalb von 4 bis 6 Wochen eine messbare Verbesserung der Trefferquote zu erzielen. Wichtiger als die reine Übungszeit ist dabei die Regelmäßigkeit und das gezielte Trainieren unterschiedlicher Distanzen.
Welcher Schläger ist für Anfänger beim Chipping am besten geeignet?
Anfänger und Golfer mit Handicap über 20 sollten zunächst mit einem einzigen Wedge, etwa einem 54- oder 56-Grad-Sand-Wedge, trainieren. Erst wenn ein solides Grundgefühl vorhanden ist, lohnt sich der Wechsel zu mehreren Schlägern für unterschiedliche Distanzen zwischen 3 und 20 Metern.Wie kann ich Chipping auch ohne Zugang zu einem Golfplatz üben?
Mit Schaumstoffbällen und einfachen Markierungen wie Handtüchern oder Tees lassen sich viele Übungen, etwa die Flug- und Roll-Übung, auch im Garten oder auf einem Teppich simulieren. Trainingszubehör wie Alignment Sticks oder Übungsbälle ist bereits für 15 bis 40 Euro erhältlich und ermöglicht ein sinnvolles Training auch ohne Grün.
Was ist der größte Unterschied zwischen Chipping und Pitching?
Beim Chipping fliegt der Ball nur kurz und rollt anschließend den Großteil der Strecke, während beim Pitching ein höherer Flug mit kürzerer Rollphase erzeugt wird – meist mit Schlägern ab 54 Grad Loft. Die Wahl zwischen beiden Techniken hängt von der Distanz zum Loch, Hindernissen wie Bunkern und der Beschaffenheit des Grüns ab.
🛒 Golf Trainingszubehör bei Amazon
👉 Schwung-Trainer ansehen
👉 Golf Übungsbälle ansehen
👉 Alignment Sticks ansehen
* Affiliate-Links | Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen