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Golf Dehnübungen: 5 effektive Übungen für besseren Schwung

Diese 5 Golf Dehnübungen sind ein Muss für jeden Golfer

by Tobias Bojko
Golf-Dehnübung

Golf Dehnübungen verbessern den Schwung, weil sie Schulter-, Hüft- und Rumpfrotation um bis zu 15-20 Grad erhöhen können und damit mehr Schwungweite ermöglichen. Wer vor der Runde 10-15 Minuten dehnt, reduziert das Verletzungsrisiko an Rücken, Handgelenk und Ellenbogen deutlich. Die folgenden fünf Übungen gehören zum Standardrepertoire vieler Golfphysiotherapeuten und lassen sich ohne Zusatzgeräte durchführen.

Flexibilität und Beweglichkeit spielen eine entscheidende Rolle, um den perfekten Schwung zu erreichen und Verletzungen zu vermeiden. Hier sind fünf unverzichtbare Golf Dehnübungen, die jeder Golfer in sein Trainingsprogramm aufnehmen sollte, um die Beweglichkeit zu fördern und die Leistung zu steigern.

Warum Beweglichkeit über Handicap-Fortschritt entscheidet

Golfer mit eingeschränkter Rumpfrotation verlieren im Schnitt 10 bis 15 Meter Schlägerlänge im Vergleich zu beweglichen Spielern gleicher Schwunggeschwindigkeit. Das liegt daran, dass die Kraftübertragung aus der Hüftdrehung nicht vollständig in den Aufschwung und Downswing einfließt. Besonders Spieler mit Handicap 18 bis 36 unterschätzen diesen Effekt, weil sie den Schwungfehler eher der Technik als der fehlenden Beweglichkeit zuschreiben. Ein Test beim Golfphysio oder Pro dauert selten länger als 20 Minuten und zeigt, ob die Schulterrotation über 90 Grad hinausgeht, was für einen vollen Schwung notwendig ist.

Auch die Verletzungsstatistik spricht für regelmäßiges Dehnen: Rückenprobleme sind mit rund 25 Prozent aller golfbedingten Beschwerden die häufigste Verletzungsart, gefolgt von Ellenbogen- und Handgelenksbeschwerden mit etwa 20 Prozent. Wer täglich 10 Minuten in Dehnübungen investiert, kann laut Erfahrungswerten vieler Reha-Trainer die Rückfallquote bei chronischen Rückenproblemen spürbar senken. Für Turnierspieler mit Handicap unter 10 ist ein strukturiertes Beweglichkeitsprogramm inzwischen ebenso Standard wie das Putting-Training, weil selbst kleine Bewegungseinschränkungen bei hoher Schwunggeschwindigkeit von 150 km/h und mehr am Schlägerkopf zu Fehlbelastungen führen.

1. Golf Dehnübungen für Schulter- und Brustdehnung

Beim Golfen sind die Schultern und die Brustmuskulatur stark beansprucht. Eine gute Dehnung dieser Bereiche kann die Bewegungsfreiheit verbessern und Verspannungen lösen, was zu einem besseren und flüssigeren Schwung führt.

Anleitung:

  • Startposition: Stelle dich aufrecht hin, die Füße schulterbreit auseinander.
  • Verschränke die Hände hinter dem Rücken: Greife die Hände ineinander und strecke die Arme.
  • Hebe die Arme langsam nach oben: Achte darauf, die Schultern nach hinten zu ziehen, um die Dehnung zu intensivieren.
  • Dehnung spüren: Du solltest eine angenehme Dehnung in der Brust und den Schultern fühlen.
  • Halte die Position: Bleibe für 20-30 Sekunden in dieser Position und atme tief und gleichmäßig.
  • Wiederholung: Führe diese Dehnung 2-3 Mal durch.

Diese Übung öffnet den Brustkorb und hilft, die Schulterbeweglichkeit zu verbessern, was besonders für die Schwungbewegung wichtig ist. Golfer, die täglich am Schreibtisch sitzen, profitieren besonders stark davon, da die Brustmuskulatur durch die sitzende Haltung oft verkürzt ist und die Schulterrotation im Rückschwung um 10 bis 15 Grad einschränken kann.

2. Golf Dehnübungen für Rumpfdrehung

Eine flexible Wirbelsäule ist für den Golfschwung essenziell. Die Rumpfdrehung hilft, die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu verbessern und den unteren Rücken zu entlasten. Dies kann die Rotationsfähigkeit beim Schwung deutlich erhöhen.

Anleitung:

  • Startposition: Setze dich auf den Boden, die Beine ausgestreckt.
  • Bein anwinkeln: Winkle ein Bein an und stelle den Fuß über das andere ausgestreckte Bein.
  • Oberkörper drehen: Drehe den Oberkörper zur Seite des angewinkelten Beins und stütze dich mit dem gegenüberliegenden Ellenbogen am Knie ab.
  • Dehnung spüren: Du solltest eine angenehme Dehnung im unteren Rücken und in der seitlichen Rumpfmuskulatur fühlen.
  • Halte die Position: Bleibe für 20-30 Sekunden in dieser Position und atme tief und gleichmäßig.
  • Wechseln: Wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

Diese Dehnung fördert die Flexibilität und Mobilität der Wirbelsäule, was zu einer verbesserten Rotation und einem kraftvolleren Schwung führt. Profispieler auf der PGA Tour erreichen im Schulter-Hüft-Differential, also dem Winkelunterschied zwischen Schulter- und Hüftdrehung im Rückschwung, häufig Werte von 40 bis 50 Grad. Freizeitgolfer liegen oft nur bei 20 bis 25 Grad, was direkt Schlägerkopfgeschwindigkeit und damit Schlagweite kostet.

3. Golf Dehnübungen für Hüftbeuger-Dehnung

Die Hüftbeuger sind beim Golfschwung stark involviert. Eine Dehnung dieser Muskeln kann die Hüftbeweglichkeit erhöhen und Rückenschmerzen vorbeugen.

Anleitung:

  • Startposition: Knie dich mit einem Bein nach vorne, das andere Bein nach hinten ausgestreckt.
  • Hüfte nach vorne schieben: Schiebe die Hüfte langsam nach vorne, bis du eine Dehnung im Hüftbeuger des hinteren Beins spürst.
  • Dehnung spüren: Du solltest eine angenehme Dehnung in der vorderen Hüftmuskulatur und im Oberschenkel fühlen.
  • Halte die Position: Bleibe für 20-30 Sekunden in dieser Position und atme tief und gleichmäßig.
  • Wechseln: Wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

Diese Übung hilft, die Beweglichkeit der Hüften zu erhöhen, was zu einer verbesserten Schwungtechnik und mehr Kraftübertragung führt. Verkürzte Hüftbeuger sind einer der Hauptgründe für einen frühen Hüftausschwung, bei dem sich das Becken vor den Armen öffnet und dadurch Schläge nach rechts oder unkontrollierte Hooks entstehen.

4. Golf Dehnübungen für Hamstring-Dehnung

Flexible Hamstrings sind wichtig, um eine korrekte Haltung während des Schwungs beizubehalten und Verletzungen zu vermeiden. Diese Übung zielt auf die Rückseite der Oberschenkel ab, die oft bei Golfern verkürzt sind.

Anleitung:

  • Startposition: Stelle dich aufrecht hin und lege ein Bein auf eine erhöhte Fläche (z.B. eine Bank oder einen Stuhl).
  • Oberkörper nach vorne beugen: Beuge dich mit geradem Rücken nach vorne, bis du eine Dehnung in der Rückseite des ausgestreckten Beins spürst.
  • Dehnung spüren: Du solltest eine angenehme Dehnung in den Hamstrings fühlen.
  • Halte die Position: Bleibe für 20-30 Sekunden in dieser Position und atme tief und gleichmäßig.
  • Wechseln: Wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

Diese Dehnung verbessert die Flexibilität der Oberschenkel und hilft, eine stabile und ausgewogene Haltung während des Schwungs zu bewahren. Verkürzte Hamstrings zwingen viele Golfer dazu, den Rücken im Setup zu runden statt die Hüfte korrekt zu klappen, was die Stabilität in der Impact-Position um bis zu 30 Prozent verringern kann.

5. Golf Dehnübungen für Handgelenkdehnung

Golf Dehnübungen - Eine Frau stretcht ihren Arm

Starke und flexible Handgelenke sind für einen kontrollierten Schwung unerlässlich. Diese Dehnung hilft, die Handgelenke zu stärken und ihre Beweglichkeit zu verbessern.

Anleitung:

  • Startposition: Strecke einen Arm vor dir aus, die Handfläche nach unten.
  • Finger nach unten ziehen: Mit der anderen Hand ziehe die Finger der ausgestreckten Hand sanft nach unten, bis du eine Dehnung im Handgelenk spürst.
  • Dehnung spüren: Du solltest eine angenehme Dehnung im Handgelenk und Unterarm fühlen.
  • Halte die Position: Bleibe für 20-30 Sekunden in dieser Position und atme tief und gleichmäßig.
  • Wechseln: Wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

Diese Übung stärkt die Handgelenke und verbessert ihre Flexibilität, was die Kontrolle über den Schläger und die Präzision des Schwungs erhöht. Besonders bei Eisenschlägen mit hoher Schlägerkopfgeschwindigkeit von 130 km/h und mehr im Impact wirken erhebliche Kräfte auf das Handgelenk, sodass eine gute Beweglichkeit hier direkt vor Golferarm und Sehnenscheidenentzündung schützt.

Statisch oder dynamisch: Welche Dehnmethode wann?

Nicht jede Dehnform passt zu jedem Zeitpunkt der Golfrunde. Statisches Dehnen, bei dem eine Position 20 bis 30 Sekunden gehalten wird, eignet sich vor allem nach der Runde oder als eigenständige Trainingseinheit, weil es die Muskellänge langfristig verbessert. Direkt vor dem Abschlag ist dynamisches Dehnen mit fließenden Bewegungen sinnvoller, da es die Muskulatur aktiviert statt zu entspannen und dadurch die Schwunggeschwindigkeit nicht kurzfristig senkt.

MethodeZeitpunktDauer pro ÜbungEffekt auf Schwunggeschwindigkeit
Statisches DehnenNach der Runde, separates Training20-30 SekundenKurzfristig leicht reduzierend, langfristig steigernd
Dynamisches DehnenDirekt vor dem Abschlag8-12 WiederholungenNeutral bis leicht steigernd
PNF-Dehnen (mit Partner)Reha, gezieltes Beweglichkeitstraining10 Sekunden Anspannen, 20 Sekunden DehnenLangfristig stark steigernd
Foam RollingVor und nach dem Training1-2 Minuten pro MuskelgruppeKurzfristig steigernd durch Faszienlockerung

Für die Praxis empfiehlt sich eine Kombination: 5 Minuten dynamisches Dehnen und Foam Rolling vor dem ersten Abschlag, dazu 2 bis 3 mal pro Woche ein 15-minütiges statisches Dehnprogramm zu Hause oder im Fitnessstudio.

Häufige Fehler beim Golf-Dehnen

Viele Golfer schaden sich beim Dehnen selbst mehr, als sie profitieren, weil sie grundlegende Prinzipien missachten. Die folgende Liste zeigt die häufigsten Fehler und die passende Alternative.

  • Fehler: Kaltes Dehnen ohne Aufwärmen. Stattdessen: Erst 5 Minuten zügig gehen oder leichte Cardio-Bewegung, dann dehnen, um Muskeltemperatur und Durchblutung zu erhöhen.
  • Fehler: Statisches Halten direkt vor dem Abschlag. Stattdessen: Vor der Runde dynamisch dehnen, statisches Dehnen auf die Zeit nach der Runde verlegen.
  • Fehler: Wippende, ruckartige Bewegungen in der Endposition. Stattdessen: Kontrolliert in die Dehnung gehen und die Position ruhig 20 bis 30 Sekunden halten.
  • Fehler: Atem anhalten während der Dehnung. Stattdessen: Gleichmäßig weiteratmen, um Verspannungen zu vermeiden und die Dehnwirkung zu verbessern.
  • Fehler: Nur eine Körperseite oder Muskelgruppe dehnen. Stattdessen: Immer beide Seiten und alle fünf genannten Bereiche einbeziehen, da der Schwung asymmetrisch, aber der Körper insgesamt beweglich sein muss.
  • Fehler: Dehnen bis in den Schmerzbereich. Stattdessen: Nur bis zu einem leichten Ziehen dehnen, Schmerz ist ein Warnsignal für Überlastung.

Trainingsplan für die Praxis

Ein sinnvolles Wochenprogramm kombiniert kurze Einheiten vor dem Golfen mit längeren Sessions an spielfreien Tagen. Montag, Mittwoch und Freitag eignen sich für ein 15-minütiges statisches Dehnprogramm mit allen fünf oben beschriebenen Übungen, jeweils 2 Durchgänge pro Seite. An Spieltagen reichen 8 bis 10 Minuten dynamisches Aufwärmen direkt am Übungsgrün, bestehend aus Rumpfdrehungen mit dem Schläger, Armkreisen und Ausfallschritten mit Rotation. 

Für Golfer mit Handicap über 20, die häufig unter Rückenschmerzen leiden, empfiehlt sich zusätzlich zweimal wöchentlich ein 10-minütiges Programm mit Foam Roller für die Wirbelsäule und die seitliche Rumpfmuskulatur. Spieler mit Handicap unter 10, die on Schwunggeschwindigkeiten über 160 km/h am Driver kommen, sollten das Handgelenk- und Unterarmtraining intensivieren, da hier die Verletzungsgefahr durch die hohen Kräfte beim Treffmoment am größten ist. Wer zusätzlich mit Trainingshilfen arbeitet, kann die Beweglichkeit gezielt unter Schwungbelastung testen und verbessern.

 

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Fazit

Die Integration dieser fünf Golf Dehnübungen in dein regelmäßiges Trainingsprogramm kann deine Flexibilität erhöhen, deine Schwungtechnik verbessern und Verletzungen vorbeugen. Ein gut gedehnter Körper kann dir helfen, dein volles Potenzial auf dem Golfplatz zu entfalten. Wer die Übungen konsequent 3 mal pro Woche für jeweils 15 Minuten durchführt, kann bereits nach 4 bis 6 Wochen eine spürbar verbesserte Rotationsfähigkeit feststellen, die sich direkt in mehr Schlagweite und weniger muskulären Beschwerden niederschlägt. Bleib dran, und genieße das Spiel mit mehr Beweglichkeit und weniger Schmerzen!

Häufig gestellte Fragen

Wie lange vor der Golfrunde sollte ich mich dehnen?

Am sinnvollsten ist ein dynamisches Aufwärm- und Dehnprogramm von 8 bis 10 Minuten direkt vor dem ersten Abschlag. Statisches Dehnen mit langen Haltephasen gehört eher an spielfreie Tage oder nach der Runde, da es kurz vor dem Spiel die Explosivität der Muskulatur leicht senken kann.

Wie oft pro Woche sollte ich Golf Dehnübungen machen?

Für sichtbare Fortschritte in der Beweglichkeit reichen 3 Einheiten pro Woche mit jeweils 15 Minuten aus. Golfer mit bestehenden Rückenproblemen oder Handicap über 20 profitieren von zusätzlichen kurzen Einheiten von 5 bis 10 Minuten an den übrigen Tagen.

Kann zu viel Dehnen den Schwung negativ beeinflussen?

Ja, intensives statisches Dehnen unmittelbar vor dem Abschlag kann die maximale Kraftentfaltung kurzfristig um wenige Prozentpunkte reduzieren. Deshalb gilt die Regel, vor dem Spiel dynamisch und nach dem Spiel oder an trainingsfreien Tagen statisch zu dehnen.

Welche Muskelgruppe ist für Golfer am wichtigsten zu dehnen?

Die Rumpf- und Hüftmuskulatur hat den größten Einfluss auf Schwungweite und Rotationsfähigkeit, da hier das Schulter-Hüft-Differential entsteht, das maßgeblich für die Schlägerkopfgeschwindigkeit verantwortlich ist. Wer nur eine Übung Zeit hat, sollte sich für die Rumpfdrehung aus Abschnitt 2 entscheiden.

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