Golf bei Hitze: So bleiben Sie cool auf dem Platz
Wer bei Hitze golfen will, sollte vor 9 Uhr morgens starten, pro Stunde mindestens 500-700ml Flüssigkeit trinken und helle, atmungsaktive Kleidung mit UV-Schutz tragen. Zusätzlich empfiehlt sich ein Golfcart statt Fußweg sowie ein Platz in höherer Lage oder mit Küstenwind. Mit dieser Kombination lässt sich auch bei 32 Grad und mehr eine vollständige 18-Loch-Runde ohne gesundheitliches Risiko spielen.
Der Sommer 2026 verspricht wieder heiße Temperaturen, doch das sollte Golfer nicht davon abhalten, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Golf im Sommer erfordert jedoch eine durchdachte Vorbereitung und die richtige Strategie, um sowohl die Leistung als auch die Gesundheit zu schützen.
Bei Temperaturen über 30 Grad wird der Golfplatz zur besonderen Herausforderung. Dehydration, Sonnenstich und nachlassende Konzentration können das Spiel erheblich beeinträchtigen. Studien zur Leistungsfähigkeit bei Hitze zeigen, dass bereits ein Flüssigkeitsverlust von zwei Prozent des Körpergewichts die Konzentrationsfähigkeit und die Feinmotorik beim Putten messbar verschlechtert. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich jedoch auch bei extremer Hitze erfolgreich golfen.
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Essenzielle Hitze-Tipps für Golfer
Frühe Startzeiten wählen: Die beste Zeit für Golf im Sommer liegt zwischen 6:00 und 9:00 Uhr morgens. In diesen Stunden sind die Temperaturen noch erträglich und die UV-Strahlung weniger intensiv. Ein Vormittags-Slot um 7:15 Uhr bedeutet oft einen Temperaturunterschied von 8 bis 10 Grad gegenüber einer Nachmittagsrunde um 15 Uhr. Wer nur Nachmittagstermine bekommt, sollte die Runde bewusst auf 9 statt 18 Löcher verkürzen.
Ausreichend trinken: Pro Stunde sollten Golfer mindestens 200-300ml Wasser trinken, bei Temperaturen über 30 Grad eher 400-500ml. Elektrolytgetränke helfen dabei, den Mineralstoffverlust durch Schwitzen auszugleichen, da ein Golfer bei starker Hitze pro Runde bis zu 1,5 Liter Schweiß verlieren kann. Alkohol und koffeinhaltige Getränke sollten vermieden werden, da sie die Flüssigkeitsausscheidung zusätzlich fördern.
- Vor der Runde: 500ml Wasser trinken
- Alle 3-4 Löcher: 150-200ml nachfüllen
- Nach der Runde: Flüssigkeitsverlust ausgleichen, idealerweise mit isotonischem Getränk
Richtige Kleidung: Helle, atmungsaktive Kleidung aus Funktionsmaterialien reflektiert die Sonnenstrahlen und transportiert Schweiß effektiv ab. Ein weißes oder hellblaues Polo-Shirt mit UPF 30-50 hält die Körpertemperatur spürbar niedriger als dunkle Baumwollware. Eine Kappe mit breiter Krempe und eine hochwertige Sonnenbrille mit Kategorie 3 sind unverzichtbar.
Ausrüstung und Vorbereitung für heiße Tage
Ein Sonnenschirm am Golfbag bietet mobilen Schatten zwischen den Schlägen und kostet je nach Modell zwischen 40 und 90 Euro. Kühlende Handtücher, die man in Eiswasser tränkt, und ein kleiner batteriebetriebener Ventilator im Cart können zusätzliche Erfrischung bringen. Sonnencreme mit mindestens LSF 30, besser LSF 50 im Gesicht und Nacken, sollte alle zwei Stunden erneuert werden, da Schweiß den Schutz schneller abbaut als beim normalen Alltag.
Das Golf-Cart wird bei extremer Hitze zum wertvollen Begleiter. Viele Plätze bieten in den Sommermonaten spezielle Cart-Tarife zwischen 25 und 45 Euro pro Runde an, um Golfern das Laufen von durchschnittlich 8 bis 10 Kilometern in der Hitze zu ersparen. Wer zu Fuß spielt, sollte den Trolley statt des Standbags nutzen und die Route zwischen den Löchern so wählen, dass Schattenbereiche unter Bäumen genutzt werden.
Auch die Schlägerwahl kann angepasst werden: Bei hohen Temperaturen fliegt der Ball durch die geringere Luftdichte 3 bis 5 Meter weiter als bei 15 Grad. Ein Handicap-20-Spieler sollte deshalb beim Eisenspiel probeweise einen Schläger weniger nehmen, etwa das 8er-Eisen statt des 7ers auf 130 Meter, um Overspin und zu lange Anschläge zu vermeiden.
Deutschlands beste Sommer-Golfplätze 2026
Golfclub Schloss Elmau (Bayern): Auf 1000 Metern Höhe bietet dieser Platz auch im Hochsommer angenehme Temperaturen von durchschnittlich 22 bis 25 Grad. Die Bergkulisse sorgt für natürliche Abkühlung und spektakuläre Ausblicke.
Golf Resort Achental (Bayern): Mit seinem 18-Loch Championship-Kurs und der Nähe zum Chiemsee verbindet dieser Platz Golf mit Erfrischungsmöglichkeiten. Nach der Runde lädt der See zum Baden ein, die Wassertemperatur liegt im Juli meist bei 20 bis 23 Grad.
Golfpark Strelasund (Mecklenburg-Vorpommern): Die Ostseeküste sorgt für eine konstante Brise von 3 bis 5 Windstärken, die auch heiße Sommertage erträglich macht. Der Links-Kurs bietet wenig Bäume, dafür aber viel Wind, was besonders erfahrene Spieler mit Handicap unter 18 schätzen.
Golf Club Crans-sur-Sierre (Schweiz): Obwohl nicht in Deutschland, ist dieser alpine Golfplatz ein Geheimtipp für deutsche Golfer. Auf 1500 Metern Höhe herrschen selbst im Juli angenehme 20-25 Grad, nachts kühlt es oft auf 12 Grad ab.
Sommer-Golfplätze im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle stellt die vier genannten Plätze mit den wichtigsten Kennzahlen für die Sommerplanung gegenüber:
| Golfplatz | Höhenlage | Ø-Temperatur Juli | Cart-Pflicht | Greenfee (Sommer) |
|---|---|---|---|---|
| Golfclub Schloss Elmau | 1000 m | 22-25 °C | Nein | ca. 90-120 € |
| Golf Resort Achental | 550 m | 25-28 °C | Nein | ca. 70-95 € |
| Golfpark Strelasund | 5 m | 23-26 °C | Nein | ca. 60-80 € |
| Golf Club Crans-sur-Sierre | 1500 m | 20-25 °C | Empfohlen | ca. 140-180 CHF |
Wer Wert auf messbare Kühle legt, fährt mit den beiden Höhenlagen Elmau und Crans-sur-Sierre am besten, während Strelasund durch den Wind auch bei niedrigerer Lage angenehm bleibt.
Gesundheit und Sicherheit beim Sommer-Golf
Erste Anzeichen einer Überhitzung sind Kopfschmerzen, Schwindel und nachlassende Konzentration, oft schon nach 2 bis 3 Stunden in praller Sonne. In solchen Fällen sollten Golfer sofort eine Pause im Schatten einlegen und viel trinken. Ein Hitzschlag entwickelt sich häufig innerhalb von 30 Minuten, wenn die Körperkerntemperatur über 40 Grad steigt, weshalb schnelles Handeln entscheidend ist.
Wichtige Warnsignale:
- Starke Kopfschmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Verwirrtheit
- Aufhören zu schwitzen trotz Hitze
- Pulsanstieg über 120 Schläge pro Minute in Ruhe
Bei diesen Symptomen sollte die Golfrunde sofort beendet und ärztliche Hilfe gesucht werden. Besonders gefährdet sind Golfer über 60 Jahre und Personen mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen, die bei Temperaturen über 30 Grad grundsätzlich auf die frühen Startzeiten vor 9 Uhr ausweichen sollten.
Die häufigsten Fehler bei Hitze-Golf
Viele Golfer unterschätzen die Belastung durch Hitze und machen dabei vermeidbare Fehler, die sowohl das Spiel als auch die Gesundheit gefährden.
- Fehler: Erst trinken, wenn Durst auftritt. Besser: Bereits vor der Runde 500ml trinken und alle 3-4 Löcher nachlegen, unabhängig vom Durstgefühl.
- Fehler: Dunkle Baumwollkleidung tragen. Besser: Helle Funktionswäsche mit UPF-Schutz wählen, die Schweiß nach außen transportiert.
- Fehler: Sonnencreme nur einmal morgens auftragen. Besser: Alle zwei Stunden nachcremen, besonders nach starkem Schwitzen.
- Fehler: Mittagsstartzeit zwischen 12 und 15 Uhr buchen. Besser: Frühstarts vor 9 Uhr oder späte Nachmittagstermine ab 17 Uhr wählen.
- Fehler: Zu Fuß mit vollem Standbag spielen. Besser: Cart oder Trolley nutzen, um Kraftaufwand und Überhitzung zu reduzieren.
- Fehler: Isotonische Getränke durch Kaffee oder Bier ersetzen. Besser: Wasser und Elektrolytgetränke bevorzugen, Alkohol erst nach der Runde.
Fazit: Sommer-Golf richtig genießen
Golf im Sommer kann mit der richtigen Vorbereitung zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Frühe Startzeiten, ausreichend Flüssigkeit und die passende Ausrüstung sind der Schlüssel zum Erfolg. Die Auswahl des richtigen Golfplatzes kann dabei den Unterschied zwischen einer schweißtreibenden Tortur und einem entspannten Sommergolf-Erlebnis ausmachen. Wer die genannten Zahlen zu Trinkmenge, Startzeiten und Schlägerwahl beherzigt, übersteht auch eine Hitzewelle mit über 35 Grad ohne Leistungseinbruch.
Häufige Fragen zu Golf bei Hitze
Wie viel sollte ich während einer Golfrunde bei Hitze trinken?
Bei Temperaturen über 30 Grad sollten Golfer etwa 400-500ml pro Stunde trinken, insgesamt also 1,5 bis 2 Liter über eine 18-Loch-Runde von rund vier Stunden. Elektrolytgetränke sind Wasser bei starkem Schwitzen vorzuziehen, da sie den Mineralstoffverlust besser ausgleichen.
Welche Startzeit ist bei Hitze am besten?
Startzeiten zwischen 6:00 und 9:00 Uhr morgens sind ideal, da die Temperaturen dann meist 8 bis 10 Grad niedriger liegen als am Nachmittag. Alternativ eignen sich Abendstarts ab 17 Uhr, wenn die stärkste Sonneneinstrahlung bereits vorbei ist.
Verändert Hitze tatsächlich die Schlagweite beim Golf?
Ja, durch die geringere Luftdichte bei hohen Temperaturen fliegt der Ball 3 bis 5 Meter weiter als bei kühleren 15 Grad. Golfer sollten diesen Effekt einkalkulieren und bei kurzen Eisen probeweise einen Schläger weniger nehmen.
Ab welcher Temperatur wird Golfen gesundheitlich riskant?
Ab etwa 32 bis 35 Grad steigt das Risiko für Dehydration und Hitzschlag deutlich an, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit und fehlendem Wind. Golfer über 60 Jahre oder mit Vorerkrankungen sollten bei solchen Temperaturen ausschließlich in den frühen Morgenstunden spielen und ausreichend Pausen im Schatten einlegen.