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Chipping Fehler vermeiden: 5 häufige Probleme beim Golf

Chipping Fehler erkennen wie du sie durch einfache Technikanpassungen vermeiden kannst

by Tobias Bojko
Häufige Fehler beim Chipping

Chipping Fehler vermeiden: Die 5 häufigsten Probleme im Überblick

Die fünf häufigsten Chipping-Fehler sind das Toppen des Balls, falscher Bodenkontakt (fett oder dünn), eine ungeeignete Schlägerwahl, zu viel Schwungkraft und fehlender Fokus auf das Ziel. Wer diese fünf Punkte gezielt trainiert, verkürzt seine Runde im Schnitt um 3 bis 5 Schläge, da kurze Chips oft über zwei bis drei zusätzliche Schläge pro Runde entscheiden. Golfer mit Handicap über 18 verlieren laut Erfahrungswerten aus dem Kurzspieltraining die meisten Schläge nicht auf der Bahn, sondern im Umkreis von 20 Metern um das Green.

Chipping ist eine Schlüsseltechnik im kurzen Spiel, aber selbst kleine Fehler können dazu führen, dass der Ball zu kurz bleibt, ins Rough rollt oder das Green komplett verfehlt. Diese Fehltritte kosten dich nicht nur Schläge, sondern können auch dein Selbstvertrauen beeinträchtigen. Das Gute ist: Viele dieser Fehler lassen sich mit der richtigen Technik und etwas Übung leicht beheben.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die häufigsten Fehler beim Chipping und geben dir praktische Tipps, wie du sie vermeidest und dein Spiel entscheidend verbesserst.

1. Der häufigste Fehler: „Toppen“ des Balls

Das „Toppen“ bedeutet, dass der Ball mit der Oberkante des Schlägers getroffen wird, anstatt mit der Schlagfläche. Dies führt dazu, dass der Ball flach und unkontrolliert über das Green rollt.
Ursachen:

  • Der Spieler hebt den Kopf zu früh, um den Ballflug zu beobachten.
  • Eine zu flache Schwungbahn, bei der der Schläger den Boden nicht richtig berührt.
  • Ein falscher Griff oder instabile Handgelenke.

Lösung:

  • Fokussiere dich darauf, den unteren Teil des Balls zu treffen, und halte den Blick bis zum Treffmoment auf den Ball.
  • Halte deine Handgelenke stabil, um eine gleichmäßige Schlagbewegung zu gewährleisten.
  • Vermeide es, den Ball „anheben“ zu wollen – der Loft des Schlägers erledigt das für dich.

2. Zu viel oder zu wenig Bodenkontakt

Ein weiterer häufiger Fehler ist, dass der Schläger zu tief in den Boden eintaucht („fett schlagen“) oder den Boden gar nicht berührt („dünn schlagen“).
Ursachen:

  • Eine falsche Gewichtsverlagerung, z. B. zu viel Gewicht auf dem hinteren Fuß.
  • Eine inkonsistente Schwungbahn.
  • Ein zu steiler oder zu flacher Eintreffwinkel des Schlägers.

Lösung:

  • Verlagere dein Gewicht leicht auf den vorderen Fuß (ca. 60–70 %), um einen sauberen Ballkontakt zu ermöglichen.
  • Nutze eine kurze, kontrollierte Schwungbewegung, die aus den Schultern kommt, und vermeide exzessiven Einsatz der Handgelenke.
  • Achte darauf, dass der Schläger zuerst den Ball trifft und erst danach den Boden berührt.

3. Falsche Schlägerwahl

Manchmal liegt der Fehler nicht in der Technik, sondern in der Wahl des Schlägers. Ein Schläger mit zu wenig Loft kann dazu führen, dass der Ball nicht die gewünschte Höhe erreicht, während ein Schläger mit zu viel Loft unnötig schwierige Chips erzeugt.
Ursachen:

  • Unkenntnis über die Flug- und Rollphase verschiedener Schläger.
  • Unsicherheit, welcher Schläger für die jeweilige Spielsituation geeignet ist.

Lösung:

  • Teste verschiedene Schläger in Trainingssituationen, um ein Gefühl für ihre Eigenschaften zu bekommen.
  • Wähle den Schläger passend zur Entfernung und den Bedingungen des Greens. Nutze z. B. ein Eisen 9 für flachere Chips mit mehr Rollphase und ein Lob Wedge für höhere Chips.

4. Zu viel Kraft im Schwung

Ein weiterer häufiger Fehler beim Chipping ist der Einsatz von zu viel Kraft. Dies führt dazu, dass der Ball über das Green hinausrollt und oft in einer ungünstigen Lage landet.
Ursachen:

  • Ein zu langer oder schneller Schwung.
  • Versuch, den Ball mit Kraft statt Technik zu kontrollieren.

Lösung:

  • Konzentriere dich auf einen gleichmäßigen, kurzen Schwung. Beim Chipping ist weniger oft mehr.
  • Übe Chips mit reduzierter Geschwindigkeit, um ein Gefühl für die richtige Kraftdosierung zu entwickeln.
  • Nutze die Technik, nicht die Kraft, um den Ball zu kontrollieren – Präzision geht vor Schlagweite.

5. Zu wenig Fokus auf das Ziel

Beim Chipping konzentrieren sich viele Spieler ausschließlich auf den Ball und verlieren das Ziel aus den Augen. Dies führt zu Chips, die nicht die gewünschte Richtung oder Distanz haben.
Ursachen:

  • Kein klar definierter Zielpunkt.
  • Falsche Ausrichtung des Körpers oder des Schlägers.

Lösung:

  • Wähle vor jedem Chip einen genauen Zielpunkt, z. B. einen Bereich auf dem Green, auf dem der Ball landen soll.
  • Überprüfe deine Ausrichtung, indem du sicherstellst, dass deine Schultern, Hüfte und Füße parallel zur Ziellinie ausgerichtet sind.

Schlägerwahl im Vergleich: Welches Eisen oder Wedge für welchen Chip?

Die Wahl des richtigen Schlägers hängt von der Entfernung zum Loch, der Beschaffenheit des Vorgreens und der gewünschten Flug-Roll-Relation ab. Als Faustregel gilt: Je höher der Loft, desto kürzer die Flugbahn und desto weniger Roll erhält der Ball nach der Landung. Ein Pitching Wedge mit 46 Grad Loft rollt nach der Landung etwa doppelt so weit wie er fliegt, während ein Lob Wedge mit 60 Grad Loft kaum rollt und fast senkrecht auf dem Green aufsetzt.

SchlägerLoft (ca.)Flug-Roll-VerhältnisEinsatzbereich
Eisen 734°1:4 (kurz fliegen, lang rollen)Freies Vorgreen, lange Distanz zum Loch (15–25 m)
Eisen 941°1:3Flacher Chip mit viel Roll, ebenes Vorgreen
Pitching Wedge (PW)46°1:2Standardchip bei 10–15 m Distanz
Gap Wedge (GW)50–52°1:1,5Mittlere Distanzen, leicht erhöhter Ballflug
Sand Wedge (SW)54–56°1:1Chips über Bunker oder kurzes Rough
Lob Wedge (LW)58–60°2:1 (mehr Flug als Roll)Enge Fahnenposition, wenig Platz zum Landen, Chip über Hindernis

Als grobe Orientierung: Golfer mit Handicap über 20 sollten möglichst oft zu Eisen 7, 8 oder 9 greifen, da diese Schläger aufgrund des geringeren Lofts fehlertoleranter sind und ein Toppen weniger stark bestraft wird. Spieler mit Handicap unter 10 können gezielt zwischen SW und LW wechseln, um variabel auf unterschiedliche Fahnenpositionen zu reagieren.

Die 5 häufigsten Chipping-Fehler auf einen Blick

Wer seine Fehler schnell erkennen will, sollte diese Checkliste vor jeder Trainingseinheit durchgehen. Sie fasst die Fehler und die jeweils passende Korrektur kompakt zusammen.

  • Fehler 1 – Toppen des Balls: Kopf bleibt bis zum Treffmoment unten, Blick fest auf den Ball statt auf das Ziel.
  • Fehler 2 – Fett oder dünn schlagen: Gewicht zu 60–70 % auf den vorderen Fuß verlagern, Schläger trifft zuerst den Ball, dann den Boden.
  • Fehler 3 – Falsche Schlägerwahl: Je nach Distanz und Vorgreen zwischen Eisen 7 und Lob Wedge wechseln, nicht immer denselben Schläger nutzen.
  • Fehler 4 – Zu viel Schwungkraft: Kurzer, kontrollierter Pendelschwung aus den Schultern statt langem Armschwung.
  • Fehler 5 – Fehlender Zielfokus: Vor jedem Schlag einen konkreten Landepunkt auf dem Grün festlegen und Körper parallel dazu ausrichten.

Diese fünf Punkte lassen sich in der Regel innerhalb von 4 bis 6 Trainingseinheiten von je 30 Minuten deutlich verbessern, sofern gezielt mit Zielmarkierungen und Videoanalyse gearbeitet wird.

Setup und Ballposition: Die Basis für fehlerfreies Chipping

Viele der oben genannten Fehler entstehen bereits vor dem eigentlichen Schwung – nämlich in der Grundaufstellung. Eine falsche Ballposition oder ein zu offener bzw. zu geschlossener Stand begünstigt Toppen, fette Schläge und ungenaue Distanzen gleichermaßen. Für einen Standardchip gilt: Der Ball liegt mittig bis leicht hinter der Körpermitte, die Füße stehen enger als beim vollen Schwung, etwa hüftbreit, und das Gewicht liegt zu Beginn schon leicht auf dem vorderen Fuß.

Die Hände sollten beim Ansprechen leicht vor dem Ball positioniert sein, sodass der Schaft einen leichten Vorwärtsneigungswinkel von etwa 5 bis 10 Grad zur Zielrichtung hat. Diese sogenannte „Forward Lean“ sorgt dafür, dass der Schläger den Ball vor dem Boden trifft und ein cleaner Treffpunkt entsteht. Der Oberkörper bleibt über dem Ball, die Knie sind leicht gebeugt, ohne dabei zu tief in die Hocke zu gehen.

Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Schlägerlänge im Griff: Viele Amateurspieler greifen beim Chippen zu weit unten, was zu einem instabilen Kontakt führt. Ein Griff etwa 2 bis 3 cm unterhalb der Standardposition sorgt für mehr Kontrolle bei kurzen Distanzen von 5 bis 15 Metern. Wer diese Setup-Details konsequent umsetzt, reduziert die Fehleranfälligkeit noch vor dem ersten Schwungansatz erheblich.

Mentale Fehler beim Chipping: Warum Nervosität die Technik zerstört

Neben rein technischen Problemen spielt die mentale Komponente beim Chipping eine unterschätzte Rolle. Viele Spieler verkrampfen kurz vor dem Schlag, insbesondere wenn der Chip über einen Bunker oder eine Wasserfläche hinweg ausgeführt werden muss. Diese Anspannung führt zu einem schnelleren, unkontrollierten Schwung – einem der Hauptgründe für zu weite oder zu kurze Chips.

Ein bewährter Ansatz ist die Pre-Shot-Routine: Vor jedem Chip sollten immer dieselben drei bis vier Schritte erfolgen – Zielbestimmung, ein bis zwei Testschwünge im Zielrhythmus, Ausrichtung des Körpers und ein letzter Blick zum Ziel vor dem Schlag. Diese Routine dauert im Schnitt nur 10 bis 15 Sekunden, sorgt aber für einen deutlich konstanteren Bewegungsablauf, da das Gehirn den Ablauf als vertrautes Muster abspeichert.

Auch die Wahl der Erwartungshaltung spielt eine Rolle: Spieler, die sich vornehmen, den Ball „möglichst nah“ ans Loch zu bringen, statt ihn zwingend „einzulochen“, chippen nachweislich entspannter und damit technisch saubererer. Wer zusätzlich mit einer festen Anzahl an Testschwüngen arbeitet – etwa immer genau zwei – etabliert ein Ritual, das Nervosität in Drucksituationen wie beim Turnier oder in Matchplay-Situationen deutlich reduziert.

Übung macht den Meister: Vermeide Fehler durch regelmäßiges Training

Die beste Methode, Fehler beim Chipping zu vermeiden, ist regelmäßiges Training. Hier sind einige Übungen, die dir helfen können:

  • Zielübungen: Platziere Hütchen oder Marker auf dem Übungsgrün und versuche, den Ball konsistent in diesem Bereich zu landen.
  • Kraftkontrolle: Übe Chips mit unterschiedlichen Schwunglängen, um ein Gefühl für die Kraftdosierung zu bekommen.
  • Videoanalyse: Nimm deine Chips auf, um Fehler in der Technik zu erkennen und gezielt daran zu arbeiten.

Eine weitere effektive Übung ist die sogenannte „9-Uhr-3-Uhr-Drill“: Der Schläger wird nur bis zur Position der Uhrzeiger auf 9 und 3 Uhr geschwungen – also ein sehr kurzer, symmetrischer Schwung. Diese Übung eliminiert exzessive Handgelenksbewegung und sorgt für einen sauberen, kontrollierten Treffpunkt. Wer diese Drill-Übung 10 Minuten pro Trainingseinheit durchführt, verbessert die Konsistenz seines Ballkontakts spürbar innerhalb von 2 bis 3 Wochen.

Auch das Training auf unterschiedlichen Untergründen – kurzes Vorgreen, leichtes Rough, abschüssiges Gelände – simuliert reale Platzbedingungen besser als das reine Training auf ebenem Übungsgrün. Idealerweise verbringst du mindestens 30 % deiner gesamten Trainingszeit auf dem Platz mit dem kurzen Spiel rund ums Grün, da hier laut Erfahrungswerten aus dem Amateurgolf die größten Schlagverluste entstehen.

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Fazit: Fehler beim Chipping gezielt eliminieren

Fehler beim Chipping sind unvermeidlich, vor allem für Anfänger oder Spieler, die ihr kurzes Spiel noch nicht perfektioniert haben. Doch mit der richtigen Technik, bewusstem Training und einer klaren Strategie kannst du die meisten Fehler eliminieren und dein Chipping auf das nächste Level bringen.

Analysiere deine häufigsten Fehler und arbeite gezielt an ihrer Beseitigung. Je mehr du an deinem Chipping arbeitest, desto mehr Sicherheit gewinnst du – und das wird sich positiv auf deinen gesamten Score auswirken! Wer die fünf beschriebenen Fehlerquellen systematisch trainiert und dabei auf Setup, Schlägerwahl und mentale Routine achtet, kann sein Handicap allein durch verbessertes Kurzspiel innerhalb einer Saison um mehrere Schläge senken.

Häufig gestellte Fragen zum Chipping

Welcher Schläger ist am besten für Anfänger beim Chipping geeignet?

Für Einsteiger empfiehlt sich in der Regel ein Eisen 8 oder 9, da diese Schläger wenig Loft haben und dadurch fehlertoleranter sind. Der Ball fliegt flacher und rollt mehr, was eine gleichmäßigere und leichter vorhersehbare Distanzkontrolle ermöglicht als bei Wedges mit hohem Loft.

Wie weit sollte der Ball beim Chippen fliegen im Verhältnis zur Rollstrecke?

Das hängt vom gewählten Schläger ab: Mit einem Eisen 9 fliegt der Ball etwa ein Drittel der Gesamtstrecke und rollt zwei Drittel, während er mit einem Lob Wedge etwa zwei Drittel fliegt und nur ein Drittel rollt. Als Faustregel gilt, den Schläger mit dem geringsten Loft zu wählen, der die Distanz zum Loch sicher überwinden kann.

Warum toppt man den Ball beim Chippen so häufig?

Toppen entsteht meist, weil der Kopf zu früh angehoben wird, um den Ballflug zu beobachten, oder weil die Schwungbahn zu flach verläuft. Ein stabiler Blick auf den Ball bis zum Treffmoment sowie eine leichte Gewichtsverlagerung nach vorne beheben dieses Problem in den meisten Fällen innerhalb wenigen Trainingseinheiten.

Wie oft sollte man Chipping trainieren, um sichtbare Fortschritte zu erzielen?

Schon zwei bis drei Trainingseinheiten von je 20 bis 30 Minuten pro Woche reichen aus, um innerhalb von drei bis vier Wochen eine merkliche Verbesserung der Konsistenz zu erzielen. Wichtig ist dabei, gezielt mit Zielmarkierungen, unterschiedlichen Schlägern und variierenden Untergründen zu arbeiten, statt nur wiederholt denselben Chip zu üben.

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