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Golf Muskelgruppen: 5 wichtige für perfekten Schwung

Welche Muskelgruppen für Golf entscheidend sind und wie du sie gezielt trainieren kannst

by Tobias Bojko
Muskelgruppen im Golf

Die wichtigsten Muskelgruppen im Golf

Für einen perfekten Golfschwung sind fünf Muskelgruppen entscheidend: Rumpf, Schultern und Arme, Hüfte und Gesäß, Beine sowie Unterarme und Handgelenke. Sie erzeugen gemeinsam die Rotationskraft, die Stabilität und die Präzision, die für einen sauberen Treffmoment nötig sind. Fehlt eine dieser Gruppen an Kraft oder Beweglichkeit, entstehen typische Fehler wie ein zu kurzer Rückschwung, ein unkontrollierter Abschwung oder eine niedrige Schlägerkopfgeschwindigkeit.

Ein erfolgreicher Golfschwung erfordert die Zusammenarbeit vieler Muskelgruppen. Im Gegensatz zu anderen Sportarten, bei denen oft nur eine spezifische Muskelgruppe beansprucht wird, kommt es im Golf auf eine gut ausbalancierte Mischung aus Kraft, Stabilität und Flexibilität an. Studien aus der Sportbiomechanik zeigen, dass bereits 10 Prozent mehr Rumpfrotationskraft die Schlägerkopfgeschwindigkeit um etwa 3 bis 5 km/h steigern kann – das entspricht bei einem durchschnittlichen Drive von 200 Metern schnell 8 bis 12 Metern zusätzlicher Länge. Die folgenden Muskelgruppen spielen dabei eine entscheidende Rolle:

1. Rumpfmuskulatur

Der Rumpf ist das Zentrum deines Körpers und die Grundlage für einen kraftvollen Schwung. Starke Bauch- und Rückenmuskeln sorgen für Stabilität und helfen, die Drehbewegung im Rückschwung und Abschwung kontrolliert auszuführen. Übungen wie Planks, Russian Twists und Superman-Lifts sind ideal, um diese Muskeln zu stärken.

Übungstipps:

  • Plank: Halte deinen Körper in einer geraden Linie vom Kopf bis zu den Fersen. Spanne dabei deine Bauchmuskeln an. Beginne mit 20 Sekunden und steigere dich schrittweise auf 1 Minute.
  • Russian Twists: Setze dich auf den Boden, lehne dich leicht zurück und halte deine Füße leicht angehoben. Drehe deinen Oberkörper abwechselnd nach links und rechts. 3 Sätze mit jeweils 15 Wiederholungen pro Seite.
  • Superman-Lift: Lege dich flach auf den Bauch und hebe gleichzeitig Arme und Beine an. Halte die Position für 5 Sekunden und senke dann langsam ab. Wiederhole die Übung 10-15 Mal.

Für Golfer mit Handicap über 20 empfiehlt sich zunächst der Aufbau einer Grundspannung über 8 bis 10 Wochen, bevor die Intensität gesteigert wird. Wer bereits ein Handicap unter 10 spielt, profitiert stärker von dynamischen Rotationsübungen mit Medizinball, da hier die Explosivkraft im Vordergrund steht.

2. Schultern und Arme

Die Schultermuskulatur, insbesondere der Deltamuskel, spielt eine Schlüsselrolle beim Heben und Führen des Schlägers. Gleichzeitig benötigen die Armmuskeln – Bizeps und Trizeps – ausreichend Kraft, um die Schwunggeschwindigkeit zu erhöhen. Krafttraining mit Kurzhanteln oder Widerstandsbändern hilft dir, diese Muskelgruppen gezielt zu trainieren.

Übungstipps:

  • Seitheben: Halte in jeder Hand eine Kurzhantel. Hebe die Arme seitlich bis auf Schulterhöhe und senke sie langsam wieder ab. 3 Sätze mit 12 Wiederholungen.
  • Bizeps-Curls: Halte eine Kurzhantel in jeder Hand, beuge die Arme und senke sie kontrolliert ab. 3 Sätze mit 10-12 Wiederholungen.
  • Trizeps-Dips: Nutze eine stabile Bank, um die Dips auszuführen. Senke deinen Körper langsam ab und drücke dich dann wieder hoch. 3 Sätze mit 10 Wiederholungen.

Beginne mit einem Gewicht von 2 bis 4 Kilogramm pro Hantel, wenn du bisher kein regelmäßiges Krafttraining absolviert hast. Nach etwa 6 Wochen kannst du das Gewicht um 1 bis 2 Kilogramm steigern, sofern die letzten Wiederholungen jeder Serie sauber ausgeführt werden können.

Warum die Hüfte über die Schlägerkopfgeschwindigkeit entscheidet

Die Hüften sind der Dreh- und Angelpunkt deines Schwungs. Eine flexible und starke Hüftmuskulatur ermöglicht es dir, die nötige Rotationsbewegung auszuführen, ohne an Stabilität zu verlieren. Gleichzeitig sorgt die Gesäßmuskulatur – insbesondere der Gluteus Maximus – für Kraft und Balance. Profigolfer erreichen im Downswing eine Hüftrotationsgeschwindigkeit von bis zu 700 Grad pro Sekunde, während Amateure mit mittlerem Handicap oft nur 400 bis 500 Grad pro Sekunde erzielen. Diese Differenz erklärt einen erheblichen Teil des Geschwindigkeitsunterschieds am Schlägerkopf.

Übungstipps:

  • Seitliche Ausfallschritte: Stelle dich aufrecht hin und mache einen großen Schritt zur Seite. Beuge das äußere Knie, während das andere Bein gestreckt bleibt. 3 Sätze mit 12 Wiederholungen pro Seite.
  • Hüftstreckungen: Lege dich auf den Rücken, stelle die Füße flach auf den Boden und hebe dein Becken an. Halte die Position für 3 Sekunden und senke ab. 3 Sätze mit 15 Wiederholungen.
  • Kettlebell Swings: Stelle dich mit leicht gebeugten Knien hin und halte eine Kettlebell mit beiden Händen. Schwinge die Kettlebell nach vorne bis auf Brusthöhe und lasse sie kontrolliert wieder absenken. 3 Sätze mit 10 Wiederholungen.

Eine gute Kettlebell-Startgröße für Einsteiger liegt bei 8 bis 12 Kilogramm für Männer und 6 bis 8 Kilogramm für Frauen. Wer bereits regelmäßig trainiert, kann direkt mit 12 bis 16 Kilogramm beginnen.

Beine als stabiles Fundament

Deine Beine sind die Basis für einen stabilen Stand und die Übertragung der Kraft aus dem Boden. Starke Oberschenkel- und Wadenmuskeln helfen dir, das Gleichgewicht während des gesamten Schwungs zu halten. Untersuchungen zur Bodenreaktionskraft im Golfschwung zeigen, dass Golfer mit trainierten Beinmuskeln bis zu 15 Prozent mehr Kraft vom Boden in die Rotation übertragen können als untrainierte Spieler.

Übungstipps:

  • Kniebeugen: Stelle dich schulterbreit auf, beuge die Knie und senke dein Gesäß ab, als würdest du dich auf einen Stuhl setzen. Achte darauf, dass deine Knie nicht über die Zehenspitzen hinausragen. 3 Sätze mit 15 Wiederholungen.
  • Ausfallschritte: Mache einen großen Schritt nach vorne, senke dein hinteres Knie fast bis zum Boden und drücke dich wieder hoch. 3 Sätze mit 12 Wiederholungen pro Bein.
  • Wadenheben: Stelle dich aufrecht hin und hebe die Fersen an, sodass du auf den Zehenspitzen stehst. Halte kurz und senke langsam ab. 3 Sätze mit 20 Wiederholungen.

Plane für den Aufbau spürbarer Kraft in den Beinen mindestens 8 bis 12 Wochen konsequentes Training mit 2 Einheiten pro Woche ein. Erste Verbesserungen bei der Standfestigkeit im Schwung sind oft schon nach 4 Wochen spürbar.

Unterarme und Handgelenke für Präzision im Treffmoment

Starke Unterarme und flexible Handgelenke sind essenziell für die Kontrolle über den Schläger und die Präzision beim Treffmoment. Durch gezielte Übungen kannst du diese Bereiche stärken und Verletzungen vorbeugen. Der sogenannte Golferellenbogen, medizinisch als Epicondylitis humeri ulnaris bekannt, betrifft laut orthopädischen Praxisberichten überdurchschnittlich viele Freizeitgolfer zwischen 40 und 60 Jahren, meist infolge unzureichend trainierter Unterarmmuskulatur.

Übungstipps:

  • Handgelenks-Curls: Halte eine Kurzhantel in der Hand, stütze deinen Unterarm auf einem Tisch ab und bewege die Hantel nur mit dem Handgelenk nach oben und unten. 3 Sätze mit 15 Wiederholungen pro Seite.
  • Grip-Training: Drücke einen Stressball oder einen speziellen Grip-Trainer für jeweils 30 Sekunden. Wiederhole dies 3-5 Mal.
  • Handgelenksdehnung: Strecke einen Arm aus, greife die Finger mit der anderen Hand und ziehe sie sanft nach unten, um das Handgelenk zu dehnen. Halte 20 Sekunden pro Seite.

Nutze für das Handgelenks-Curl-Training zunächst ein Gewicht von 1 bis 2 Kilogramm. Eine zu schnelle Steigerung ist hier die häufigste Ursache für Reizungen im Unterarm, deshalb sollte die Belastung nur alle 3 bis 4 Wochen leicht erhöht werden.

Vergleich: Trainingsschwerpunkte nach Handicap-Stufe

Je nach Spielstärke solltest du unterschiedliche Schwerpunkte im Training setzen. Die folgende Tabelle zeigt, worauf Golfer mit unterschiedlichem Handicap besonders achten sollten und wie viel wöchentliche Trainingszeit realistisch eingeplant werden sollte.

Handicap-StufeHauptschwerpunktEmpfohlene Trainingszeit pro WocheTypisches Defizit
Über 30 (Anfänger)Rumpfstabilität, Grundbeweglichkeit2 x 30 MinutenFehlende Grundkraft im Rumpf
18 bis 30Hüftrotation, Beinkraft2 x 40 MinutenEingeschränkte Hüftmobilität
9 bis 18Schulter- und Armkraft, Explosivität3 x 45 MinutenZu geringe Schwunggeschwindigkeit
Unter 9 (Fortgeschritten)Feinmotorik Unterarme, Verletzungsprävention3 x 50 MinutenÜberlastung durch hohes Trainingsvolumen

Diese Einteilung ist eine grobe Orientierung. Wer beispielsweise ein Handicap von 15 hat, aber unter Rückenschmerzen leidet, sollte trotzdem zunächst die Rumpfstabilität priorisieren, bevor er intensiver an Schulter- und Armkraft arbeitet.

Die häufigsten Fehler beim Golf-Fitnesstraining

Viele Golfer trainieren zwar regelmäßig, erzielen aber wenig Fortschritt, weil sie typische Fehler wiederholen. Die folgende Liste zeigt die häufigsten Probleme und die passende Lösung dazu.

  • Fehler: Nur Kraft, keine Mobilität. Wer ausschließlich Kraftübungen macht, ohne die Beweglichkeit der Hüfte und Schultern zu trainieren, verliert an Schwungamplitude. Lösung: Baue nach jeder Krafteinheit 10 Minuten dynamisches Dehnen ein.
  • Fehler: Zu schnelle Gewichtssteigerung. Besonders bei Unterarm- und Handgelenksübungen führt eine zu schnelle Steigerung zu Reizungen. Lösung: Erhöhe das Gewicht maximal alle 3 bis 4 Wochen um 0,5 bis 1 Kilogramm.
  • Fehler: Vernachlässigung der nicht-dominanten Körperseite. Golf ist eine einseitige Sportart, was zu muskulären Dysbalancen führt. Lösung: Trainiere gezielt auch die weniger beanspruchte Körperseite mit isolierten Übungen.
  • Fehler: Training ohne Aufwärmen. Ein kalter Muskel ist anfälliger für Zerrungen, besonders im Rücken- und Hüftbereich. Lösung: Plane mindestens 8 bis 10 Minuten Aufwärmen mit leichtem Cardio und Mobilisation ein.
  • Fehler: Unregelmäßiges Training. Ein Workout alle zwei Wochen bringt kaum messbare Fortschritte. Lösung: Halte mindestens 2 feste Trainingstermine pro Woche über einen Zeitraum von 8 bis 12 Wochen ein.

Wie du die Muskelgruppen optimal trainierst

Ein ausgewogenes Fitnessprogramm, das Kraft-, Stabilitäts- und Mobilitätsübungen umfasst, ist der Schlüssel zu einer verbesserten Golfleistung. Kombiniere gezielte Workouts mit regelmäßigen Dehnübungen, um sowohl Kraft als auch Flexibilität zu fördern. Plane dein Training so, dass alle wichtigen Muskelgruppen mindestens zweimal pro Woche beansprucht werden.

Um die korrekte Ausführung der Übungen sicherzustellen, solltest du die Hilfe eines erfahrenen Trainers in Anspruch nehmen. Er kann dir auch spezifische Tipps geben, wie du dein Training individuell auf deine Bedürfnisse und Schwachstellen anpassen kannst. Denke daran, die Intensität deines Trainings schrittweise zu steigern, um Überlastungen und Verletzungen zu vermeiden. Ein realistischer Zeitrahmen für spürbare Verbesserungen der Schlägerkopfgeschwindigkeit liegt bei 10 bis 14 Wochen konsequenten Trainings mit 2 bis 3 Einheiten pro Woche à 40 bis 60 Minuten.

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Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich pro Woche für den Golfschwung trainieren?

Für spürbare Fortschritte reichen 2 bis 3 Trainingseinheiten pro Woche mit jeweils 40 bis 60 Minuten aus. Wichtig ist, dass dabei alle fünf Muskelgruppen – Rumpf, Schultern und Arme, Hüfte, Beine sowie Unterarme – regelmäßig beansprucht werden. Mehr als 4 Einheiten pro Woche bringen ohne ausreichende Regeneration meist keinen zusätzlichen Nutzen.

Welche Muskelgruppe ist für die Schlägerkopfgeschwindigkeit am wichtigsten?

Die Rumpf- und Hüftmuskulatur liefert den größten Anteil an der Rotationsgeschwindigkeit und damit an der Schlägerkopfgeschwindigkeit. Profispieler erreichen durch eine effiziente Hüft-Schulter-Trennung deutlich höhere Werte als Amateure. Wer diese beiden Bereiche gezielt trainiert, sieht meist schneller Fortschritte als bei reinem Armtraining.

Kann ich mit Golf-Fitnesstraining Verletzungen vorbeugen?

Ja, gezieltes Training reduziert nachweislich das Risiko für typische Golfbeschwerden wie Rückenschmerzen und den Golferellenbogen. Besonders die Stärkung der Rumpf- und Unterarmmuskulatur wirkt präventiv, da diese Bereiche im Schwung besonders stark belastet werden. Wichtig ist dabei eine saubere Übungsausführung, idealerweise unter Anleitung eines Trainers.

Ab welchem Alter sollte ich mit gezieltem Golf-Fitnesstraining beginnen?

Es gibt kein Mindestalter, da die Übungen in Intensität und Gewicht individuell angepasst werden können. Golfer ab 40 Jahren profitieren besonders stark, da mit zunehmendem Alter die natürliche Beweglichkeit von Hüfte und Schultern abnimmt. Ein moderates Einsteigerprogramm mit 2 Einheiten pro Woche ist in jedem Alter ein sinnvoller Startpunkt.

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