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Rasenflächen Golf: 6 wichtige Bereiche erklärt

Diese Spielflächen findest du auf Golfplätzen

by Tobias Bojko
Rasenflächen beim Golf

Golfplätze bestehen aus sechs zentralen Rasenflächen: Tee, Fairway, Rough, Grün, Bunkerumrandungen sowie Sonder- und Übergangsflächen. Jede dieser Flächen wird auf eine andere Schnitthöhe gemäht, mit unterschiedlichen Grasarten bepflanzt und erfordert eine eigene Pflegeroutine. Wer diese sechs Bereiche kennt, versteht sofort, warum ein Ball auf dem Grün anders rollt als im Rough und warum Greenkeeper mit Schnitthöhen im Millimeterbereich arbeiten.

Rasenflächen beim Golf aufgezählt

Auf einem 18-Loch-Platz mit rund 50 bis 60 Hektar Gesamtfläche entfallen im Schnitt nur etwa 1,5 bis 2 Hektar auf die Grüns, aber bis zu 25 Hektar auf Fairways und Semi-Rough zusammen. Die restliche Fläche verteilt sich auf Rough, Bunkerumrandungen, Vorgrüns und Übergangszonen. Diese Verteilung zeigt schon, welchen Stellenwert die einzelnen Flächen im Pflegeplan eines Golfplatzes haben – und warum ein Head Greenkeeper auf einer 18-Loch-Anlage oft ein Team von 6 bis 10 Mitarbeitern koordiniert, um täglich alle Bereiche in Schuss zu halten.

1. Das Tee

Das Tee ist der Startpunkt jedes Lochs und oft der bestgepflegte Bereich eines Golfplatzes. Hier wird der Ball zum ersten Schlag auf einem kleinen Holz- oder Kunststoffständer, dem Tee, platziert. Der Rasen auf dem Tee ist in der Regel sehr kurz geschnitten, meist auf 8 bis 12 Millimeter Höhe, um eine perfekte Lage für den Abschlag zu bieten. Meistens besteht er aus Gräsern wie Bentgras oder Bermuda, die eine dichte, gleichmäßige Oberfläche bieten. Ein gut gepflegtes Tee sorgt für einen sauberen Schlag und minimiert die Wahrscheinlichkeit von Fehlschlägen.

Viele Plätze unterscheiden zudem mehrere Abschlagzonen pro Loch: Rot (Damen, kürzeste Distanz), Gelb oder Grün (Herren-Vorgabe), Weiß (Herren-Wettspiel) und Blau oder Schwarz für Turnierlängen. Die Distanzunterschiede zwischen den Farben liegen oft bei 15 bis 40 Metern pro Loch. Golfer mit Handicap über 30 profitieren meist deutlich vom kürzeren Rot- oder Gelb-Abschlag, während Spieler mit Handicap unter 10 die Herausforderung der hinteren Tees suchen. Tees werden zudem regelmäßig rotiert, damit die Grasnarbe nicht durch wiederholtes Abschlagen an derselben Stelle ausdünnt.

2. Das Fairway

Fairway-Semirough

Das Fairway ist der Bereich zwischen dem Abschlag und dem Grün. Es ist breiter als andere Bereiche des Golfplatzes und soll den Spielern eine gute Spielfläche bieten, um ihre Bälle in Richtung des Lochs zu schlagen. Die Fairwaybreite variiert typischerweise zwischen 25 und 45 Metern, je nach Lochdesign und Schwierigkeitsgrad. Der Rasen auf dem Fairway wird meist auf 12 bis 20 Millimeter gemäht, kürzer als das Rough, aber länger als auf Tee oder Grün.

Typischerweise wird hier eine Mischung aus Gräsern wie Bentgras, Bermuda oder Zoysia verwendet, die widerstandsfähig gegen intensives Betreten und häufige Schnitte sind. In der Hauptsaison wird das Fairway auf vielen Plätzen 2 bis 3 Mal pro Woche gemäht. Ein gut gepflegtes Fairway bietet eine gleichmäßige, feste Oberfläche, die das Rollen des Balls unterstützt und mit dem Eisen sauberes Treffen des Balls erleichtert. Aus dem Fairway lässt sich mit einem 6er- oder 7er-Eisen deutlich präziser spielen als aus dem angrenzenden Rough, da der Schlägerkopf ungehindert auf den Ball trifft.

3. Das Rough

Das Rough umgibt das Fairway und ist deutlich weniger gepflegt. Der Rasen hier wird meist auf 40 bis 80 Millimeter Höhe belassen, teils sogar unbeschnitten in sogenannten Naturrough-Zonen. Das macht das Spielen des Balls erheblich schwieriger, da lange Halme den Schlägerkopf beim Treffmoment abbremsen und verdrehen können. Dies dient dazu, Spieler zu bestrafen, die ungenaue Schläge machen und vom Fairway abweichen.

Das Rough besteht oft aus robusten Grasarten wie Kentucky Bluegrass oder Fescue, die weniger empfindlich auf Trockenheit und intensive Nutzung reagieren. Golfplätze unterscheiden häufig zwischen Semi-Rough (leicht erhöhte Schnitthöhe von etwa 25 bis 35 Millimetern direkt am Fairway) und First Cut Rough (50 bis 80 Millimeter) sowie tiefem Rough jenseits der 80 Millimeter, das bei Turnieren wie der Open Championship auf über 150 Millimeter anwachsen kann. Aus dickem Rough empfiehlt sich meist ein Schläger mit mehr Loft, etwa ein Pitching Wedge oder ein 9er-Eisen, statt eines langen Eisens, da die Grashalme lange Schläger stärker abbremsen und Kontrolle verloren geht.

4. Das Grün

Das Grün ist der wichtigste Bereich auf dem Golfplatz, da hier das Loch und die Fahne platziert sind. Der Rasen auf dem Grün wird extrem kurz geschnitten, meist auf 3 bis 5 Millimeter, bei Turniergrüns teils sogar auf 2,5 Millimeter, um eine glatte und gleichmäßige Oberfläche zu bieten. Dies ermöglicht präzise Putts, bei denen der Ball ohne Ablenkung rollt. Ein durchschnittliches Grün misst zwischen 400 und 700 Quadratmetern.

Bentgras und Bermuda sind auch hier die bevorzugten Grasarten, da sie eine dichte, weiche und gleichmäßige Fläche bilden. Die sogenannte Stimpmeter-Geschwindigkeit, die angibt, wie weit ein Ball auf ebener Fläche rollt, liegt auf Clubplätzen meist bei 8 bis 9 Fuß, bei großen Turnieren wie den Majors dagegen bei 12 bis 14 Fuß. Die Pflege des Grüns ist äußerst aufwendig und erfordert tägliches Mähen, Bewässern, Belüften und regelmäßiges Vertikutieren sowie Besanden, um Verdichtung und Moosbildung vorzubeugen. Ein einziges Grün zu pflegen kostet Clubs je nach Anlage mehrere Tausend Euro pro Saison an Personal- und Materialaufwand.

5. Bunker und ihre Umrandungen

Rasen-Fairway-Semirough-bunker

Bunker sind mit Sand gefüllte Hindernisse auf dem Golfplatz, die strategisch platziert sind, um das Spiel herausfordernder zu machen. Ein durchschnittlicher 18-Loch-Platz verfügt über 40 bis 70 Bunker, wobei die Sandtiefe meist zwischen 10 und 15 Zentimetern liegt. Die Ränder der Bunker sind oft mit widerstandsfähigen Grasarten bepflanzt, die Erosion verhindern und ein attraktives Aussehen bewahren.

Typische Gräser für diese Bereiche sind Zoysia und Bermuda, die robust und pflegeleicht sind. Die Pflege der Bunker umfasst das regelmäßige Harken des Sands, meist täglich vor Spielbeginn, und das Beschneiden der Ränder alle 1 bis 2 Wochen, um ein sauberes Aussehen zu gewährleisten. Aus dem Bunker spielen die meisten Golfer mit einem Sand Wedge mit 54 bis 58 Grad Loft, wobei ein offener Schlägerkopf und ein flacher Schwung helfen, den Ball sauber aus dem Sand zu heben, ohne die Grasnarbe am Bunkerrand zu beschädigen.

6. Weitere Spielflächen und Spezialflächen

Neben den Hauptbereichen gibt es auch spezielle Rasenflächen beim Golf wie Abschlagzonen für Par-3-Löcher, Rough-Ränder, Vorgrüns und Übergangsbereiche. Das Vorgrün, auch Approach genannt, wird meist auf 8 bis 10 Millimeter gemäht, also zwischen Fairway- und Grünhöhe, und erlaubt kontrollierte Chip- und Bump-and-Run-Schläge aus kurzer Distanz. Diese Flächen müssen ebenfalls sorgfältig gepflegt werden, um die Gesamtqualität des Golfplatzes zu erhalten.

Auch hier kommen oft robuste Grasarten wie Kentucky Bluegrass und Fescue zum Einsatz, die widerstandsfähig gegen unterschiedliche Wetterbedingungen und Nutzung sind. Übungsflächen wie das Chipping Green oder der Putting-Green-Bereich vor dem Clubhaus werden meist ähnlich intensiv gepflegt wie die Grüns selbst, da hier viele Spieler täglich üben. Manche Anlagen legen zudem naturbelassene Wildblumenstreifen entlang der Platzgrenzen an, die ökologisch wertvoll sind, aber kaum gemäht werden und daher als Ballverlustzonen gelten.

Die wichtigsten Grasarten auf Golfplätzen

Die Wahl der richtigen Grasarten ist entscheidend für die Pflege und das Spiel auf einem Golfplatz. Hier sind einige der am häufigsten verwendeten Gräser:

  • Bentgras (Agrostis): Wird häufig auf Grüns und Tees verwendet. Es ist bekannt für seine feine Textur und seine Fähigkeit, sehr kurz gemäht zu werden, was eine gleichmäßige Putt-Oberfläche ermöglicht.
  • Bermudagras (Cynodon dactylon): Ein widerstandsfähiges Gras, das gut in warmen Klimazonen wächst. Es wird oft auf Fairways und Tees verwendet und ist bekannt für seine Dichte und Strapazierfähigkeit.
  • Zoysiagras (Zoysia): Bekannt für seine hervorragende Toleranz gegenüber Trockenheit und intensiver Nutzung. Es wird oft auf Fairways und in Bunkerumrandungen eingesetzt.
  • Kentucky Bluegrass (Poa pratensis): Ein beliebtes Gras für Roughs und Übergangsbereiche. Es ist robust und widerstandsfähig gegenüber Kälte und Trockenheit.
  • Fescue (Festuca): Wird oft in raueren Bereichen des Platzes verwendet. Es ist pflegeleicht und widerstandsfähig gegenüber extremen Bedingungen, was es ideal für Roughs und naturbelassene Bereiche macht.

Schnitthöhen und Pflege im Vergleich

Die folgende Tabelle fasst die typischen Schnitthöhen, bevorzugten Grasarten und Pflegehäufigkeiten der sechs Rasenflächen zusammen. Die Werte variieren je nach Klima, Platzstandard und Saison, geben aber einen realistischen Richtwert für mitteleuropäische Golfplätze.

RasenflächeSchnitthöheTypische GrasartenMähfrequenz
Grün3–5 mmBentgras, Bermudatäglich
Vorgrün / Approach8–10 mmBentgras, Bermuda3–5x pro Woche
Tee8–12 mmBentgras, Bermuda2–3x pro Woche
Fairway12–20 mmBentgras, Bermuda, Zoysia2–3x pro Woche
Semi-Rough25–35 mmKentucky Bluegrass, Fescue1x pro Woche
Rough50–150 mmFescue, Kentucky Bluegrassalle 1–2 Wochen

Häufige Fehler bei der Einschätzung von Rasenflächen

Auch erfahrene Golfer unterschätzen regelmäßig, wie stark die jeweilige Rasenfläche den Schlag beeinflusst. Diese Fehler treten besonders häufig auf:

  • Fehler: Aus dem Rough mit einem langen Eisen oder Hybrid spielen. Besser: Bei Gras über 50 Millimetern Höhe einen Schläger mit mehr Loft wählen, etwa ein 8er- oder 9er-Eisen, um den Ball sicher anzuheben.
  • Fehler: Die Stimpmeter-Geschwindigkeit des Grüns ignorieren und Putts wie gewohnt schlagen. Besser: Vor der Runde ein bis zwei Putts auf dem Übungsgrün testen, um die Geschwindigkeit einzuschätzen.
  • Fehler: Im Bunker mit geschlossenem Schlägerblatt und steilem Schwung spielen. Besser: Sand Wedge mit offenem Schlägerblatt nutzen und flach unter den Ball schwingen, um sauberen Sandkontakt zu erzielen.
  • Fehler: Divots auf dem Fairway nicht zurücklegen oder Pitchmarken auf dem Grün ignorieren. Besser: Divots sofort zurücksetzen und Pitchmarken mit einem Reparaturwerkzeug ausbessern, um die Grasnarbe zu schützen.
  • Fehler: Falsche Schlägerwahl vom Vorgrün, etwa Putter bei hohem Gras. Besser: Bei mehr als 15 Millimetern Schnitthöhe lieber ein Wedge für einen Chip statt des Putters verwenden.

Fazit

Die verschiedenen Rasenflächen beim Golf spielen eine entscheidende Rolle für das Spielerlebnis und die Schwierigkeit des Spiels. Jede Fläche, vom Tee über das Fairway bis hin zum Grün und den Bunkerumrandungen, erfordert spezifische Pflege und Management, um in optimalem Zustand zu bleiben. Das Verständnis der Besonderheiten und Pflegeanforderungen jeder Rasenfläche hilft nicht nur den Greenkeepern, sondern auch den Spielern, die Herausforderungen und Schönheiten des Golfsports besser zu schätzen. Ein gut gepflegter Golfplatz bietet nicht nur ein besseres Spielerlebnis, sondern trägt auch zur langfristigen Gesundheit und Schönheit der Anlage bei.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist das Grün so viel kürzer gemäht als das Fairway?

Das Grün wird auf 3 bis 5 Millimeter gemäht, damit der Ball beim Putten gleichmäßig und ohne Ablenkung rollt. Das Fairway hingegen wird auf 12 bis 20 Millimeter gehalten, da dort volle Schwünge mit Eisen und Hölzern gespielt werden und eine dickere Grasnarbe den Boden vor Abnutzung schützt.

Welche Schlägerwahl empfiehlt sich im tiefen Rough?

Im Rough mit mehr als 80 Millimetern Höhe empfiehlt sich ein Schläger mit hohem Loft, etwa ein Pitching Wedge oder Sand Wedge, da lange Eisen im dichten Gras schwer zu kontrollieren sind. Ziel ist es meist, den Ball zunächst sicher zurück aufs Fairway zu bringen, statt das Grün direkt anzuspielen.

Wie oft werden Golfplätze gemäht?

Grüns werden in der Hauptsaison meist täglich gemäht, Tees und Fairways zwei bis drei Mal pro Woche, während Rough-Flächen nur alle ein bis zwei Wochen geschnitten werden. Die genaue Frequenz hängt von Wachstumsphase, Wetter und den personellen Kapazitäten des Greenkeeping-Teams ab.

Welche Grasart eignet sich am besten für heißes Klima?

Bermudagras und Zoysiagras gelten als besonders hitze- und trockenheitsresistent und werden deshalb in warmen Klimazonen bevorzugt auf Fairways und Tees eingesetzt. Bentgras dagegen bevorzugt kühlere Temperaturen und wird häufiger in gemäßigten Klimazonen auf Grüns verwendet.

Foto: Golf Mag Redaktion

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