Chipping Drills Golf: 5 Übungen für besseres kurzes Spiel
Die fünf wirksamsten Chipping-Drills sind das Zielfeld-Spiel, der Flug-vs-Roll-Drill, der Leiter-Drill, der Zielkreis und der Hanglagen-Drill. Sie trainieren gezielt Distanzkontrolle, Landepunkt-Präzision und Anpassung an unterschiedliche Untergründe – genau die drei Faktoren, die laut Statistiken vom DGV-Amateurbereich über 60 % der verlorenen Schläge im kurzen Spiel ausmachen. Wer diese Drills zwei- bis dreimal wöchentlich für je 20 bis 30 Minuten übt, senkt seine durchschnittliche Distanz zum Loch nach dem Chip nachweislich von 3-4 Metern auf unter 2 Meter.
Chipping ist eine der Techniken im Golf, bei der Übung den größten Unterschied macht. Auch wenn die grundlegende Technik leicht zu erlernen ist, erfordert es viel Training, um Chips unter verschiedenen Bedingungen konstant präzise zu spielen. Mit gezielten Drills kannst du deine Ballkontrolle, Präzision und dein Selbstvertrauen im kurzen Spiel verbessern.
Spieler mit Handicap 20 und höher verschwenden im Schnitt 1,5 bis 2 Schläge pro Runde allein durch ungenaue Chips aus dem Bereich 5 bis 20 Meter um das Grün. Bei einem Handicap von 10 bis 18 sind es meist noch 0,7 bis 1 Schlag. Genau in diesem Bereich setzen die folgenden Übungen an.
Drill 1: Das Zielfeld-Spiel für präzise Landepunkte
Dieser Drill ist ideal, um deine Präzision und Zielgenauigkeit zu verbessern. Du konzentrierst dich darauf, den Ball in ein festgelegtes Zielgebiet zu spielen.
So funktioniert der Drill:
- Markiere auf dem Übungsgrün ein Zielgebiet, z. B. mit Hütchen, Kreide oder einer kleinen Flagge. Das Ziel sollte etwa 1–2 Meter breit sein.
- Wähle eine Position ca. 5–10 Meter vom Ziel entfernt.
- Chippe 10 Bälle und zähle, wie viele davon im Zielfeld landen.
Variationen: Verändere die Entfernung zum Ziel oder den Winkel, um die Übung schwieriger zu gestalten. Du kannst auch unterschiedliche Schläger verwenden, um die Roll- und Flugphasen zu variieren.
Als Richtwert gilt: Bei 5 Metern Entfernung solltest du mit einem Wedge (56 oder 58 Grad) mindestens 7 von 10 Bällen im Zielfeld platzieren können, um von einer soliden Basis zu sprechen. Bei 10 Metern Entfernung sind 5 von 10 Treffern ein gutes Zwischenziel für Spieler mit Handicap 15 bis 25. Profis und Low-Handicaper (unter 5) erreichen bei dieser Distanz Trefferquoten von 8 bis 9 von 10 Bällen.
Drill 2: Flug vs. Roll richtig einschätzen
Dieser Drill hilft dir, das Verhältnis zwischen Flug- und Rollphase besser zu kontrollieren. Das ist besonders nützlich, um Chips an verschiedene Platzbedingungen anzupassen.
So funktioniert der Drill:
- Lege zwei Markierungen auf dem Green fest: Eine für die Landeposition des Balls (Flugphase) und eine für die Endposition (Rollphase).
- Wähle einen Schläger und chippe den Ball so, dass er genau an der ersten Markierung landet und an der zweiten Markierung zum Stillstand kommt.
- Variiere Schläger und Schwung, um die Flug- und Rollphasen zu kontrollieren.
Variationen: Ändere die Abstände der Markierungen, um verschiedene Chipsituationen zu simulieren. Für Fortgeschrittene: Erzeuge mehr oder weniger Spin, um die Rollphase zu beeinflussen.
Die Schlägerwahl entscheidet maßgeblich über das Flug-Roll-Verhältnis. Ein Pitching Wedge (46-48 Grad) erzeugt bei normalem Schwung etwa ein Verhältnis von 1:3 (1 Teil Flug, 3 Teile Rollen), während ein Lob Wedge mit 60 Grad eher bei 1:1 oder sogar 2:1 zugunsten der Flugphase liegt. Für kurze Distanzen mit viel Fringe oder Rough zwischen Ball und Grün empfiehlt sich daher meist das höher gelofte Eisen, für lange, flache Chips über ebenes Grün eher ein 7er oder 8er Eisen.
Drill 3: Der Leiter-Drill für die Distanzkontrolle
Mit diesem Drill trainierst du deine Distanzkontrolle und entwickelst ein besseres Gefühl für verschiedene Schlaglängen.
So funktioniert der Drill:
- Lege mehrere Markierungen in gleichen Abständen (z. B. 5 Meter) vom Chipping-Bereich bis zum Loch.
- Chippe den ersten Ball zur ersten Markierung, den zweiten Ball zur zweiten Markierung usw.
- Versuche, die Bälle so nah wie möglich an den jeweiligen Markierungen zu platzieren.
Variationen: Erhöhe die Anzahl der Markierungen oder verändere die Abstände, um die Übung herausfordernder zu gestalten.
Als Faustregel im Umfang der Übung gilt: 4 bis 5 Markierungen zwischen 5 und 25 Metern reichen für ein komplettes Training. Notiere dir die Abweichung in Metern nach jedem Durchgang – ein Zielwert für Fortgeschrittene ist eine durchschnittliche Abweichung von unter 1,5 Metern über alle Distanzen hinweg. Wiederhole diesen Drill über mehrere Trainingseinheiten, um Fortschritte messbar zu machen.
Drill 4: Der Zielkreis für Präzision rund ums Loch
Dieser Drill eignet sich hervorragend, um deine Präzision rund um das Loch zu verbessern. Du lernst, den Ball konsequent in einen bestimmten Radius zu spielen.
So funktioniert der Drill:
- Zeichne einen Kreis mit einem Radius von ca. 1 Meter um das Loch.
- Wähle verschiedene Chipping-Positionen rund ums Green (z. B. 5, 10 und 15 Meter entfernt).
- Versuche, den Ball aus jeder Position innerhalb des Zielkreises zu landen.
Variationen: Reduziere die Größe des Kreises für fortgeschrittene Übungen oder erhöhe die Distanz für mehr Herausforderung.
Ein guter Benchmark: Aus 5 Metern sollten mindestens 6 von 10 Bällen im 1-Meter-Radius landen, aus 15 Metern reichen bereits 3 von 10 Treffern für ein gutes Ergebnis bei Amateuren im Handicap-Bereich 10 bis 20. Tour-Spieler erreichen aus dieser Distanz Trefferquoten von 6 bis 7 von 10 – ein Wert, der zeigt, wie groß der Unterschied zwischen Amateur- und Profiniveau im kurzen Spiel tatsächlich ist.
Drill 5: Der Hanglagen-Drill für unebene Böden
Dieser Drill hilft dir, Chips aus Hanglagen zu meistern, die im Spiel häufig auftreten. Du trainierst sowohl das Chipping bergauf als auch bergab.
So funktioniert der Drill:
- Suche auf dem Übungsplatz eine Hanglage, die bergauf und bergab gespielt werden kann.
- Chippe 5 Bälle bergauf und 5 Bälle bergab, wobei du die Technik an die Neigung anpasst.
- Fokussiere dich auf stabile Handgelenke und die richtige Ballposition (bergauf weiter vorne, bergab weiter hinten).
Variationen: Kombiniere diesen Drill mit Zielübungen, um sowohl Technik als auch Präzision zu verbessern.
Bei einer Hangneigung von etwa 5 bis 10 Grad bergab solltest du in der Regel einen Schläger mit weniger Loft wählen (z. B. 9er Eisen statt Wedge), da der Hang den effektiven Loft erhöht. Bergauf gilt das Gegenteil: Hier verringert der Hang den effektiven Loft, weshalb ein Wedge mit 56 oder 60 Grad hilfreich ist, um genügend Höhe zu erzeugen. Übe je 8 bis 10 Bälle pro Situation, um ein verlässliches Gefühl für die Anpassung zu entwickeln.
Drill 6: Indoor-Chipping für das Training zu Hause
Auch ohne Zugang zu einem Golfplatz kannst du dein Chipping trainieren. Mit einfachen Hilfsmitteln lässt sich deine Technik auch zu Hause verbessern.
So funktioniert der Drill:
- Nutze ein Chipping-Netz oder stelle eine kleine Zielzone mit einem Eimer oder Handtuch auf.
- Verwende weiche Übungsbälle, um in Innenräumen sicher zu trainieren.
- Chippe aus verschiedenen Entfernungen und Winkeln, um deine Kontrolle zu verbessern.
Vorteile: Dieser Drill ist ideal, um die Technik zu verfeinern und das Ballgefühl zu stärken, ohne dass du auf einen Golfplatz gehen musst.
Ein Wohnzimmer oder eine Garage mit mindestens 3 Metern Länge reicht für einfache Zielübungen mit Schaumstoffbällen bereits aus. Für realistischeres Training empfiehlt sich ein kleines Chipping-Netz, das für 20 bis 40 Euro erhältlich ist und die Ballfluglinie sichtbar macht. Plane 10 bis 15 Minuten Indoor-Training pro Tag ein – das reicht, um die Bewegungsmuster auch in den Wintermonaten aufrechtzuerhalten.
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Welcher Drill passt zu welchem Handicap-Level?
Nicht jeder Drill eignet sich gleich gut für jedes Spielniveau. Die folgende Tabelle zeigt, welche Übung für welchen Handicap-Bereich besonders empfehlenswert ist und worauf der Fokus jeweils liegen sollte.
| Drill | Empfohlenes Handicap | Trainingsdauer pro Einheit | Hauptfokus |
|---|---|---|---|
| Zielfeld-Spiel | Alle Level (30 bis Scratch) | 15 Minuten | Grundlegende Zielgenauigkeit |
| Flug vs. Roll | 18 und besser | 20 Minuten | Schlägerwahl und Spinkontrolle |
| Leiter-Drill | Alle Level | 20 Minuten | Distanzgefühl über mehrere Längen |
| Zielkreis | 12 und besser | 15 Minuten | Präzision unter Wettkampfdruck |
| Hanglagen-Drill | 20 und besser | 20 Minuten | Anpassung an unebene Böden |
| Indoor-Chipping | Alle Level | 10-15 Minuten | Ganzjähriges Bewegungsgedächtnis |
Anfänger mit Handicap über 25 sollten sich zunächst auf das Zielfeld-Spiel und den Leiter-Drill konzentrieren, bevor sie zu den anspruchsvolleren Übungen wie dem Zielkreis übergehen. Spieler mit Handicap unter 10 profitieren besonders vom Flug-vs-Roll-Drill, da hier die Feinabstimmung der Schlägerwahl entscheidend für niedrige Scores wird.
Die häufigsten Fehler beim Chipping-Training
Viele Golfer trainieren zwar regelmäßig, machen dabei aber systematische Fehler, die den Trainingserfolg deutlich schmälern. Die folgende Liste zeigt die häufigsten Probleme und die passende Lösung.
- Fehler: Immer nur aus der gleichen Distanz üben. Lösung: Wechsle bei jeder Trainingseinheit mindestens 3 verschiedene Distanzen zwischen 5 und 20 Metern, wie es der Leiter-Drill vorsieht.
- Fehler: Zu viel Handgelenkeinsatz beim Chip. Lösung: Halte die Handgelenke stabil und führe die Bewegung primär aus den Schultern, besonders bei Chips unter 10 Metern.
- Fehler: Immer den gleichen Schläger benutzen. Lösung: Trainiere mit mindestens 3 unterschiedlichen Wedges oder Eisen (z. B. 7er Eisen, Pitching Wedge, 56-Grad-Wedge), um das Flug-Roll-Verhältnis zu variieren.
- Fehler: Kein Feedback zur eigenen Leistung. Lösung: Zähle Trefferquoten und Abweichungen in Metern, um Fortschritte objektiv zu messen statt nach Gefühl zu urteilen.
- Fehler: Nur auf ebenem Terrain üben. Lösung: Integriere mindestens einmal pro Woche den Hanglagen-Drill, da auf dem Platz die wenigsten Chips von perfekt ebenem Boden gespielt werden.
- Fehler: Zu kurze oder unregelmäßige Trainingseinheiten. Lösung: Plane feste Einheiten von mindestens 20 Minuten, zwei- bis dreimal pro Woche, statt sporadisch 5 Minuten vor der Runde zu chippen.
Tipps für effektives Drill-Training
Damit du das Beste aus deinen Chipping-Drills herausholst, beachte diese Tipps:
- Regelmäßigkeit: Übe mindestens zwei- bis dreimal pro Woche, um Fortschritte zu sehen.
- Variation: Wechsel zwischen verschiedenen Drills, um unterschiedliche Aspekte des Chippings zu trainieren.
- Feedback: Analysiere deine Schläge und nimm Verbesserungen vor, anstatt nur zu wiederholen.
- Fokus: Konzentriere dich bei jeder Übung darauf, Technik und Präzision zu verbessern.
Ergänzend lohnt sich das Führen eines einfachen Trainingsprotokolls: Notiere nach jeder Einheit die Trefferquoten aus den Drills 1 und 4 sowie die durchschnittliche Abweichung aus Drill 3. Nach 4 bis 6 Wochen regelmäßigem Training im Umfang von 2 bis 3 Einheiten pro Woche zeigen sich bei den meisten Amateuren messbare Verbesserungen von 20 bis 30 % bei der Trefferquote im 1-Meter-Radius.
Wie viel Zeit sollte ins Chipping-Training investiert werden?
Eine ausgewogene Trainingsverteilung ist entscheidend, denn viele Amateure verbringen unverhältnismäßig viel Zeit auf der Driving Range und zu wenig auf dem Chipping-Grün. Golfstatistiken zeigen, dass etwa 60 bis 70 % aller Schläge einer durchschnittlichen Runde innerhalb von 100 Metern zum Loch gespielt werden – das kurze Spiel inklusive Putting macht damit den größten Anteil am Score aus.
Eine sinnvolle Aufteilung für eine wöchentliche Trainingszeit von beispielsweise 3 Stunden sieht daher so aus: 1 Stunde für Chipping-Drills, 1 Stunde für Putting, und die restliche Zeit für Pitching, Bunkerspiel und volle Schwünge. Wer aktuell mehr als 70 % seiner Trainingszeit auf lange Schläge verwendet, sollte diese Verteilung bewusst zugunsten des kurzen Spiels verschieben, um den Score schneller zu senken.
Fazit: Chipping-Drills für mehr Kontrolle und Präzision
Gezielte Chipping-Drills sind ein unverzichtbarer Bestandteil deines Golftrainings. Sie helfen dir, deine Technik zu verfeinern, deine Ballkontrolle zu verbessern und mehr Selbstvertrauen in dein kurzes Spiel zu gewinnen.
Integriere diese Übungen in dein Training und beobachte, wie sich dein Chipping Schritt für Schritt verbessert. Mit der richtigen Kombination aus Technik und Praxis wirst du das kurze Spiel meistern und deinen Score deutlich senken.
Foto: Brocreative/stock.adobe.com
Häufige Fragen zu Chipping-Drills
Wie oft sollte ich Chipping-Drills trainieren, um Fortschritte zu sehen?
Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche von jeweils 20 bis 30 Minuten reichen aus, um innerhalb von 4 bis 6 Wochen messbare Verbesserungen zu erzielen. Wichtiger als die Häufigkeit ist die Konstanz über mehrere Wochen sowie das gezielte Wechseln zwischen verschiedenen Drills.
Welcher Schläger ist für Chipping-Drills am besten geeignet?
Für die meisten Übungen eignet sich ein Pitching Wedge (46-48 Grad) oder ein Sand Wedge (54-56 Grad) am besten, da sie ein ausgewogenes Flug-Roll-Verhältnis bieten. Für Chips mit viel Rollphase über ebenes Grün ist ein 7er oder 8er Eisen die bessere Wahl, während bei Hindernissen wie Bunkerkanten ein Lob Wedge mit 60 Grad hilfreich ist.
Wie messe ich meinen Fortschritt beim Chipping objektiv?
Zähle bei jedem Drill die Trefferquote in einem definierten Zielbereich (z. B. 1-Meter-Radius) und notiere die durchschnittliche Abweichung in Metern. Ein guter Zielwert für Amateure mit Handicap 15 bis 25 ist eine durchschnittliche Abweichung von unter 2 Metern aus 10 Metern Entfernung nach 6 Wochen Training.
Kann ich Chipping auch effektiv zu Hause ohne Golfplatz trainieren?
Ja, mit einem Chipping-Netz für 20 bis 40 Euro und weichen Schaumstoffbällen lässt sich die Grundtechnik auch in einem Raum ab 3 Metern Länge trainieren. Indoor-Training ersetzt nicht das Spielen auf echtem Grün, hilft aber besonders in den Wintermonaten, das Bewegungsgedächtnis aufrechtzuerhalten.