Wer putten lernen will, braucht drei Dinge: einen stabilen Griff, eine ruhige Pendelbewegung aus den Schultern und ein trainiertes Gefühl für Distanz. Der Golf-Griff beim Putten unterscheidet sich bewusst vom normalen Vollschwung-Griff, da er Handgelenksbewegungen minimieren soll. Wer diese drei Bausteine acht bis zehn Wochen lang gezielt übt, kann seine Putts pro Runde nachweislich von durchschnittlich 34-36 auf 30-32 senken.
Die richtige Puttertechnik: Fundament des kurzen Spiels
Das Putten entscheidet über Sieg und Niederlage im Golf. Während spektakuläre Drives beeindrucken, werden Turniere auf dem Grün gewonnen. Für Golfer aller Spielstärken ist eine solide Puttertechnik der Schlüssel zu niedrigeren Scores und mehr Spielfreude. Statistisch macht das Putten rund 40 Prozent aller Schläge einer Golfrunde aus – bei einer Runde mit 90 Schlägen sind das etwa 34 bis 36 Putts.
Die Grundhaltung beim Putten unterscheidet sich deutlich vom langen Spiel. Der Stand sollte etwa schulterbreit sein, das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt. Die Knie sind leicht gebeugt, der Oberkörper neigt sich aus der Hüfte nach vorn, sodass die Augen direkt über der Ballposition oder minimal dahinter stehen. Der Ball liegt idealerweise leicht links der Stanceachse (bei Rechtshändern), etwa auf Höhe des linken Fußinnenrists. Diese Position sorgt dafür, dass der Putterkopf den Ball im aufsteigenden Teil der Pendelbewegung trifft, was ein saubereres Anrollen begünstigt.
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Der optimale Griff für konstante Putts
Der Putter-Griff ist entscheidend für die Schlagkontrolle. Der bewährte „Reverse Overlap“-Griff platziert den linken Zeigefinger über die Finger der rechten Hand. Dies stabilisiert das Handgelenk und verhindert unerwünschte Bewegungen während des Schlags. Alternativ nutzen viele Tourprofis den „Claw“-Griff oder den „Left-Hand-Low“-Griff (auch Cross-Handed genannt), bei dem die linke Hand unterhalb der rechten liegt. Beide Varianten reduzieren die Aktivität des Handgelenks zusätzlich und eignen sich besonders für Golfer mit Handicap über 18, die zu Handgelenkseinsatz neigen.
Wichtig ist ein entspannter Griff mit konstantem Druck – auf einer Skala von 1 (sehr locker) bis 10 (maximal fest) sollte der Druck bei etwa 3 bis 4 liegen. Zu festes Zupacken verkrampft die Unterarme und führt zu ungleichmäßigen Bewegungen. Der Putter sollte hauptsächlich in den Handflächen liegen, nicht in den Fingerspitzen. Die Griffstärke des Putters selbst spielt ebenfalls eine Rolle: Standardgriffe mit rund 30 mm Durchmesser eignen sich für die meisten Golfer, während Oversize-Griffe ab 40 mm Handgelenksbewegungen zusätzlich dämpfen.
Die perfekte Pendelbewegung entwickeln
Das Putten basiert auf einer gleichmäßigen Pendelbewegung aus den Schultern. Handgelenke und Unterarme bleiben während des gesamten Schwungs stabil. Die Bewegung erfolgt in einer geraden Linie zum Ziel, sowohl beim Rückschwung als auch beim Durchschwung. Das Verhältnis von Rück- zu Durchschwung sollte etwa 1:1 betragen, nicht wie beim Vollschwung ungleich verteilt sein – das sorgt für ein gleichmäßiges Tempo statt eines abrupten Abstoppens am Ball.
- Ruhige Schultern als Bewegungszentrum
- Stabile Handgelenke während des Schlags
- Gleichmäßiges Tempo im Rück- und Durchschwung
- Kopf bleibt bis nach dem Schlag in Position
- Putterkopf bleibt auf der gesamten Länge des Schwungs unterhalb der Schulterhöhe
Ein einfacher Test für die Schwungebene: Legen Sie zwei Schläger parallel auf den Boden, im Abstand der Puttergröße plus zwei bis drei Zentimeter. Bleibt der Putterkopf zwischen diesen „Schienen“, ist die Bewegung gerade genug für Putts bis etwa vier Meter. Bei längeren Putts ist eine leicht bogenförmige Bahn (Arc-Stroke) physiologisch normal und kein Fehler.
Distanzkontrolle: Das Herzstück des Puttens
Die Distanzkontrolle ist wichtiger als die Richtung beim Putten. Ein Ball, der die richtige Geschwindigkeit hat, kann auch bei leichten Richtungsfehlern noch ins Loch fallen. Die Länge des Rückschwungs bestimmt primär die Putt-Distanz. Faustregel: Etwa 70 Prozent aller Drei-Putts entstehen durch falsches Lag-Putting (zu lange oder zu kurze erste Annäherung), nicht durch eine falsch gelesene Linie.
Entwickeln Sie ein Gefühl für verschiedene Schwunglängen: Ein kurzer Rückschwung bis zur Wade für Putts unter drei Metern, bis zum Knie für mittlere Distanzen zwischen drei und sechs Metern und bis zur Hüfte für lange Putts über acht Meter. Üben Sie diese Längen systematisch, um Ihr Distanzgefühl zu verbessern. Als Zielvorgabe für gute Amateure gilt: Bei einem Zehn-Meter-Putt sollte der Ball im Schnitt nicht weiter als 1,5 Meter am Loch vorbeirollen oder davor liegen bleiben.
Green Reading: Die Kunst des Linien-Lesens
Green Reading beginnt bereits beim Annähern ans Grün. Betrachten Sie die Gesamtneigung und markante Geländemerkmale, etwa ob das Grün insgesamt von einer Bergseite zum Tal hin abfällt – dieser generelle Fall („Grain der Landschaft“) beeinflusst fast jeden Putt auf diesem Grün. Auf dem Grün analysieren Sie die Puttlinie aus verschiedenen Blickwinkeln – von hinten, von der Seite und wenn nötig von hinter dem Loch.
Achten Sie auf Faktoren wie Grüngeschwindigkeit, Feuchtigkeit und Grasrichtung. Die Grüngeschwindigkeit wird mit dem Stimpmeter gemessen und in Fuß angegeben: Turniergrüns liegen oft bei 10 bis 12 Fuß, viele Clubanlagen bei 8 bis 9 Fuß. Je höher der Stimpmeter-Wert, desto sanfter und kürzer sollte der Rückschwung ausfallen. Morgendliche Putts rollen oft langsamer durch Tau, während nachmittags die Grüns schneller werden. Wind kann bei längeren Putts ab etwa acht Metern ebenfalls eine spürbare Rolle spielen, besonders auf Küstenplätzen.
Griffarten im Vergleich: Welcher passt zu Ihrem Spiel?
Nicht jeder Griff eignet sich für jeden Golfer. Die folgende Übersicht vergleicht die vier gängigsten Putt-Griffe hinsichtlich Eignung, Vor- und Nachteilen:
| Grifftyp | Empfohlen für | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Reverse Overlap | Alle Handicap-Klassen, Standardwahl | Sehr stabil, weit verbreitet, leicht zu erlernen | Erfordert etwas Übung bei kleinen Händen |
| Left-Hand-Low (Cross-Handed) | Golfer mit Handgelenksproblemen, Handicap 10-30 | Verhindert aktives Durchschlagen der rechten Hand | Gewöhnungsbedürftig, ungewohntes Gefühl anfangs |
| Claw-Griff | Golfer mit Nervosität bei kurzen Putts („Yips“) | Reduziert Handgelenkseinsatz fast vollständig | Weniger Gefühl bei langen Distanzputts |
| Konventioneller Griff (wie Vollschwung) | Fortgeschrittene mit viel Übungserfahrung | Intuitiv, viel Gefühl für Distanz | Anfälliger für Handgelenksbewegung unter Druck |
Mentale Stärke auf dem Grün
Das mentale Spiel beim Putten ist entscheidend. Entwickeln Sie eine konsistente Pre-Shot-Routine, die Ihnen Sicherheit gibt. Diese könnte das Visualisieren der Balllinie, zwei Übungsschwünge und einen letzten Blick zum Loch umfassen – halten Sie diese Routine auf konstant 10 bis 15 Sekunden, weder gehetzt noch zu lang, um Zweifel keinen Raum zu geben.
Vertrauen Sie Ihrer ersten Einschätzung der Linie und begehen Sie den Putt mit Überzeugung. Zweifeln führt zu zögerlichen Bewegungen und schlechten Ergebnissen. Nach einem Fehlputt analysieren Sie kurz den Fehler, fokussieren sich dann aber sofort auf den nächsten Schlag. Eine bewährte Technik ist die „Drei-Sekunden-Regel“: Erlauben Sie sich maximal drei Sekunden Ärger nach einem verpassten Putt, danach ist der Schlag mental abgehakt.
Die häufigsten Putt-Fehler und ihre Lösung
Viele Golfer wiederholen dieselben Fehler über Jahre, ohne es zu merken. Die folgende Liste zeigt typische Probleme und die passende Korrektur:
- Fehler: Aktive Handgelenke während des Schlags. Lösung: Üben Sie mit einem Tee oder Stift unter der Unterarmmanschette, das bei Handgelenksbewegung herausfällt.
- Fehler: Kopf bewegt sich vor dem Ballkontakt. Lösung: Zählen Sie beim Putten leise bis zwei nach dem gefühlten Treffpunkt, bevor Sie aufschauen.
- Fehler: Zu fester Griffdruck aus Nervosität. Lösung: Vor jedem Putt bewusst Schultern und Hände lockern, drei tiefe Atemzüge nehmen.
- Fehler: Falsche Balllage im Stand, meist zu weit hinten. Lösung: Ball auf Höhe des linken Fußinnenrists positionieren und mit einer zweiten Person oder Spiegel kontrollieren.
- Fehler: Ungleichmäßiges Tempo zwischen Rück- und Durchschwung. Lösung: Laut „eins-zwei“ zählen im gleichen Rhythmus für Rück- und Durchschwung.
- Fehler: Zu wenig Zeit für Distanzputts investiert. Lösung: Mindestens 60 Prozent der Übungszeit auf Putts über fünf Meter verwenden statt nur auf kurze Putts.
Effektives Putt-Training für 2026
Strukturiertes Putt-Training verbessert Ihre Leistung schneller als planloses Üben. Beginnen Sie mit geraden Putts aus verschiedenen Distanzen, bevor Sie sich an Breaks wagen. Das Gate-Drill mit zwei Tees knapp neben der Lochbreite (etwa 11 cm Abstand bei einem Lochdurchmesser von 10,8 cm) schärft die Genauigkeit und sollte aus 1, 2 und 3 Metern jeweils zehnmal wiederholt werden.
Für die Distanzkontrolle eignet sich das Leiter-Drill: Putten Sie Bälle in Abständen von jeweils einem Meter vom Loch weg, beginnend bei drei Metern bis hin zu neun Metern. Jeder Ball sollte etwa einen Meter über das Loch hinausrollen. Dies entwickelt das optimale Tempo für verschiedene Distanzen. Planen Sie pro Trainingseinheit mindestens 30 Minuten reines Putt-Training ein, idealerweise im Verhältnis 60 zu 40 zwischen Distanz- und Genauigkeitsübungen. Golfer, die zweimal wöchentlich je 30 Minuten gezielt putten üben, verbessern ihre Puttzahl pro Runde erfahrungsgemäß innerhalb von zwei bis drei Monaten um zwei bis vier Schläge.
Mit diesen Grundlagen und regelmäßiger Übung werden Sie 2026 deutliche Fortschritte beim Putten erzielen und Ihre Scores nachhaltig verbessern.
Häufig gestellte Fragen zum Putten
Wie lange sollte der Putterschaft für meine Körpergröße sein?
Die Standardlänge liegt zwischen 33 und 35 Zoll, wobei größere Golfer über 1,85 Meter eher zu 35 Zoll tendieren. Am besten lassen Sie die Puttinglänge beim Fitting mit einer dynamischen Messung der Armlänge und Stand-Ergonomie bestimmen, da eine falsche Länge zu gebückter oder zu aufrechter Haltung führt.
Welches Puttergewicht ist für Anfänger empfehlenswert?
Für die meisten Golfer eignen sich Putterkopfgewichte zwischen 330 und 350 Gramm, da sie ein gutes Gefühl für die Pendelbewegung vermitteln, ohne zu schwer für kurze Putts zu sein. Bei sehr schnellen Grüns über 10 Fuß Stimpmeter-Wert kann ein leichterer Kopf um 320 Gramm feinere Distanzkontrolle ermöglichen.
Wie oft sollte ich meinen Putter wechseln oder neu einstellen lassen?
Ein Putter muss nicht jährlich gewechselt werden, sollte aber alle zwei bis drei Jahre auf Schaftverwindung, Griffzustand und Lie-Winkel überprüft werden. Wenn sich Ihre Körpergröße, Haltung oder Ihr Griff deutlich verändert haben, lohnt sich ein neues Fitting unabhängig vom Alter des Schlägers.
Was tun bei den „Yips“ bei kurzen Putts?
Die Yips – unkontrollierte, ruckartige Handgelenksbewegungen bei kurzen Putts – lassen sich oft durch einen Griffwechsel zum Claw- oder Left-Hand-Low-Griff lindern, da beide die Handgelenksaktivität mechanisch einschränken. Zusätzlich hilft es, sich bei kurzen Putts unter einem Meter bewusst auf ein zügiges, entschlossenes Tempo zu konzentrieren statt auf das Ergebnis zu starren.