Um den Golf Grip richtig zu halten, wählen Sie zwischen drei bewährten Griffarten: Overlapping (Vardon-Grip), Interlocking oder Baseball Grip (Ten-Finger-Grip). Für die meisten Golfer mit Handicap unter 20 empfiehlt sich der Overlapping Grip, während Anfänger und Spieler mit kleineren Händen oder wenig Kraft in den Fingern besser mit dem Interlocking oder Baseball Grip fahren. Welche Variante zu Ihnen passt, hängt von Handgröße, Kraft und Ihrem individuellen Ballflug ab – alle drei Details erklären wir im Folgenden.
Die Bedeutung des richtigen Grips im Golf
Der Grip ist die einzige Verbindung zwischen Golfer und Schläger – und damit der Grundstein für jeden erfolgreichen Schwung. Ein korrekter Grip beeinflusst maßgeblich die Schlagrichtung, Distanz und Konstanz Ihres Spiels. Viele Golfer unterschätzen jedoch die Wichtigkeit der richtigen Griffhaltung und verschenken dadurch wertvolle Schläge.
Untersuchungen von PGA-Trainern zeigen immer wieder: Bis zu 70 Prozent der Anfänger halten den Schläger zu fest oder in der falschen Handposition. Das Resultat sind Slices von 20 bis 30 Metern seitlicher Abweichung, verlorene Schlägerkopfgeschwindigkeit von 5 bis 10 km/h und eine inkonsistente Schlagfläche beim Treffmoment. Wer seinen Grip innerhalb weniger Trainingseinheiten korrigiert, kann seine Streuung auf der Range oft schon nach 2 bis 3 Übungseinheiten spürbar verringern. Der Aufwand lohnt sich also, bevor Sie an Schwungtechnik oder Ausrüstung feilen.
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Die drei klassischen Grip-Varianten im Vergleich
Im Golf haben sich drei Hauptgriffarten etabliert, die jeweils ihre spezifischen Vor- und Nachteile bieten. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen, damit Sie schnell einschätzen können, welche Variante zu Ihrer Hand- und Kraftsituation passt.
| Grip-Art | Empfohlen für | Handgröße | Bekannte Nutzer | Lernaufwand |
|---|---|---|---|---|
| Overlapping (Vardon) | Handicap 0-20, erfahrene Spieler | Mittel bis groß | Harry Vardon, Rory McIlroy | Mittel (2-4 Wochen Eingewöhnung) |
| Interlocking | Kleine Hände, schwacher Griffdruck | Klein bis mittel | Tiger Woods, Jack Nicklaus | Mittel (2-3 Wochen) |
| Baseball (Ten-Finger) | Anfänger, Kinder, Arthritis-Patienten | Alle Größen | Selten bei Profis, häufig bei Einsteigern | Gering (sofort umsetzbar) |
Der Overlapping Grip (Vardon-Grip)
Der Overlapping Grip ist die beliebteste Griffhaltung unter Golfprofis und fortgeschrittenen Spielern – schätzungsweise nutzen ihn über 80 Prozent der Tourspieler. Dabei wird der kleine Finger der rechten Hand (bei Rechtshändern) über den Zeigefinger der linken Hand gelegt. Diese Technik wurde nach dem legendären Golfer Harry Vardon benannt, der sie Ende des 19. Jahrhunderts populär machte, und bietet:
- Maximale Einheit beider Hände
- Bessere Kontrolle über den Schläger, besonders bei Eisen ab Nummer 5
- Ideal für Spieler mit größeren Händen (Handschuhgröße ab 9,5)
- Verbesserte Handgelenksaktion für mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit
In der Praxis zeigt sich dieser Grip besonders stabil bei längeren Schlägern wie Driver und Fairwayhölzern, wo die Schlägerkopfgeschwindigkeit oft über 150 km/h liegt und beide Hände synchron arbeiten müssen. Für Golfer mit Handicap unter 15 ist er meist die erste Wahl.
Der Interlocking Grip
Beim Interlocking Grip werden der kleine Finger der rechten Hand und der Zeigefinger der linken Hand miteinander verschränkt. Diese Griffhaltung wird von Golflegenden wie Tiger Woods und Jack Nicklaus bevorzugt, die beide zusammen über 30 Major-Titel gewonnen haben. Die Vorteile:
- Sehr feste Verbindung beider Hände, ideal bei Handschuhgröße bis 8,5
- Geeignet für Spieler mit kleineren oder schwächeren Händen
- Verhindert das Auseinanderrutschen der Hände bei Schweiß oder Nässe
- Gute Kraftübertragung auch bei geringerer Griffstärke
Nachteilig kann sich der Interlocking Grip bei sehr großen Händen auswirken: Die verschränkten Finger erzeugen dann unnötigen Druck im Handgelenk, was auf Dauer zu Verspannungen führen kann. Golfer mit Handumfang über 22 Zentimetern greifen deshalb häufiger zum Overlapping Grip.
Der Baseball Grip (Ten-Finger-Grip)
Der Baseball Grip ist die einfachste Griffhaltung, bei der alle zehn Finger den Schläger umfassen, ohne sich zu überlappen oder zu verschränken. Diese Methode eignet sich besonders für:
- Golf-Anfänger in den ersten 10 bis 20 Trainingsstunden
- Spieler mit Arthritis oder Handproblemen, die keinen Druck auf einzelne Finger ausüben können
- Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren mit noch wenig Handkraft
- Golfer, die mehr Kraft benötigen, etwa bei kurzen, kräftigen Eisenschlägen
Der Nachteil: Ohne Überlappung oder Verschränkung arbeiten beide Hände tendenziell unabhängiger voneinander, was die Präzision bei Annäherungsschlägen unter 100 Metern verringern kann. Viele Trainer empfehlen deshalb, spätestens nach dem ersten Jahr regelmäßigen Spiels auf Overlapping oder Interlocking umzusteigen.
Starker, neutraler oder schwacher Grip?
Neben der Fingerhaltung ist auch die Grip-Stärke entscheidend für Ihr Spiel. Diese wird durch die Drehung der Hände am Schaft bestimmt und in Knöcheln gemessen, die beim Blick auf die linke Hand (Rechtshänder) sichtbar sind.
Neutraler Grip: Die klassische Position, bei der zwei bis drei Knöchel der linken Hand sichtbar sind. Dieser Grip fördert gerade Schläge und ist für die meisten Golfer mit Handicap zwischen 10 und 20 ideal.
Starker Grip: Beide Hände sind mehr nach rechts gedreht, drei bis vier Knöchel sind sichtbar, der V-Winkel zwischen Daumen und Zeigefinger zeigt Richtung rechte Schulter. Dies kann bei Slicern helfen, die den Ball regelmäßig 15 bis 25 Meter nach rechts verziehen, führt bei Überkorrektur aber oft zu Hooks.
Schwacher Grip: Die Hände sind nach links gedreht, nur ein bis zwei Knöchel sind sichtbar, der V-Winkel zeigt eher Richtung Kinn. Geeignet für Spieler, die zu Hooks neigen und den Ball ungewollt 10 bis 20 Meter nach links schlagen.
So finden Sie Ihren perfekten Grip
Die Wahl des richtigen Grips hängt von verschiedenen Faktoren ab, die Sie einzeln durchgehen sollten, bevor Sie sich für mehrere Wochen auf eine Variante festlegen:
- Handgröße: Große Hände (Handschuhgröße ab 9,5) bevorzugen meist den Overlapping Grip, kleinere Hände (bis Größe 8) den Interlocking Grip
- Spielstärke: Anfänger starten oft mit dem Baseball Grip und wechseln nach etwa 6 bis 12 Monaten regelmäßigen Trainings
- Ballflug: Ihr natürlicher Ballflug bestimmt die optimale Grip-Stärke – lassen Sie 10 Bälle schlagen und zählen Sie, wie viele nach rechts oder links abweichen
- Komfort: Der Grip muss sich nach spätestens 3 Trainingseinheiten natürlich anfühlen, sonst sollten Sie zurückwechseln
Ein praktischer Test: Nehmen Sie ein Eisen 7 zur Hand und schlagen Sie 15 Bälle mit jeder Griffvariante. Notieren Sie Streuung in Metern und subjektives Gefühl. Die Variante mit der geringsten seitlichen Abweichung ist meist die richtige Basis für die nächsten Monate.
Häufige Grip-Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Greifen des Schlägers kosten Golfer im Schnitt 3 bis 5 Schläge pro Runde. Hier die häufigsten Probleme und die passende Lösung:
- Fehler: Zu fester Griff, der die natürliche Handgelenksbewegung blockiert. Lösung: Griffdruck auf einer Skala von 1 bis 10 auf etwa 4 bis 5 reduzieren, sodass der Schläger nicht wegfliegt, aber die Hände locker bleiben.
- Fehler: Griff liegt in den Handflächen statt in den Fingern. Lösung: Schläger diagonal über die Finger der linken Hand legen, nicht quer über die Handfläche, für mehr Handgelenksfreiheit.
- Fehler: Falsche Daumenposition, meist zu weit oben oder unten auf dem Schaft. Lösung: Rechter Daumen (Rechtshänder) leicht links von der Schaftmitte platzieren, linker Daumen zeigt Richtung rechte Schulter.
- Fehler: Unterschiedliche Grip-Stärke bei verschiedenen Schlägern, etwa neutral beim Eisen und stark beim Driver. Lösung: Grip-Position bei allen Schlägern im Bag konsistent halten, um Ballflug-Muster vorhersehbar zu machen.
- Fehler: Abgenutzte Griffe mit weniger als 0,5 Millimeter Profiltiefe, die Rutschen begünstigen. Lösung: Griffe alle 40 bis 60 Runden beziehungsweise einmal jährlich erneuern lassen, Kosten liegen bei etwa 8 bis 15 Euro pro Griff inklusive Montage.
Professionelle Grip-Anpassung in 2026
Ein PGA-Professional kann Ihnen dabei helfen, den optimalen Grip zu finden. Eine einzelne Grip-Analyse-Stunde kostet je nach Region zwischen 50 und 90 Euro und dauert meist 45 bis 60 Minuten. Moderne Analysesysteme mit Drucksensoren im Griff messen dabei exakt, wie viel Kraft jede Hand und jeder Finger während des Schwungs aufbringt, und ermöglichen es, verschiedene Griffhaltungen live zu testen und deren Auswirkungen auf Schlägerkopfgeschwindigkeit sowie Ballflug zu messen.
Golfschulen bieten inzwischen auch Grip-Fitting-Pakete an, die neben der Handhaltung auch die passende Griffstärke, den richtigen Grip-Durchmesser (Standard, Midsize oder Jumbo) und das Grip-Material berücksichtigen. Ein zu dünner Griff bei großen Händen fördert unbewusst einen zu starken Grip und damit Hooks, ein zu dicker Griff bei kleinen Händen begünstigt Slices. Investieren Sie in eine professionelle Grip-Analyse – es wird sich in Ihrem Score widerspiegeln, oft schon nach den ersten 2 bis 3 Runden mit dem angepassten Griff.
Der richtige Grip ist der erste Schritt zu besserem Golf. Experimentieren Sie mit verschiedenen Varianten über mindestens 3 bis 4 Trainingseinheiten und finden Sie heraus, welche Griffhaltung Ihr Spiel am meisten verbessert.
Häufig gestellte Fragen zum Golf Grip
Welcher Golf Grip ist für Anfänger am besten geeignet?
Für Anfänger empfiehlt sich meist der Baseball Grip, da er ohne Verschränkung der Finger auskommt und in wenigen Minuten erlernbar ist. Nach etwa 6 bis 12 Monaten regelmäßigen Trainings lohnt sich der Wechsel zum Overlapping oder Interlocking Grip für mehr Präzision.
Wie stark sollte ich den Golfschläger greifen?
Der Griffdruck sollte auf einer Skala von 1 (sehr locker) bis 10 (maximal fest) bei etwa 4 bis 5 liegen. Ein zu fester Griff blockiert die Handgelenksbewegung und reduziert die Schlägerkopfgeschwindigkeit um bis zu 10 km/h.
Wie oft sollte ich meine Golfgriffe wechseln lassen?
Griffe sollten alle 40 bis 60 gespielten Runden oder mindestens einmal pro Jahr erneuert werden, da das Material an Grip-Profil verliert. Ein neuer Griff kostet inklusive Montage etwa 8 bis 15 Euro pro Schläger.
Kann ein falscher Grip zu Verletzungen führen?
Ja, ein zu fester oder falscher Grip erhöht die Belastung auf Handgelenke und Ellenbogen und kann langfristig zu Beschwerden wie dem sogenannten Golferarm führen. Eine professionelle Grip-Analyse für 50 bis 90 Euro kann solche Fehlbelastungen frühzeitig aufdecken.