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Arme beim Golfschwung: Richtige Technik für Anfänger

Die Rolle der Arme beim Golfschwung verstehen

by Tobias Bojko
Arme beim Golfschwung

Was machen die Arme beim Golfschwung?

Die Arme steuern beim Golfschwung die Schlägerführung, übertragen die aus der Hüftrotation aufgebaute Energie auf den Ball und bestimmen maßgeblich Schlagweite sowie Präzision. Anfänger verlieren häufig 15 bis 20 Meter Schlagweite, weil die Arme zu aktiv und unabhängig vom Körper arbeiten. Wer die Armbewegung in den vier Schwungphasen korrekt koordiniert, kann allein durch Technikverbesserung ohne mehr Kraftaufwand spürbar an Länge und Genauigkeit gewinnen. Der Golfschwung ist dabei immer eine Kette aus Körperdrehung, Armführung und Handgelenkseinsatz, bei der die Arme die Verbindung zwischen Rumpf und Schlägerkopf bilden.

1. Im Rückschwung (Backswing)

Der Rückschwung ist der erste Teil des Golfschwungs, bei dem der Schläger hinter den Körper gebracht wird, um Schwungkraft aufzubauen. Die Rückschwungphase dauert bei einem Durchschnittsspieler etwa 0,8 bis 1 Sekunde und endet, wenn der Schläger die Waagerechte über der Schulter erreicht.

  • Linker Arm (bei Rechtshändern): Im Rückschwung bleibt der linke Arm weitgehend gestreckt. Dies ist entscheidend, um die richtige Schwungweite und Spannung im Oberkörper zu erzeugen. Ein gestreckter linker Arm sorgt dafür, dass der Schläger in die optimale Position gelangt, um Kraft zu entwickeln.
  • Rechter Arm (bei Rechtshändern): Der rechte Arm beugt sich im Rückschwung leicht im Ellbogen, meist auf einen Winkel von etwa 90 Grad am Ende des Rückschwungs. Diese Beugung ermöglicht es dem Schläger, eine höhere Position zu erreichen, was wichtig ist, um den Schwung zu laden und Schwungkraft aufzubauen.
  • Beide Arme zusammen: Während sich der Körper dreht, arbeiten die Arme gemeinsam, um den Schläger auf die gewünschte Schwungbahn zu bringen. Wichtig ist, dass die Arme synchron mit der Körperrotation arbeiten. Ein falsches Timing kann zu einer Fehlpositionierung des Schlägers führen, häufig erkennbar an einem zu flachen oder zu steilen Schwung von mehr als 5 Grad Abweichung von der Idealebene.

2. Im Abschwung (Downswing)

Im Abschwung wird die gespeicherte Energie aus dem Rückschwung freigesetzt, um den Schläger auf den Ball zu beschleunigen. Diese Phase dauert nur rund 0,2 bis 0,3 Sekunden, also deutlich kürzer als der Rückschwung, weshalb saubere Armführung hier besonders wichtig ist.

  • Linker Arm: Im Abschwung bleibt der linke Arm weiterhin gestreckt, um die Schwungbahn zu stabilisieren und eine kraftvolle Schlagbewegung zu ermöglichen. Durch die Streckung des linken Arms kann der Schlägerkopf beschleunigt und präzise auf den Ball ausgerichtet werden. Profis erreichen dabei Schlägerkopfgeschwindigkeiten von 110 bis 120 mph mit dem Driver, Amateure mit Handicap 18 bis 36 liegen meist bei 80 bis 95 mph.
  • Rechter Arm: Der rechte Arm beginnt im Abschwung, sich von der Ellbogenbeugung zu strecken. Diese Bewegung ist entscheidend für die Übertragung der Energie auf den Schläger und damit den Ball. Der rechte Arm gibt dem Schlag zusätzlichen Schwung.
  • Armarbeit im Downswing: In dieser Phase des Schwungs müssen die Arme eng am Körper geführt werden, idealerweise mit einem Abstand von wenigen Zentimetern zum Rumpf. Es ist wichtig, dass die Arme keine eigenständigen Bewegungen machen, sondern dem Körper folgen. So bleibt der Schwung im richtigen Rhythmus und Tempo.

3. Im Treffmoment

Der Moment, in dem der Schläger den Ball trifft, ist entscheidend. Hier wird die gesamte Energie, die im Rück- und Abschwung aufgebaut wurde, auf den Ball übertragen. Der Kontakt selbst dauert nur etwa 0,0005 Sekunden, in dieser Kürze entscheidet sich aber, ob der Ball 180 Meter oder 220 Meter fliegt.

  • Linker Arm: Der linke Arm sollte im Treffmoment vollkommen gestreckt sein, um die maximale Schwungkraft auf den Ball zu übertragen. Eine Beugung des Arms würde zu einem schwachen und unpräzisen Schlag führen und kann die Schlagweite um 10 bis 15 Prozent reduzieren.
  • Rechter Arm: Der rechte Arm streckt sich beim Treffmoment aus und sorgt dafür, dass der Schlägerkopf gerade durch den Ball geführt wird. Diese Streckung verleiht dem Schlag zusätzliche Kraft und Präzision.

4. Im Follow-Through (Durchschwung)

Nach dem Ballkontakt ist der Schwung noch nicht beendet. Der Follow-Through ist der natürliche Abschluss der Schwungbewegung, und auch hier spielen die Arme eine wichtige Rolle.

  • Rechter Arm: Im Follow-Through streckt sich der rechte Arm vollständig aus, was zu einer sauberen, gleichmäßigen Schwungbewegung führt. Der rechte Arm folgt der natürlichen Schwungbahn des Schlägers, um die Bewegung harmonisch auslaufen zu lassen.
  • Linker Arm: Der linke Arm beginnt sich nach dem Ballkontakt leicht zu beugen, um den Schwung locker und frei auslaufen zu lassen. Beide Arme sollten dabei kontrolliert, aber entspannt geführt werden, um den Schwung nicht abrupt abzubrechen. Eine vollständige Ausschwungposition mit Schläger hinter dem Nacken zeigt meist, dass die Armarbeit über den gesamten Schwung korrekt war.

Armhaltung im Vergleich: Anfänger vs. fortgeschrittene Spieler

Die folgende Tabelle zeigt typische Unterschiede in der Armtechnik zwischen Anfängern mit Handicap über 30 und fortgeschrittenen Spielern mit Handicap unter 10. Diese Unterschiede erklären häufig, warum Anfänger im Schnitt 40 bis 60 Meter weniger Schlagweite mit dem Driver erzielen.

KriteriumAnfänger (HCP 30+)Fortgeschritten (HCP unter 10)
Linker Arm im Rückschwungoft gebeugt, ca. 20-30 Gradgestreckt, unter 10 Grad Beugung
Ellbogenwinkel rechts obenüber 120 Grad, zu offenca. 90 Grad
Abstand Arme zu Körper im Downswingüber 15 cm, „chicken wing“unter 5 cm, eng geführt
Schlägerkopfgeschwindigkeit Driver75-90 mph100-115 mph
Typische Schlagweite Driver150-190 Meter220-260 Meter
Treffmoment linker Armhäufig leicht gebeugtvollständig gestreckt

Häufige Fehler bei der Armarbeit und Lösungen

Viele Anfänger entwickeln in den ersten 20 bis 30 Trainingsstunden typische Fehlmuster in der Armführung. Wer diese früh erkennt, spart sich monatelanges Einüben falscher Bewegungsmuster.

  • Fehler: Überaktiver rechter Arm im Downswing. Der rechte Arm „wirft“ den Schläger von außen nach innen (Over the Top). Lösung: Den Abschwung mit der Hüftdrehung einleiten, die Arme passiv am Körper mitführen lassen.
  • Fehler: Gebeugter linker Arm im Treffmoment. Führt zu Dünn- oder Fett-Schlägen und Kraftverlust von bis zu 20 Metern. Lösung: Mit Übungsschwüngen ohne Ball den gestreckten linken Arm bis zum Treffmoment bewusst trainieren.
  • Fehler: „Chicken Wing“ – abgeknickter linker Arm im Durchschwung. Deutet meist auf Angst vor dem Ball oder falsche Griffhaltung hin. Lösung: Vollständige Rotation bis in die Ausschwungposition üben, Griffdruck auf etwa 4 von 10 reduzieren.
  • Fehler: Arme zu weit vom Körper entfernt im Rückschwung. Der Schläger gerät zu flach, die Schwungebene wird instabil. Lösung: Mit einem Handtuch unter beiden Achseln üben, das während des Schwungs nicht herunterfallen darf.
  • Fehler: Verkrampfte Arme durch zu festen Griff. Reduziert die Schlägerkopfgeschwindigkeit messbar um 5 bis 10 mph. Lösung: Griffdruck lockern, Handgelenke frei mitschwingen lassen.

Übungen zur Verbesserung der Armarbeit

Gezieltes Training der Armführung lässt sich mit einfachen Hilfsmitteln und wenigen Minuten pro Übungseinheit umsetzen. Bereits 10 bis 15 Minuten dreimal pro Woche zeigen nach 4 bis 6 Wochen spürbare Verbesserungen im Ballkontakt.

  • Handtuch-Drill: Ein zusammengerolltes Handtuch unter beide Achseln klemmen und Schwünge ohne Ball ausführen. Fällt das Handtuch heraus, arbeiten die Arme zu unabhängig vom Körper.
  • Alignment-Stick-Übung: Ein Übungsstab wird entlang der Schwungebene positioniert, um die korrekte Armführung im Rück- und Abschwung visuell zu kontrollieren.
  • Halbschwung-Training: Schwünge nur bis zur Hüfthöhe ausführen, dabei bewusst auf die Streckung des linken Arms im Treffmoment achten. Diese verkürzte Version reduziert Fehlerquellen und schult das Gefühl für die richtige Armposition.
  • Spiegel-Check: Vor einem Spiegel die vier Schwungphasen einzeln nachstellen und die beschriebenen Armwinkel mit einem Geodreieck oder einer Winkel-App überprüfen.

Dazu eignen sich auch spezielle Trainingshilfen, die den Bewegungsablauf der Arme unterstützen und Fehler frühzeitig sichtbar machen.

Zusammenfassung: Was machen die Arme beim Golfschwung?

Die Arme spielen beim Golfschwung eine zentrale Rolle, da sie den Schläger führen und die Energie aus dem Körper auf den Ball übertragen. Dabei ist es wichtig, dass die Arme eng mit der Körperrotation und dem Timing zusammenarbeiten. Der linke Arm bleibt im Großteil des Schwungs gestreckt, während der rechte Arm sich beugt und streckt, um Kraft aufzubauen und zu übertragen. Die richtige Armarbeit ermöglicht einen flüssigen und kraftvollen Schwung, der Präzision und Schwungweite kombiniert. Anfänger, die diese Mechanik in den ersten Trainingsmonaten verinnerlichen, vermeiden typische Handicap-Blockaden zwischen 25 und 36 und legen die Basis für eine kontinuierliche Verbesserung Richtung Einstelligkeit.

Foto: denklim/adobestock.com

FAQ: Arme beim Golfschwung

Soll der linke Arm beim Golfschwung immer komplett durchgestreckt sein?

Der linke Arm sollte weitgehend gestreckt, aber nicht krampfhaft durchgedrückt sein. Eine leichte, entspannte Streckung ohne Überstreckung im Ellbogengelenk reicht aus, um Stabilität und Schwungweite zu erzeugen, ohne Verspannungen zu riskieren.

Wie viel Kraft sollte ich beim Griff mit den Armen und Händen aufwenden?

Ein Griffdruck von etwa 4 bis 5 auf einer Skala von 1 bis 10 gilt als ideal. Zu fester Griff überträgt sich auf die Arme und reduziert die Schlägerkopfgeschwindigkeit messbar, während ein zu lockerer Griff die Kontrolle über den Schlägerkopf verschlechtert.

Warum verliere ich Schlagweite, obwohl ich viel Kraft in den Armen einsetze?

Schlagweite entsteht primär durch die Rotation von Hüfte und Oberkörper, nicht durch reine Armkraft. Wer die Arme aktiv „schlägt“ statt sie passiv der Körperdrehung folgen zu lassen, verliert Energie und Präzision, oft erkennbar an inkonsistenten Schlagweiten von 20 bis 30 Metern Unterschied bei gleichem Schläger.

Wie lange dauert es, die richtige Armtechnik zu lernen?

Bei regelmäßigem Training von zwei bis drei Einheiten pro Woche zeigen sich nach etwa 6 bis 8 Wochen deutliche Fortschritte in der Armführung. Eine vollständige Automatisierung der Bewegung dauert je nach Übungsintensität und golferischem Grundtalent zwischen 6 und 18 Monaten.

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