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Gewichtsverlagerung Golfschwung: Technik & Tipps 2026

Für mehr Kontrolle und Präzision

by Tobias Bojko
Gewichtsverlagerung beim Golfschwung

Gewichtsverlagerung beim Golfschwung

Die richtige Gewichtsverlagerung im Golfschwung folgt einem klaren Muster: 50/50 im Setup, 60-70 % auf dem hinteren Fuß im Rückschwung, dann ein Wechsel auf 80-90 % vorderen Fuß im Abschwung und Treffmoment. Wer diese Prozentwerte technisch umsetzt, gewinnt spürbar an Schlagweite und Konstanz, oft 10 bis 15 Meter mehr Carry mit dem Driver. Die Gewichtsverlagerung spielt eine entscheidende Rolle im Golfschwung, weil sie Balance, Stabilität, Kraft und letztlich die Präzision des Schlages beeinflusst. Eine korrekte Gewichtsverlagerung sorgt dafür, dass du deine Energie optimal auf den Ball überträgst. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie sich das Gewicht während der verschiedenen Phasen des Golfschwungs verändert, mit welchen Zahlen du arbeiten solltest und welche Fehler Amateure am häufigsten machen.

1. Der Stand (Setup)

Im Setup, also vor dem eigentlichen Schwung, sollte das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt sein. Das bedeutet, etwa 50 % des Gewichts auf dem linken und 50 % auf dem rechten Fuß (bei Rechtshändern). Diese gleichmäßige Verteilung sorgt für eine stabile Ausgangsposition und ein ausgewogenes Gleichgewicht.

Bei längeren Schlägen, wie etwa beim Abschlag mit dem Driver, kann das Gewicht leicht auf den hinteren Fuß (rechter Fuß bei Rechtshändern) verlagert sein, um eine optimale Ladeposition für den Rückschwung zu schaffen. Hierbei ist es üblich, dass etwa 55-60 % des Gewichts auf dem hinteren Fuß liegt. Bei einem Eisen 7 oder kürzeren Schlägern bleibt die Verteilung dagegen nahezu bei 50/50, da hier ein steilerer Schwung und ein präziser Treffpunkt wichtiger sind als maximale Distanz. Golfer mit Handicap über 20 neigen oft dazu, im Setup bereits zu viel Gewicht auf den vorderen Fuß zu legen, was den Rückschwung erschwert und die spätere Verlagerung nach vorne unmöglich macht, weil schlicht keine Reserve mehr vorhanden ist. Ein einfacher Check: Stelle dich vor einen Spiegel, richte die Fußspitzen aus und spüre bewusst, ob beide Fußsohlen gleich stark belastet sind, bevor du in den Rückschwung gehst.

2. Rückschwung (Backswing)

Während des Rückschwungs verlagert sich das Gewicht allmählich auf den hinteren Fuß. Ziel dieser Verlagerung ist es, Spannung im Körper aufzubauen, die später im Abschwung freigesetzt wird. Bei einem optimalen Rückschwung sollte etwa 60-70 % des Körpergewichts auf dem hinteren Fuß sein. Dies geschieht, indem sich der Oberkörper und die Hüften nach hinten drehen, während die Arme den Schläger nach oben und zurückziehen.

Eine korrekte Gewichtsverlagerung auf den hinteren Fuß stellt sicher, dass der Golfer genügend Schwungkraft generieren kann. Wenn das Gewicht zu sehr auf dem vorderen Fuß bleibt, wird es schwierig, genug Power im Abschwung zu entwickeln. Ein bekanntes Fehlerbild ist der sogenannte „Reverse Pivot“, bei dem sich das Gewicht im Rückschwung fälschlicherweise auf den vorderen statt auf den hinteren Fuß verlagert. Dieser Fehler kostet nach Erfahrungswerten aus dem Trainingsalltag schnell 20 bis 30 Meter Schlagweite beim Driver, weil die Hüfte im Abschwung keine Rotationsenergie mehr aufbauen kann. Trainer empfehlen für Einsteiger und Golfer mit Handicap 18 bis 36 häufig Drills mit einem Alignment Stick, der seitlich am hinteren Fuß positioniert wird, um die Rotation und Gewichtsverlagerung spürbar zu machen.

3. Abschwung (Downswing)

Der Abschwung ist die Phase, in der die Energie, die im Rückschwung aufgebaut wurde, freigesetzt wird, um den Schlägerkopf durch den Ball zu führen. Hierbei beginnt die Gewichtsverlagerung vom hinteren Fuß auf den vorderen Fuß. Diese Verlagerung wird durch die Beine und Hüften eingeleitet – sie starten den Abschwung, bevor die Arme und der Schläger folgen.

Während des Abschwungs wandert das Gewicht stetig nach vorne, sodass beim Treffmoment etwa 80-90 % des Gewichts auf dem vorderen Fuß sein sollte. Diese Verlagerung auf den vorderen Fuß hilft, den Ball mit maximaler Kraft und Kontrolle zu treffen. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass der Schläger in einer stabilen, geraden Schwungbahn geführt wird. Profis auf der PGA Tour erreichen im Abschwung Hüftgeschwindigkeiten von 700 bis 800 Grad pro Sekunde, während Amateure oft nur 400 bis 500 Grad pro Sekunde schaffen, was direkt mit einer unvollständigen Gewichtsverlagerung zusammenhängt. Ein Trainingshilfsmittel wie ein Schwung-Trainer mit Gewichtssensoren in der Sohle kann helfen, den Zeitpunkt der Verlagerung objektiv zu messen, statt sich nur auf das Gefühl zu verlassen.

4. Treffmoment

Im Treffmoment ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die gesamte aufgeladene Energie auf den Ball übertragen wird. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Großteil des Gewichts auf dem vorderen Fuß liegen (linker Fuß bei Rechtshändern). Ideal ist eine Verteilung, bei der 90 % des Gewichts auf dem vorderen Fuß lasten und nur noch etwa 10 % auf dem hinteren Fuß verbleiben.

Diese Gewichtsverlagerung sorgt für einen kräftigen und sauberen Ballkontakt. Wenn das Gewicht zu weit auf dem hinteren Fuß bleibt, resultiert dies oft in einem schwachen Schlag oder einem misslungenen Ballkontakt, da der Schläger den Ball nicht korrekt trifft. Typische Symptome sind der „Fat Shot“, bei dem der Schlägerkopf zu früh den Boden berührt, oder der „Thin Shot“, bei dem der Ball nur knapp über der Grasnarbe getroffen wird. Beide Fehler reduzieren die Schlagweite um 15 bis 40 Meter, je nach Schwere des Fehlers, und sind bei Golfern mit Handicap über 15 die häufigste Ursache für inkonstante Rundenergebnisse. Ein gezieltes Training mit Übungsbällen aus Schaumstoff in der heimischen Umgebung kann helfen, das Gefühl für den Treffmoment ohne Verletzungsrisiko zu verbessern.

5. Follow-Through (Durchschwung)

Im Follow-Through, also der Phase nach dem Ballkontakt, bleibt das Gewicht weiterhin auf dem vorderen Fuß. Während der Schläger seine Schwungbahn fortsetzt, sollte das Gewicht fast vollständig auf dem vorderen Fuß ruhen. Der rechte Fuß (bei Rechtshändern) hebt sich leicht an, sodass nur noch der Fußballen den Boden berührt. Dies zeigt, dass der Großteil des Körpers nun auf dem linken Fuß stabilisiert ist.

Ein vollständiger Follow-Through, bei dem das Gewicht auf dem vorderen Fuß ruht, sorgt für eine saubere, kraftvolle und kontrollierte Schlagbewegung. Ein zu frühes Zurückverlagern des Gewichts auf den hinteren Fuß würde die Schwungbewegung stören und das Gleichgewicht beeinträchtigen. Ein gutes Testkriterium: Kannst du die Abschlussposition für mindestens 2 bis 3 Sekunden ruhig halten, ohne das Gleichgewicht zu verlieren? Golfprofis wie Rory McIlroy oder Jon Rahm demonstrieren diese stabile Finishposition bei nahezu jedem Schlag, während Amateure häufig schon während des Durchschwungs ins Wanken geraten, weil die Gewichtsverlagerung zuvor nicht sauber abgeschlossen wurde.

Vergleich: Gewichtsverteilung nach Schlagart

Nicht jeder Schlag benötigt dieselbe Gewichtsverlagerung. Die folgende Tabelle zeigt typische Richtwerte für unterschiedliche Schlagarten und Schlägerklassen, wie sie in der Trainerpraxis verwendet werden.

SchlagartGewicht hinterer Fuß im RückschwungGewicht vorderer Fuß im TreffmomentTypische Schlagweite
Driver (Abschlag)60-65 %85-90 %200-230 m
Eisen 755-60 %80-85 %130-150 m
Pitch (50-80 m)50-55 %70-75 %50-80 m
Chip (kurz um das Grün)40-45 %60-65 %5-20 m
Putt50 %50 %0,5-10 m

Diese Werte verdeutlichen, dass beim Putt praktisch keine Gewichtsverlagerung stattfindet, während sie beim Driver am stärksten ausgeprägt ist. Für Golfer mit Handicap zwischen 10 und 20 lohnt sich ein gezieltes Training der Gewichtsverlagerung besonders beim Eisen 7 und beim Pitch, da hier viele Schläge pro Runde anfallen und kleine technische Verbesserungen sich direkt in weniger Schlägen niederschlagen.

Häufige Fehler bei der Gewichtsverlagerung

Viele Amateure kämpfen mit denselben wiederkehrenden Problemen. Hier die häufigsten Fehler und die passende Korrektur:

  • Reverse Pivot: Das Gewicht wandert im Rückschwung auf den vorderen statt auf den hinteren Fuß. Korrektur: Bewusst den hinteren Fuß beim Rückschwung belasten und mit einem Alignment Stick am hinteren Fuß üben.
  • Zu frühe Gewichtsverlagerung im Abschwung (Early Extension): Die Hüfte schiebt sich zu früh nach vorne, bevor die Rotation abgeschlossen ist. Korrektur: Trainingsspiegel nutzen und die Hüftdrehung erst nach dem Start der Gewichtsverlagerung einleiten.
  • Zu wenig Gewichtsverlagerung im Treffmoment: Weniger als 70 % des Gewichts landen auf dem vorderen Fuß, was zu Fat- oder Thin-Shots führt. Korrektur: Übungsschläge mit bewusster Fußabdruck-Kontrolle, etwa auf Sand oder mit Kreide markierten Linien.
  • Instabiler Stand im Setup: Ungleichmäßige 50/50-Verteilung führt zu Balanceproblemen während des gesamten Schwungs. Korrektur: Vor jedem Schlag kurz die Gewichtsverteilung bewusst prüfen und leicht wippen, um das Gleichgewicht zu spüren.
  • Zu abruptes Zurückkippen im Follow-Through: Das Gewicht wandert direkt nach dem Treffmoment wieder nach hinten. Korrektur: Die Finishposition mindestens 2 Sekunden halten und erst dann lösen.

Wichtige Tipps für die Gewichtsverlagerung

  • Balance bewahren: Zu jedem Zeitpunkt des Schwungs sollte das Gleichgewicht beibehalten werden. Vermeide es, das Gewicht zu sehr nach links oder rechts zu verlagern.
  • Körperrotation nutzen: Die Verlagerung des Gewichts wird durch die Hüft- und Schulterrotation unterstützt. Sie sorgt dafür, dass das Gewicht kontrolliert von einem Fuß auf den anderen übertragen wird.
  • Timing: Die Gewichtsverlagerung muss im richtigen Timing erfolgen. Beginne die Verlagerung im Rückschwung, führe sie während des Abschwungs fort und halte sie beim Treffmoment auf dem vorderen Fuß.
  • Regelmäßiges Training: Plane mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche von je 30 bis 45 Minuten ein, um die Gewichtsverlagerung dauerhaft ins Bewegungsmuster zu integrieren.
  • Videoanalyse: Filme deinen Schwung von hinten und von der Seite, um die Gewichtsverlagerung objektiv beurteilen zu können, statt dich nur auf das subjektive Gefühl zu verlassen.

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Fazit: Die Bedeutung der Gewichtsverlagerung im Golfschwung

Eine korrekte Gewichtsverlagerung während des Golfschwungs ist entscheidend für Stabilität, Präzision und Kraft. Durch die richtige Verlagerung des Gewichts von hinten nach vorne kann die gesamte Energie des Körpers effizient auf den Ball übertragen werden. Eine fehlerhafte Gewichtsverlagerung führt oft zu unkontrollierten Schlägen und verringert die Schlagweite um bis zu 30 Meter beim Driver.

Indem du lernst, das Gewicht in jeder Phase des Schwungs richtig zu verlagern, von 50/50 im Setup über 60-70 % hinten im Rückschwung bis zu 85-90 % vorne im Treffmoment, wirst du nicht nur konstanter, sondern auch kraftvoller und präziser schlagen. Dies ist ein Schlüsselaspekt, um dein Golfspiel auf das nächste Level zu heben, unabhängig davon, ob du Anfänger mit Handicap 36 oder fortgeschrittener Spieler mit Handicap unter 10 bist.

Häufig gestellte Fragen zur Gewichtsverlagerung

Wie viel Gewicht sollte im Treffmoment auf dem vorderen Fuß liegen?

Im Idealfall liegen beim Treffmoment etwa 85 bis 90 % des Körpergewichts auf dem vorderen Fuß, also dem linken Fuß bei Rechtshändern. Dieser Wert sorgt für maximale Energieübertragung auf den Ball und einen sauberen, kraftvollen Treffpunkt. Liegt der Wert deutlich darunter, etwa bei 60 bis 70 %, kommt es häufig zu Fat- oder Thin-Shots.

Welcher Fehler bei der Gewichtsverlagerung kostet am meisten Schlagweite?

Der sogenannte Reverse Pivot, bei dem das Gewicht im Rückschwung fälschlicherweise auf den vorderen statt hinteren Fuß wandert, kostet nach Erfahrungswerten aus der Trainingspraxis 20 bis 30 Meter Schlagweite beim Driver. Dieser Fehler verhindert den Aufbau von Rotationsenergie in der Hüfte, die im Abschwung freigesetzt werden müsste.

Ist die Gewichtsverlagerung beim Putten genauso wichtig wie beim Driver?

Nein, beim Putten bleibt das Gewicht nahezu konstant bei 50/50 auf beiden Füßen, da hier Präzision und Ruhe wichtiger sind als Kraftaufbau. Beim Driver dagegen ist eine deutliche Verlagerung von 60-65 % auf den hinteren Fuß im Rückschwung bis zu 85-90 % auf den vorderen Fuß im Treffmoment notwendig, um maximale Schlagweite zu erzielen.

Wie kann ich die Gewichtsverlagerung ohne Trainer üben?

Ein einfacher Weg ist die Videoanalyse mit dem Smartphone aus der Face-on- und Down-the-line-Perspektive, um die Fußbelastung in jeder Schwungphase sichtbar zu machen. Zusätzlich helfen Trainingshilfen wie Alignment Sticks oder ein Schwung-Trainer mit Sensoren, um das Timing der Verlagerung objektiv zu kontrollieren statt sich nur auf das Körpergefühl zu verlassen.

Foto: Golf Mag Redaktion

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