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Augusta National Golf Club: Masters Golfplatz Guide 2024

by Tobias Bojko


Augusta National Golf Club

Der Augusta National Golf Club ist ein legendärer Golfplatz in Georgia, USA, der seit 1934 die Heimat des Masters Tournament ist. Der Platz wurde 1933 von Bobby Jones und Clifford Roberts auf dem Gelände einer ehemaligen Baumschule gegründet und gilt als einer der exklusivsten und begehrtesten Golfplätze der Welt.

Augusta National ist der berühmte Austragungsort des Masters Tournament und wurde 1933 von Golflegende Bobby Jones mitgegründet.
  1. Gründung 1933 – Bobby Jones und Clifford Roberts gründen den Club
  2. Standort – Ehemalige Baumschule Fruitland Nurseries in Georgia
  3. Erstes Masters 1934 – Austragung des ersten Masters Tournament
  4. Major-Status – Das Masters wird zu einem der vier Golf-Major-Turniere
  5. Exklusivität – Entwicklung zu einem der begehrtesten Golfplätze weltweit

Augusta National Golf Club ist der Golfplatz in Augusta, Georgia, auf dem seit 1934 jedes Jahr im April das Masters Tournament ausgetragen wird. Gegründet 1933 von Bobby Jones und Clifford Roberts auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule Fruitland Nurseries, misst der Par-72-Platz heute 7.475 Yards und gilt wegen seiner strengen Mitgliederauswahl als einer der exklusivsten Clubs der Welt. Kein anderer Name löst bei Golfern weltweit so viel Ehrfurcht und Faszination aus wie dieser Platz, dessen 18 Löcher jeweils nach Pflanzen oder Bäumen benannt sind.

Die Geschichte von Augusta National

Der Augusta National Golf Club wurde 1933 von Bobby Jones und Clifford Roberts gegründet. Der Platz entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Baumschule namens Fruitland Nurseries, was die außergewöhnliche botanische Vielfalt des Platzes erklärt. Bereits 1934 fand das erste Masters Tournament statt, das heute zu den vier Major-Turnieren im Golf zählt. Horton Smith gewann das erste Turnier 1934 mit einem Score von 284 Schlägen, also 4 unter Par über vier Runden.

Bobby Jones, einer der größten Golfer aller Zeiten, wollte einen Platz schaffen, der sowohl für Profis als auch für Amateure fair und herausfordernd sein sollte. Gemeinsam mit dem Platzarchitekten Alister MacKenzie entwickelte er ein Design, das bis heute als Meisterwerk der Golfplatzarchitektur gilt. Der Bau dauerte rund zwei Jahre und kostete nach heutigen Maßstäben eine für die damalige Zeit erhebliche Summe, da rund 60.000 Pflanzen aus der ehemaligen Baumschule in das Layout integriert wurden. Seit den 1950er-Jahren wurde der Platz durch spätere Umbauten, unter anderem durch Perry Maxwell und Robert Trent Jones, mehrfach an moderne Schlägerlängen angepasst, ohne die ursprüngliche Strategie MacKenzies aufzugeben.

Das einzigartige Design und berühmte Löcher

Augusta National erstreckt sich über 7.475 Yards (rund 6.835 Meter) und ist ein Par-72-Platz mit vier Par-3-Löchern, zehn Par-4-Löchern und vier Par-5-Löchern. Jedes Loch hat einen Namen, der meist auf die charakteristischen Pflanzen und Bäume verweist. Das berühmteste Loch ist zweifellos das Par-3 12. Loch „Golden Bell“, das nur 155 Yards (etwa 142 Meter) misst, aber wegen wechselnder Windböen über dem Rae’s Creek als eines der gefährlichsten Par-3-Löcher im Profigolf gilt.

Das 13. Loch „Azalea“ ist ein spektakuläres Par-5 mit rund 510 Yards, das den Rae’s Creek überquert und strategische Entscheidungen beim zweiten Schlag erfordert, meist zwischen Holzschlägern und einem sicheren Eisen-Layup. Die berühmten letzten drei Löcher, bekannt als „Amen Corner“ (Löcher 11, 12 und 13), sind legendär für ihre Dramatik und haben schon viele Masters-Träume platzen lassen. Loch 11 „White Dogwood“, ein 505-Yards-Par-4, verlangt einen präzisen Annäherungsschlag, da das Grün links vom Wasser des Rae’s Creek geschützt wird und viele Spieler bewusst rechts vom Fahnenstand anspielen.

Augusta National im Vergleich zu anderen Major-Plätzen

Im Vergleich mit den Austragungsorten der anderen drei Majors zeigt sich, wie unterschiedlich die Herausforderungen im Profigolf ausfallen. Während St. Andrews auf Wind und Bodenkontakt setzt, verlangt Augusta National vor allem präzises Spiel um schnelle, stark gewellte Greens.

GolfplatzTurnierLänge (Yards)ParBesonderheit
Augusta NationalMasters7.47572Extrem schnelle, gewellte Greens (Stimpmeter ca. 13-14)
St. Andrews Old CourseThe Open7.30572Doppelgrüns, Küstenwind bis 40 km/h
Oakmont Country ClubUS Open7.25570Über 170 Bunker, extrem dichter Rough
Aronimink Golf ClubPGA Championship7.26770Enge, baumgesäumte Fairways

Diese Tabelle zeigt, dass Augusta National mit 7.475 Yards der längste unter den vier klassischen Major-Austragungsorten ist, während die Herausforderung weniger in der reinen Länge als in der Grüngeschwindigkeit und den Höhenunterschieden von bis zu 40 Metern über den Platz liegt.

Die Exklusivität von Augusta National

Augusta National ist einer der exklusivsten Clubs der Welt. Die Mitgliedschaft ist streng limitiert auf schätzungsweise 300 bis 400 Mitglieder und erfolgt ausschließlich auf Einladung bestehender Mitglieder, eine Bewerbung ist nicht möglich. Erst 2012 wurden mit Condoleezza Rice und Darla Moore die ersten weiblichen Mitglieder aufgenommen, was einen historischen Wandel in der über 80-jährigen Clubtradition markierte.

Der Club ist nur während des Masters Tournament für die Öffentlichkeit zugänglich, und selbst dann sind die Tickets extrem begehrt. Practice-Round-Badges werden über eine öffentliche Lotterie vergeben, bei der die Erfolgsquote laut Erfahrungsberichten häufig im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt. Turnier-Badges für die vier Wettkampftage werden praktisch nie öffentlich verkauft, sondern fast ausschließlich über langjährige Wartelisten oder Vererbung innerhalb von Familien weitergegeben. Viele Golfbegeisterte stehen jahrelang, teils jahrzehntelang, auf diesen Wartelisten für Eintrittskarten zum Masters.

Das Masters Tournament: Ablauf und Traditionen

Das Masters Tournament, traditionell in der ersten vollen Aprilwoche ausgetragen, ist bekannt für seine einzigartigen Traditionen: das berühmte grüne Sakko (Green Jacket) für den Sieger, das seit 1949 verliehen wird, die legendären Pimento-Käse-Sandwiches für rund 1,50 US-Dollar und die insgesamt sehr moderaten Preise im Clubrestaurant, ein bewusster Kontrast zu anderen kommerzialisierten Sportevents.

Am Vorabend des Turniers findet traditionell das Champions Dinner statt, zu dem der Vorjahressieger das Menü bestimmt. Am Sonntagabend erhält der neue Champion sein Green Jacket vom Vorjahressieger überreicht, eine Zeremonie, die seit Jahrzehnten unverändert im Butler Cabin stattfindet. Das Preisgeld beim Masters liegt mittlerweile im zweistelligen Millionenbereich, wobei der Sieger allein mehrere Millionen US-Dollar erhält. Die Azaleen und Magnolien, die während der Turnierwoche typischerweise in voller Blüte stehen, verwandeln den Platz in ein Blütenmeer und bieten die Kulisse, die das Masters von allen anderen Majors optisch unterscheidet.

Platzpflege und technische Besonderheiten

Augusta National ist berühmt für seine makellosen Platzverhältnisse. Die Greens sind legendär schnell, mit Stimpmeter-Werten von häufig 13 bis 14 Fuß während der Turnierwoche, deutlich schneller als der Durchschnitt öffentlicher Golfplätze mit 8 bis 10 Fuß. Die Fairways sind mit Bermudagras im Sommer und überseetem Weidelgras im Winter bepflanzt, wodurch der Platz das ganze Jahr über sattgrün erscheint, selbst wenn Bermudagras eigentlich in die Wintervegetation gehen würde.

Die Greenkeeper arbeiten das ganze Jahr über daran, den Platz in optimalem Zustand zu halten, unter anderem mit unterirdischen Kühlsystemen, die die Wurzeltemperatur der Grüns im Hochsommer regulieren. Eine weitere Besonderheit sind die Caddies in ihren weißen Overalls mit grüner Mütze, die während des Masters Tournament arbeiten und traditionell den Vornamen des Spielers auf dem Rücken tragen. Diese Tradition geht auf die Anfänge des Turniers zurück und verleiht dem Event seine unverwechselbare Atmosphäre, die sich deutlich von den bunten Caddie-Outfits anderer Tour-Stopps unterscheidet.

Häufige Fehler beim Verständnis von Augusta National

Wer sich intensiver mit Augusta National beschäftigt, stößt schnell auf hartnäckige Irrtümer. Die folgenden Punkte werden häufig falsch verstanden:

  • Fehler: Augusta National ist ganzjährig für Gäste geöffnet. Tatsächlich ist der Club von Mai bis Oktober komplett geschlossen und nur für Mitglieder sowie in der Turnierwoche im April zugänglich.
  • Fehler: Jeder kann Masters-Tickets online kaufen. Tatsächlich erfolgt der Zugang fast ausschließlich über eine offizielle Lotterie für Übungsrunden oder langjährige Wartelisten für die Turniertage, ein regulärer freier Ticketverkauf existiert praktisch nicht.
  • Fehler: Die Löcher heißen nach ihrer Nummer. Tatsächlich trägt jedes der 18 Löcher einen botanischen Namen wie „Golden Bell“ oder „Azalea“, die Nummerierung ist nur die offizielle Zweitbezeichnung.
  • Fehler: Amen Corner umfasst den gesamten hinteren Neun. Tatsächlich bezeichnet der Begriff nur die Löcher 11, 12 und 13, nicht die gesamte Nine.
  • Fehler: Frauen waren von Anfang an ausgeschlossen und sind es bis heute. Tatsächlich wurde die Aufnahme weiblicher Mitglieder erst 2012 möglich, seither sind Frauen offiziell Mitglied im Club.

Warum Augusta National so fasziniert

Augusta National fasziniert Golfer und Fans gleichermaßen durch die Kombination aus sportlicher Herausforderung, natürlicher Schönheit und jahrzehntealten Traditionen. Der Platz verkörpert das Beste, was Golf zu bieten hat: strategisches Spiel, technische Präzision und emotionale Intensität, verdichtet auf 18 Löcher und vier Turniertage im Jahr.

Für Amateurgolfer mit Handicap 18 oder höher wären die schnellen Grüns und die engen Landezonen an vielen Fairways eine erhebliche Herausforderung, Profis mit Single-Handicap dagegen kämpfen hier eher gegen die mentale Belastung als gegen die reine Länge des Platzes. Für jeden Golfer bleibt Augusta National ein Traumziel, ein Platz, der Golf-Geschichte geschrieben hat und auch künftig wieder Schauplatz unvergesslicher Momente sein wird.

Häufig gestellte Fragen zu Augusta National

Kann man als normaler Golfer auf Augusta National spielen?

Nein, der Zugang ist praktisch ausschließlich Mitgliedern und deren eingeladenen Gästen vorbehalten. Öffentliche Buchungen wie auf klassischen Resort-Plätzen gibt es nicht, gelegentliche Ausnahmen entstehen nur über persönliche Kontakte zu Mitgliedern.

Wie schnell sind die Greens auf Augusta National wirklich?

Während der Turnierwoche erreichen die Greens Stimpmeter-Werte von rund 13 bis 14 Fuß, teils sogar mehr. Zum Vergleich: Öffentliche Golfplätze liegen meist bei 8 bis 10 Fuß, was den enormen Unterschied im Ballrollverhalten erklärt.

Warum heißt das 11., 12. und 13. Loch „Amen Corner“?

Der Begriff geht auf einen Sportjournalisten zurück, der die drei Löcher wegen ihrer dramatischen Wendungen im Turnierverlauf so benannte. Golden Bell, White Dogwood und Azalea gelten bis heute als die entscheidungsträchtigsten Löcher der gesamten Runde.

Wann findet das Masters Tournament statt?

Das Masters wird traditionell in der ersten vollen Aprilwoche ausgetragen, wenn die Azaleen und Magnolien auf dem Platz in voller Blüte stehen. Es ist damit das einzige Major, das jedes Jahr auf demselben Platz gespielt wird.

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